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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1905-01-01 · No. 15. (1905) · p. Seite 60

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
29 (1905)
Issue
No. 15. (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 60 (sequence 4)
Language
German
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60 בארץ ובחו״ל 121 Chuiiin שילוח הקן נוהג 111 יי ראשית הגל י, 101 יי יו הזרוע והלחיים i n Ti ss. יי יי ביצר בחלב יי 7! יי יי גיד הנשה » 6! יי יי כסוי דם יי 51 " איתו ואת בנו Nehmen wir noch סנהדרין נוהגת ״ " Makkoth 2.n השקלים והביכורי׳ אין נוהגין אלא (Schekalim Ende) בפני הבית אבל מעשי דגן ומעשר בהמה והבכורו׳ נוהגי! בין בפני הבית בין שלא בפני הבית und dann die Perekanfänge in fchebuotb, besonders in der Tosseftha. Wir haben hier eine besondere Qaolie vor uns, die zumeist deuteronomische und dimit zusammenhängende, dem Leviticus angekörige Satzungen behandelt. Wie sehr sie zusammongehört, zeigen die Stellen in Kidduscliin und Chullin. Trennt sie auch der Ordner weit voneinander — sie bilden ein Ganzes. Sie wollen den Anteil Israels in der Zerstreuung an den Thorasatzungen, seinen ewigen Besitz an Satzungen und seine Hoffnungen auf die Ewigkeit festigen. Das sind nicht zufällig umhergesireuto Satz י, sondern sie kennzeichnen sich als zusammengehörig. Spielt auch ״das Land“ mit hi ein, so ist doch die Hauptsache das Jenseits. Fin Brief Dr. E. Bischofs. Leipzig, 24. Juli 1905. Euer Ehrwürchn Rezension hat auf mich durch Ton und Inhalt einen tiefen Eindruck gemacht. Ich iego Wert darauf zu erklären, daß ich mich im Prinzip mit Ihren! Leitsätze (S. 55a):1) ״Sind die Worte.Entlehnung nahe“ einverstanden erkläre, und daß meine Ausführungen sich gegen die Nork, Hamburger, Elbogen richten, die prinzipiell Jesus alles wertvolle dem Rabbinismus entlehnen lassen. Meine Verteidigungsstellung und philologisch günstigere Position haben vielleicht manchen Ausdruck geß Der Satz lautet (s. vor. Nummer) im ganzen: ״Sind die Worte der Weisen nicht Jesu Quellen, so stehen sie b< ide auf dem Boden jüdischen Lebens und Empfindens; sind es Worte aus späterer Zeit, so genügt es uns, wenn man in ihnen ohne jede Entlehnung den gleichen sittlichen Geist an* erkennt. Sind es Zusammenhänge, die von älteren Schriftgelehrten stammen, so liegt bei Jesu der Gedanke der Entlehnung nahe.“ Allerdings war ich stets der Ansidit, daß wir, weil man uns nichts lassen will, ja nicht alles bean- Sprüchen sollen, so verzeihlich es ist. Es wäre das ein schwerer Fehler! Aber ich glaube nicht, daß unsere Verteidiger des Judentums, die Elbogen, Eschelbacher, Bäck, deren Arbeiten ich doch auch kenne, dem Verfasser Veranlassung zu seiner Ansicht gegeben haben. Ich wüßte nicht, daß sie nicht maßvoll, allerdings mit Würde und Entschiedenheit, aufgetreten wären. Mag man sie doch angreifen — wir würden zufrieden sein! Und sie selbst, soviel ich glaube, würden schon im stände sein, ihre Ansichten im Kampfe zu verteidigen. Aber man beachtet sie auf christlicher Seite nicht, weil nichts gut ist, was von Juden kommt. Erich Bischoff macht mit dem Gegenteil noch eine rühmliche Ausnahme, weil ihm, wie i.h nie bezweifelt habe, etwas an der Sache liegt. Dasbeweißt auch vorliegender Brief, der einem Harnack, Bousset etc. als Muster vorgehalten werden müßte. (Redaktion.) schärft. Das Judentum aber habe ich — bewußter־ maßen wenigstens — nicht herabgesetzt, sondern nur neben der Priorität auch die Superiorität der Ansichten Jesu über die rabbinischen seiner und der nächsten Zeit zu erweisen gesucht. Das setzt (vgl. Schlußwort 1) diese Rabbinen nicht herab. Daß das heutige Judentum und schon der spätere Rabbinismus ein universales Gottesreich und (über Philo urteile ich anders)2) universale Menschenliebe kennt, ist auch in diesem Buche nicht bestritten und wird von mir selbstverständlich durchaus anerkannt. Nur Jesu, nicht der Apostel und der Kirche Abhängigkeit von rabbinischen Einflüssen habe ich bestritten.3) Darin kann ein defectus intellectus liegen, sicher aber kein aminus iniuriandi, und philologische Ansichten tun m. E. niemand weh. Daß die Ethik der Rabbinen jahrhundertelang derjenigen der sog. christlichen Kirche überlegen gewesen, weiß ich als Kenner beider Literaturen und der Geschichte nur zu gut;4) jede Ueberhebung im Hinblick auf das heutige Verhältnis von Kirche und Synagoge lag mir um so ferner, als ich eine philologische, nicht theologische Untersuchung anstellte und überdies weiß, daß wir allzumal Sünder sind. Es wäre mir lieb, dies veröffentlicht zu sehen.5) Hochachtungsvoll und ergebenst Dr. Erich Bischoff. 2) Halten wir diese beiden Zugeständnisse nur freudig fest, wenn ich auch nicht weiß, was ich unter späterem Rabbinismus im Gegensatz zu Philo verstehen soll. ״Spätjudentum“ nennt man heute die Gemeinde des zweiten Tempels; ist späterer Rabbinismus nun etwa Jochanan ben Sakkai mit den Seinen? Aber wir halten mit Vergnügen fest, daß wir und vor uns die späteren Rabbinen, von wo an man sie auch rechnen mag, nicht den Vorwurf verdienen, ein zu enges Gottesreich zu wünschen. 3) Jedenfalls kann nur die Voraussetzung des Gottmenschentums in buchstäblichster Weise eine solche Ausnähme zugunsten Jesu in der Wissenschaft ermöglichen. Da dies aber nicht jeder -zugibt, so ist die Folgerung aus diesem Zugeständnis die, daß Jesus, wie jeder Mensch, und wenn wir ihn noch so hoch stellen, wie Kirche und Apostel damaliger Zeit denselben Einflüssen unterliegen. 4) Mit diesem Zugeständnis fällt jede Möglichkeit, die Sittlichkeit des Judentums als minderwertig zu behandeln. Denn wenn Bischoff die evangelische Kirche ausnimmt (aber doch nicht etwa gleich von 1517 bis heute?) so ist das Judentum doch sittlich auch nicht rückwärts gegangen. 5) Es ist mir eine Genugtuung, dies freudig tun zu können nach dem alten Satz על כן יאמר בספר מלחמות ה׳ את והב בם1* בסופה wahren Gotteskampf siegt zuletzt doch die Liebe.“ Inhalt der Nummer 15. Wissenschaftliche Aufsätze: Neues über Aboth. Dr. E. Baneth: Der Mischnatraktat Aboth mit Maimunis arabischem Kommentar. Kaim Pollak: אבית ררבי נתן System der Ethik und Moral. — Minchath Aboth. Von Caro. — Jesus und die Rabbinen. Von Rabbiner Dr. L. A. Rosenthal. — Ein Brief Dr. E. Bischoffs. Verantwortlicher Redakteur: Rabbiner Dr. L. A. Rosenthal in Preußisch Stargard. Druck von Arthur Scholem, Berlin.

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