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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1905-06-23 · 25 (23.6.1905) · p. Seite 350

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
Israelitische Wochenschrift
Issue
25 (23.6.1905)
Date
1905-06-23
Page
Seite 350 (sequence 15)
Language
German
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Seite 350. Israelitische Wochenschrift. Nr. 26. neben dem schuldenfreien Grundstück in Lehnitz — auf die Höhe von 88 500 Mk. gebracht. Der Verein beklagt das Hinscheiden des Vorstandsmitgliedes Herrn M. Metzenbera, welcher von Anbeginn der Sache des Genesungsheims mit Eifer und Liebe gedient hat. Der Vorstand des Vereins „Jüdisches Genesungsheim Berlin" E V. besteht aus den Herren Martin Simon, Louis Sachs. Emil Pincus, Frau Dr. Frankl, Siegfried Brünn, Dr. L Feilchenfeld, Frau Franziska Ginsberg, Hugo Heilmann, Prof. Dr. Lazarus, San.-R. Dr. Maretzki, Frau Rosa Meyer, Frau San.-R. Mühsam, Frau Hermine Rathenau, Frau Rosa Sachs, Frau San.-R. Wiesenthal, H. Witkowski. — Der Rektor der Königlichen Technischen Hochschule zu Berlin, Miethe, erläßt folgende Bekanntmachung: Das von den Benny Burchardtschen Eheleuten in Landsberg a W bei der ehemaligen König!. Gewerbe-Akademie zu Berlin (jetzt Technische Hochschule, Abteilungen für Maschinen-Jngenieurwesen, für Schiff- und Schiffsmaschinenbau, für Chemie und Hüttenkunde) gestiftete Stipendium soll vom 1. Oktober 1906 ab in Höhe von 600 M. jährlich für höchstens drei Jahre anderweit verliehen werden. Bewerber müssen preußische Staatsangehörige und jüdischen Glaubens sein, einer der genannten Abteilungen diesseitiger Anstalt als Studierender angehören, sich in bedürftiger Lage befinden, gute Anlagen besitzen und sich moralisch gut geführt haben. Gesuche um das Stipendium sind unter Beifügung des Geburtsscheins, des Reifezeugnisses, eines Führungsattestes und eines Bedürftigkeitszeugnisses an den Unterzeichneten bis zum 1. August l 905 schriftlich einzureichen. Charlottenburg, den 2. Juni 1905. — Das Stipendium der von dem zu Berlin verstorbenen Geheimen Medizinalrat Professor Dr. Josef Meyer begründeten Julius-Adelheid-Stistung im Betrage von 240 M. soll für das Kalenderjahr 1906 an einen Studierenden des Baufaches jüdischen Glaubens verliehen werden. Geeignete Bewerber werden aufgefordert, ihre Gesuche bis zum 15. Juli d. I an das Kuratorium genannter Stiftung, zu Händen des Professors Dr. Kalischer in Berlin VT. 50, Ansbacherstraße 14, einzureichen. BreSlau. Am 17 Juni beging Kantor Schwarzberg das 25 jährige Jubiläum seiner Wirksamkeit am hiesigen „alten Tempel". Seine Gemeinde hat ihn an diesem Tage besonders gefeiert. Durch Bewahren der alten traditionellen Weisen hat der Jubilar es verstanden, die Besucher seines Gotteshauses zu erbauen und zu erheben. Fromm und rechtschaffen, einfach und bescheiden in seinem Wesen erfreut er sich der Achtung und Wertschätzung seiner Gemeindemitglieder und all derer, die mit ihm in naher oder entfernterer Verbindung getreten sind. Durä' seine treue kollegialische Gesinnung, seine liebem-würdige Rezepte wurden in der Apotheke angefertigt. Für Lehrgeld von 28 Lehrlingen wurden 670 Frs. verwendet, für Darlehen 950 Frs. ausgegeben. Tie Ansiedlung in Ramleh kostete (einschließlich des Baus eines Bades) l028 Frs. Der hebräische und arabische Unterricht in den Tages- und Abendkursen zu Eben Israel, Meah Schearim, Gaza, Jaffa, Hebron usm. beanspruchte 263! Frs. Dem Kindergarten bewilligte man wieder 500 Frs. Ter Verein unterstützte ferner Kranke und Arme in Jerusalem, fö derte die armenärzliche Tätigkeit in Hebron und bewilligte Beihilfen für junge Leute aus Palästina, die sich in Deutschland ausbilden. An der Palästina-Handelsgesellschaft, welche in Hamburg gegründet wurde, ttin den Import und Export des heiligen Landes zu heben, beteiligte sich der Verein durch Ueberuahme von 1000 M. in Aktien. Leider sind die Mittel des Vereins total erschöpft Bis jetzt haben namentlich die Sendungen des Herrn Bezirlsrabvtner Dr. Salvendi in Dürkheim a. H, die im Jahre 1904 wieder 21t 0 M betrugen, stets eine große Stütze gewährt. Auch Herr Justizrat Dr. Heinrich Meyer Cohn in Berlin hat 1000 M aus einem alten Berliner Palästinafond gespendet. Ferner sind aus dem Nachlaß des verstorbenen Herrn G. Gottschalk in Weimar 4800 M. ausgezahlt worden. Selbst diese außerordentlichen Einnahmen sind verbraucht worden. Der Verein richtet deshalb an alle Freunde des heiligen Landes das dringende Ersuchen, durch Spenden und Beiträge zu Hilfe zu kommen, damit nicht der Verein gezwungen werde, aus Mangel an Mitteln eine segensreiche Wirksamkeit einzuslellen. Hannover. Berein jüdischer Lehrer der Provinz Hannover. Am Montag begann die gut besuchte 41. Versammluug des Vereins jüdischer Lehrer der Provinz Hannover im Vereinslokal Herschelstraße 35. Die Rabbiner Dr. Gronemann und Dr. Lewinsky sowie der Vorsteher der hiesigen Synagogengemeinde, Neuberg, und ein Delegierter des Deutschen Lehrerverbandes, Lehrer Steinhardt-Magdeburg waren anwesend. Dem erkrankten stellvertretenden Vorsitzenden Stern-Hildesheim, sowie dem treuen Berater sehr gefällige Art erwarb er sich die Zuneigung und Hochschützung seiner Amtsgenossen Besonders sei an dieser Stelle sein menschenfreundliches Wirken im Dienste der Nächstenliebe hervorgehoben Groß ist die Zahl derer, die hilfesuchend sich an ihn wenden. Unermüdlich ist er, wenn es gilt, notleidenden Glaubensbrüdern beizustehen. Wenn auch nicht selbst mit materiellen Glücksgütern gesegnet, so weiß er doch andre, die besitzen, zu interessieren, sammelt Scherflin an Scherflein und spendet dann in wohltuendster Form. Möge es dem Jubilar noch lange vergönnt sein, in vollster Kraft seines Amtes zum Segen seiner Gemeinde zu walten. Ueber die Feier selbst wird uns berichtet: Das festlich geschmückte Gotteshaus war dicht besetzt; fast alle hiesigen Freunde und Kenner des „polnischen Chasonus", dessen Meister der Jubilar ist, hatten sich dort ein Rendezvous gegeben. An ihrer Spitze der Oberkantor der Hauptsynagoge „Zum Storch", Herr Rosenthal, der mit seinem Chor erschienen war, um — eine ebenso schöne wie sinnige Ehrung! — in der Rolle eines schlichten Chordirigenten an diesem Ehrentage seines Berufsgenossen beim Gottesdienst zu begleiten. Herr Prediger Piorkowski widmete dem Jubilar eine herzliche Ansprache, in welcher er nicht allein die kantoralen, sondern auch die menschlichen Eigenschaften des Gefeierten pries, und zahllos waren die „Mischeberach", in denen die zur Thora Aufgerufenen des Jubilars gedachten. Nach dem Gottesdienst erschien der Gesamtvorstand der Gemeinde in der Wohnung des Herrn Schwarzberg. Die Sprecher, Herr Warschauer und Herr Gellert, versicherten in herzlicher Anrede den Jubilar der unwandelbaren Liebe und Verehrung ihrer Gemeinde, sowie all derer, die sein unermüdliches Wirken im Dienst der Wohltätig, keit kennen, und überreichten ihm im Namen der Gemeinde eine namhafte Ehrengabe. Diesen Vertretern der Gemeinde folgten Gratulanten ohne Zahl bis zum späten Abend; sie alle sprachen den Wunsch aus, dem auch wir uns anschließen: daß Herr Schwarberg uns und seiner Gemeinde noch lange erhalten bleiben möge — vorläufig bis zu seinem goldenen Jubiläum. Maricnwerder. Donnerstag den 1. Juni fand in Marienwerder die diesjährige Versammlung des lvestpreustischen Rabbinerverbandcs statt Anwesend waren die Herren Freudenthal- Danzig, Guttmann - Kulm, Nordheimer - Schwetz, Pick-Strasburg, Rosenberg-Thorn, Rosenthal-Pr. Stargard und Silberstein-Elbing. Rosenberg - Thorn, als Vorsitzender, begrüßte die Versammlung und beglückwünschte herzlichst den Rabbiner Nordheimer-Schwetz zu dessen fünfundzwanzigjährigem Amtsjubiläum Guttmann- Knlm erstattete den Kassenbericht; es wurde ihm Decharge erteilt. Sodann beantragte Freudenthal-Danzig: 1.) daß jeder westpreußische Rabbiner m seinen, die Religionsschulen betreffenden Jnspektionsberichten das Resultat der Prüfung stets, der Uebersicht halber, mit einer Gesamtnote bezeichne, 2.) daß mit der Gründung von westpreußischen Bezirksrabbinaten der Anfang gemacht werde. Beide Anträge wurden angenommen Ferner wurde, auf Veranlassung von Nordheimer-Schwetz, der Verbandsvorsitzende Rosenberg - Thorn beauftragt, in der nächsten Ausschußsitzung des deutschen Rabbinerverbandes den Antrag zu stellen, daß die Reliktenkasse baldigst in Kraft trete. Alsdann wies Guttmann-Kulm in dankenswerter Ausführung darauf hin, daß die Gelegenheit, auf die jugendlichen Gemüter in religiössittlicher Beziehung günstig einzuwirken, beim Barmizwah-Unterricht sich trefflich biete und bestens verwertet werden müsse. Dem stimmte die Versammlung zu. Guttmann-.Kulm sowie Rosenthal-Pr Stargard wurden ersucht, für die nächste Tagung diejenigen religiös - sittlichen Lehren, mit denen die Knaben beim Barmizwah - Unterricht vertraut zu machen sind, zusammenzustellen. — Auch an wissenschaftlicher Anregung fehlte es nicht. Silberstein - Elbing gab eine eingehende, interessante Darstellung von Boeck, das Wesen des Judentums. Pick - Strasburg sprach über Eschelbacher, das Judentum und das Wesen des Christentums. Rosenthal-Pr. Stargard hielt einen sehr fesselnden Vortrag über Raschis Eigenart als Kommentator. Frankfurt a. M. Lemaan Zion. Siebzehnter Bericht. Wie seit Jahren hat der Verein sich auch im Jahre 1904 in sehr ausgiebiger Weise mit der Fürsorge für unsre kranken Glaubensgenossen in Jerusalem besaßt. Diese Tätigkeit war um so ersprießlicher, als das verflossene Jahr mancherlei epidemische Krankheiten in das heilige Land brachte; namentlich richteten Masern und Scharlach große Verheerungen an. In den Sprechstunden wurden 30 096 Patienten behandelt (gegen 2'. 698 im Vorjahr); I hiervon litten au Augenkrankheiteil io 360 (7524), wovon 1751 einem Spezialisten überwiesen wurden. Die Zahl der von den Vereinsärzten gemachten Krankenbesuche war 8343 (6163). 15 505 O

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