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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1905-05-19 · 20 (19.5.1905) · p. Seite 278

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
Israelitische Wochenschrift
Issue
20 (19.5.1905)
Date
1905-05-19
Page
Seite 278 (sequence 15)
Language
German
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Seite 278. Israelitische Wochenschrift. Nr. 20. Jugenderziehung und Jugendfürsorge auch fernerhin zur Seite stehen werden ..." . . . Aber weit über den Rahmen Ihrer Gemeinde haben Sie die Gesamtgeschichte der Juden in Deutschland in dankenswerter Weise durch eindringende nnd erfolgreiche Studien gefördert; durch Ihre belebenden und belehrenden Vorträge haben Sie in weiten Kreisen das Leben, die Lehre und die Geschichte der Juden im Mittelalter erschlossen und sympathisch gemacht . . . ." Uakanzen Reltgionslehrer, Schächter und Borsänger bis zum 1. September in Lahr (Baden), Gehalt 850 Mk. und 500 Mk. Nebeneinkünfte. Meldungen bis zum 1. Juni an Herrn Bezirks- Rabbiner Dr. M. Rawicz in Offenburg (Baden» Kantor und Schochet in Westhofen i. ©., per 1. Juli Gehalt 1000 Mk. und 4—500 Mk. Nebeneinkommen. Meldungen an den Vorsteher Herrn A. Debre. Erster Kantor, mus. gebildet, mit Qualifikation als Schächter und Befähigung hebr. Unterricht zu erteilen, per 1. September in Ostrowo. Gehalt 2000 Mk. und Nebeneinnahmen. Meldungen an den Synagogen-Vorstand. Schächter und Hilfsvorbeter per 1. Juli 1905 in Königshütte O.-S. Einkommen 1650 Mk. neben freier Wohnung, Heizung und Licht. Offerten an den Synagogen Vorstand. Sem. gebild. Religionslehrer mit guter Stimme baldigst in Hellenthal. Gehalt 1200 Mk. und evtl. Nebeneinkünfte. Bewerbungen an den Vorstand Herrn Hermann Rothschild in Kirchseiffen b. Hellenthal (Eifel). Schochet und Hilssvorbeter per 15. August in Schivelbein. Gehalt 1200 Mk. und freie Wohnung. Meldungen an den Vorstand der Synagogen Gemeinde. Religionslehrer und Borbeter per 1. August in Niederohmen (Oberheffen). Gehalt 800 Mk. Meldungen an den Vorsteher Herrn Stern. Kantor, Schächter und Religionslehrer per 1. Juli in Moschin. Gehalt 1100 Mk. und Nebeneinkommen. Offerten an den Vorsteher Herrn Michaelis Loewy. Sem. geb. Religionslehrer, Kantor und Schochet in Hungen (Oberhessen). Gehalt 1200 Mk. und ca. 400 Mk. Nebeneinnahmen. Meldungen an den Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde. Feuilleton. Die Trau des Ucruriciltcn. Historische Erzählung (nach Julio Venturo). Von Mathilde Schmidt. (Fortsetzung.) Rebekka war inzwischen dicht an das Gitter getreten und überflog mit spähenden Blicken den Schloßhof. Zwei Kammerdiener standen mit einigen Musketieren plaudernd und lachend am Eingang des Schlosses, als einer von ihnen, durch die bittenden Geberden der Frauen und die lauten Reden der Wache aufmerksam gemacht, sich langsam dem Tore näherte. „Was wollen diese Frauen?" fragte er die Wache. „Sie wollen die Senora Rosa sprechen oder ihr einen Brief zustellen lassen", erwiderte der Hellebardier, indem er auf ein kleines Papier in Rebekkas Hand deutete, das diese für den Fall mitgenommen hatte, daß sie die Tochter nicht in ihrem Zimmer antreffen würde, und welches sie nun dem Kammeroieuer mit bittender Gebärde hinhielt. „Glicht möglich, Senora", sagte dieser abwehrend. „Täglich lomnten unendlich viele Bettelbriefe von allen Seiten an die Königin, und dieser da wird auch wohl nichts anders sein." „Ihr irrt, Senor", erwiderte Rebekka schnell, „ich bin Rosas Mlitter und möchte gern eine Antwort hieratlf von meiner Tochter haben." „Wenn dem wirklich so ist, dann gebt nur her", sagte, der Kammerdiener mit größter Bereitwilligkeit, „der schönen Rosa tut man schon gern einen Gefallen. Wartet nur einen Augenblick." Er verschwand mit dem Schreiben im Schloß, kehrte aber nach kurzer Zeit zurück und flüsterte, um von der Wache nicht verstanden zu werden, Rebekka eilig durch das Gitter zu: „Geht rechts um die Mauer herum, Senora, bis ihr zu einer vergitterten Fensteröffnung am Garten kommt, dort wartet; aber macht es nicht auffällig, jeder Verkehr mit der Stadt ist verboten." Die Frauen folgten eilig der Weisung von Rosas Verehrer und hatten auch nicht lange gewartet, als sie Schritte an der andern Seite der Mauer hörten und bald darauf Rosas Gesicht durch das Gitter spähen sahen. „Du hier, Mutter, und Donna Esther? Um Himmels willen, was ist geschehen?" fragte sie erregt. Rebekka teilte ihrer Tochter die letzten Ereignisse mit und die Hoffnung, die sie an die Königin durch Rosas Vermittlung geknüpft hatten. Esther, deren Hand Rosa mit Küssen und Tränen des Mitleids bedeckte, lehnte erschöpft an der Gartenmauer, und nur ihre bittenden Augen flehten um Hilfe und um Eile. „Zur Königin kann Donna Esther nicht gelangen, da die Angst vor der Pest am Hofe zu groß ist", sagte Rosa, „aber gebt mir das Gnadengesuch, ich will versuchen, es zu übermitteln; denn in zehn Minuten werde ich die Königin für einen Gang in den Garten ankleiden; ich muß eilen, daß ich nicht zu spät komme. Wartet hier, ich komme, so bald ich kann, wieder." Damit eilte Rosa dem Schloß zu und ließ Esther und Rebekka in Angst und Erwartung zurück. Die Sonne hatte längst den Höhepunkt überschritten und malte mit ihren schrägen Strahlen schon lange Schatten auf das Feld, das an den königlichen Garten stieß und auf dem die Frühlingsblumen in voller Blüte standen, während aus den hochragenden Bäumen des Gartens der liebliche Gesang der Nachtigall ertönte. Obgleich Esther nichts von alledem sah und hörte, so machte doch die Stille einen beruhigenden Eindruck auf sie. Rebekka hatte sich auf den blühenden Rasen gesetzt und Esther veranlaßt, das Gleiche zu tun. Langsam schlichen die Minuten in banger Erwartung dahin. Endlich wurden sie durch Rosas leisen Anruf aufgeschreckt. Diese hatte sich behutsam durch die Gebüsche herangeschlichen; denn die Königin befand sich mit ihren Damen und Kavalieren ebenfalls im Garten und sie fürchtete von diesen gesehen zu werden. Aus Rosas freudig erregtem Gesicht leuchtete eine Hoffnung, die sich auch den andern beiden Frauen wie lindernder Balsam ns wunde Herz ergoß. i „Die Königin", sagte sie eilig, „hat mich sofort gefragt warum ich geweint hätte; sie ist so gut und freundlich und hat immer Teilnahme für ihre Umgebung. Ich mußte ihr alles erzählen und habe ihr das Gnadengesuch überreicht, das sie aufmerksam durchgelesen hat. Sie war tief gerührt und gelobte ihre Fürsprache beim König; denn sie allein kann nichts dabei tun. Wir kehren heute Abend noch nach Santarem zurück, wo auch der König, von Aviz kommend, erwartet wird. Gebe Gott, daß es nicht zu spät sei. Wenn es mir möglich ist, sende ich Euch Nachricht, sobald der König angekommen ist, alsdann könnt Ihr sicher auf Begnadigung rechnen. Man hat ja auch seine Freunde", setzte sie mit fröhlichem Lachen hinzu.

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