Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 29 (1905)
- Issue
- No. 13. (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 52 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Schaft auch bei den Ausgrabungen im Ni 11 an de tätig. Der Standpunkt des Verfassers ist der Wellbausen’sehe. Die Gosenstämme wurden erst unter Ramses II. und seinem Nachfolger Mernefta, als die Reichsgrenzen von Fiemden bedroht wurden, unterdrückt; das veranlaßte die Forderung freien Abzugs, und Jsrael macht sich im Verein mit Syrien von der ägyptischen Hoheit frei. Erkennt Spiegelberg somit die allgemeinen Nachrichten der Bibel an, so leugnet er die Einzelheiten auf Grund AVellhausen’scher Anschauungen. Aber man kann schwer annehmen, daß die biblische Geschichte sich von Aegyptern habe Einzelheiten erzählen lassen, um ihre Darstellung ägyptisch zu färben. Solche Absichten hatte das Altertum noch nicht. Ueber die Bezeichnungen für Propheten spricht P. Alfred Laur, der Cisterzienser, in ״Die Prophetennamen des alten Testamentes“, Freiburg (Schweiz), Universitätsbuchhandlung. Manche Bezeichnungen stellen den blos aufnehmenden, manche den tätig Verarbeitenden dar. Mann Gottes heißt Wundertäter. Eaur vergißt, daß in Jahrhunderten geschichtlichen Lebens mit der Sprache auch diese Bedeutungen sich verwandeln. Immerhin ist die Schrift als ein Zeichen des Eifers für die Erforschung der Bibel lesenswert. Adolphe Lods: Des Israeli'tes croyaient-ils ä la vie future? Dole, Girardi et Adebret, 1904. Eine alte Frage: Ob der Unsterblichkeitsglaube altjüdisch sei? Lods will nichts von assyrischer Entlehnung wissen. Mit dem Aufkommen der Totenverehrung trat die religiöse Betonung dieses Glaubens zurück; mit dem erwachenden Einzelbewußtsein, besonders in makkabäischen Zeiten, gewann er neue Kraft. Es sind das nicht neue Gedanken, aber gut ausgesprochen und gemeinverständlich. Predigtumrisse. שלח לך• (Im Zizithabscbnitt heißt e!■): ״Auf daß ihr Euch erinnert und ausübet meine Gebote!“ Jemand war ins Meer gestürzt, erzählt der Midrasch, und trieb darauf umher. Da hielt ihm der Steuermann ein Tau hin und rief: ״Erfasse dies Seil und laß es nicht los: Sonst wirst du nicht gerettet!“ So spricht Gott zu Israel: Solange Ihr den Satzungen anhänglich seid, לאת□ הדבקו׳ seid ihr auch Gott anhänglich und lebet! — Jener kämpfte noch mit den Wellen, hatte weder Gedanken noch Kraft mehr; darum muß der Steuermann ihn so anfeuern. So der Mensch, kämpfend mit dem Meere des Lebens, verliert unter Sorgen und Kümmernissen jede Klarheit, jeden Mut, jede Aussicht auf menschliche Hilfe. An den ewigen Helfer hat er nicht Zeit zu denken — wie würde er sich beruhigen, wenn ers könnte! Da sind die religiösen Zeichen Mahner למק ת!כךץ damit Ihr euch nur erinnert, daß Hilfe da ist in dem יועשיתם in der Ausübung des Göttlichen, und Ihr werdet nicht nur Mut und Kraft gewinnen, היית□ קדושים der Gedanke an Gott wird Euch auch veredeln. קרח• Aboth IV. Mathia ben cheresch: Biete Jedem zuerst den Gruß; sei lieber der Schweif des Löwen, als das Haupt der Füchse (so kann שועלים übersetzt werden; man denke an משלי שועלים)• Den Löwen erkennt man von fern am Brüllen; er ist ein ehrlicher Feind. Der Fuchs schmeichelt dir und vernichtet dich dann. Sei lieber offen und ehrlich, und solltest Du der Letzte bleiben; sei kein Streber mit der List des Fuchses, und könntest Du der Erste werden. Doch verwechsle nicht Ehrlichkeit mit Grobheit und Unhöflichkeit, biete trotzdem Jedem den Gruß. jxr(osv d(dvf keine Uebertreibung nach einer Seite hin. חקת• Leichenrede an der Bahre einer edlen Frau. — Als Miriam starb, fehlte der Gemeinde das Wasser, der Quell, der sie begleitete. Ihr Frauengemüt war der Quell, der die Ihrigen in Freud und Leid erquickte, der den Trauernden und I Unglücklichen stets seine Kühlung bot. —Miriam, die Schwester und sorgliche Tochter, wacht in Gefahr über ihren Bruder und erfreut die Eltern durch seine Rettung. (Blick in ihre Kindheit und ihr Verhältnis zu den Geschwistern und Eltern. — Nach der Rettung am Schilfmeere zieht sie den Frauen mit frommen Liede voraus. (Sinn für Gemeinde- und Vereinsleben, für Religion und Judentum). — Soll der Quell verloren sein? Er ist da! Ihr werden die Ihrigen gleichen und ebenso Gutes wirken für einander (Hinterbliebenen) und die Menschheit. Winke für den Unterricht. Inzwischen sind einige Sätze leichterer Art einzuüben ברוך ה' ביום etc• bis בקומנו• Allerdings auswendig, bevor die Kinder lesen können. Das immer wiederkehrende ‘ברוך ה macht ihnen Freude, wissen sie 30 לביום erraten sie בלילה ebenso aus יבשבבנו was בקומנו heiß”. Dann die Anfänge aller ברבות bis יחעולם dann בורא und פרי, worauf sie leicht הגפן יהעע להאדמה behalten. Da inzwischen die Fibel weiter benutzt worden ist (diese Uebungen füllen nur die letzten 10 Minuten), so werden vielleicht Worte dieser Art Vorkommen und als alte Bekannte begrüßt werden. So können auch, nachdem die Sätzchen fest sitzen, einzelne Worte an die Tafel geschrieben werden.‘ ״Was ist das für ein Wort?“ Gleicher Jubel beim Auffinden dessen, was man das Wort schon übersetzen kann. Eingegangen: Jüdischer Volksfreund. Herausgegeben von den Vorständen des Vereins für die jüdischen Interessen Rheinlands und des Vereins zur Wahrung der religiösen Interessen des Judentums in der Provinz Westfalen. Selbstverlag des erstgenannten Vereins. Eph. AVinter, Köln, Friesenwall 40. Für Westfalen Fernbach, Reklinghausen. Antiquariats-Katalog lür Universitätswissenschaften der akademischen Buchhandlung Skopnik, Berlin, Sommer- Semester 1905. Der ganzen Reihe No. 29, 112 S. Vereinigung traditionell-gesetzestreuer Rabbiner Deutschlands. Protokoll der 4 General - Versammlung. Berlin, ltzkowsky 1905. Der Verband der jüdischen Lehrer in dem Rabb -Bezirken Emden-Oldenburg-Bremen und der Verband der jüdischen Lehrervereine im Deutschen Reiche. Mainz, Wirth 1905. Bericht über die Israelitische Erziehungsanstalt zu Ahlem bei Hannover für d. J 1904. Hannover, Schlüter 1905. I)r. Hirsch Hildesheimer. Separat-Abdruck einer Arbeit bez. der Schächtfrage aus den ״Blättern für das höhere Schulwesen. 1905.“ J. Ricker, Giessen. Antiquariats ־ Anzeiger No. 2. (Philosophie). 52 S. Inhalt der Nummer 13. Wissenschaftliche Aufsätze: Schiller und das Alte Testament. Von Rabbiner Dr. Viktor Nordheimer - Schwetz. (Schluß) — Literaturbericht. Rezensionen: Schriften zur Verteidigung des Judentums und seiner Lehre. 1. Zweiundzwanzigster Bericht über die Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums in Berlin. Von Dr. J. Elbogen. 2. Das Judentum und das Wesen des Christentums. Von Dr. Joseph Eschelbacher. 3. Das Wesen des Judentums. Von Dr. Leo Bäck (Fortsetzung). Allerlei. — Predigtumrisse. — Winke für den Unterricht. — Eingegangen. Verantwortlicher Redakteur: Rabbiner Dr. L. A. Rosenthai in Preußisch Stargard. Druck von Arthur Scholem, Berlin.