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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1905-01-01 · No. 4. (1905) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
29 (1905)
Issue
No. 4. (1905)
Date
1905-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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No. 4.— 905ן. Jüdisches Jahrg. XXIX. Zur Beleuchtung ,,aller Judentum und Juden betreffenden litterarischen Erscheinungen auf dem Gebiete der Philosophie, Geschichte, Ethnographie, Theologie, Orientalia, Exegese, Homiletik, Liturgik und Pädagogik. Begründet von Rabbiner Dr. M. Rahmer. Verantwortlicher Redakteur: Rabb. Dr. L. A. Rosenthal in Preußisch Stargard. Verlag und Expedition; Arthur Scholem, Berlin C., Roß-Straße 3. Bücher der einschlägigen Litteratur, deren Besprechung in diesem Blatte gewünscht wird, sowie Briefe und Manuskripte sind an die Redaktion, Inserate u. Beilagen an die Expodition franco einzusenden. Rahmer’s ״Jüdisches Litteratur - Blatt“ erscheint monatlich zwei Mal und kostet bei allen Buchhandlungen (oder bei direktem Bezüge durch Arthur Scholem, Berlin, Roßstr. 3) vierteljährlich eine Mark. — Die Abonnenten der in demselben Verlage erscheinenden ,,Israelitischen Wochenschrift“, welche hei allen Postanstalten und Buchhandlungen vierteljährlich 3.— M. kostet, erhalten das ״Jüdische Litteratur-Blatt“ als Gratis-Beilago. — Inserate werden mit 20 Pfg. die viergespaltene Zeile berechnet und sind an die Expedition in Berlin zu senden. Abdruck einzelner Artikel nur mit der Angabe: ,,Aus Rahmer’s JUd. Litteratur-Blatt11 gestattet. Habakuk—Nahum—Joel. Ein Vergleich. Von Rabbiner Dr. L. A. Rosenthal in Preußisch Stargard. (Fortsetzung.) Ein echtes Maschal ist 2 9 לשום במרום קנו, worunter das Felsennest,f die Felsburg (wie Obadja 4) verstanden wird. Der Eroberer will immer höher hinaus, um den Angriffen für die Zukunft zu entgehen — aber וחוטא נפשך \,Du hast dich verrechnet“ (= אני ושלמה בני חטאים Reg. I: 1). Und nun kommt das nach meiner Ansicht herrlichste Gleichnis aus dem Buche (2 בי אבן מקירכר (״ Stein und Balkenwerk jenes Felsennestes rufen selbst הוי בינה עיר ברמים, welchen Zusammenhang schon LXX mit «p&s^exai au־a (״das Folgende“) andeutet. Die vom Chaldäer aus allen Enden zusammengeschleppten Bestandteile seines Staatsbaues sind nur lose gefügt, gehören also nicht zu einander und rufen das selbst aus, indem die eroberten Provinzen wiederum auseinanderstreben. Ein weitere! Maschal ist das vom Taumeltranke (2!5), der auch Babel gereicht werden werden wird (ähnlich Nahum 3 ״) Was 6—9 im allgemeinen angekündigt wird, begründet sich durch die nachfolgenden Stellen nun noch mehr, indem gerade durch dieselben Mittel, durch die der Chaldäer seine Macht verewigen will, sein Sturz beschleunigt wird, ganz gegen die Befürchtungen des Propheten. Und da Habakuk auch die dauernde Begründung des Götzentums von diesem Reiche der Gewalt erwartet, so wäre das zweite Kapitel lückenhaft, wenn* (!8—80) nicht auch dieser Einwand beseitigt würde. Der Sturz der Mächtigen wird genugsam die Ohnmacht seiner Götzen zeigen. Dem denkenden Menschen bieten gerade diese Sätze von 29 ab weit tiefere Gedanken, als 24 6. 212 14 hat Habakuk mit anderen Prophetenbüchern gemeinsam — da dachte man sofort an die Nachdichterei der Späteren. Vor allem sind diese Sätze nach oben angegebenem Zusammenhang etwas hier sehr Notwendiges. Die Aehnlichkeit mit Micha310 beruht wohl nur auf gemeinsamer Benutzung einer volkstümlichen Redensart, 23 findet sich Jeremia 5 58. Nun ist aber gerade das Prophetenbuch des Jeremia so reich an Entlehnungen aus anderen biblischen Büchern, daß es kein Wunder ist, wenn es mit unserem Habakuk etwas gemeinsam hat, ohne daß einer dieser Propheten die Quelle zu sein braucht. Und 214 sieht sogar ursprünglicher aus, als Jesaia 1!0 (man vergleiche das ל in לים מעסים mit dem kräftigeren יכסו על ים), so daß wir auch hier vor einem von Beiden benutzten Satze zu stehen scheinen. In Liedern, die man dem Volke in den Mund legte, wie unser Maschal, war man gewohnt, wichtige Wahrheiten gerade an allbekannte Ausspräche zu knüpfen, weshalb auch 219 mit einem solchen Anklange an Zeph. 17 schließt. Bedenkt man, daß auch Micha und Jesaia Stellen gemeinsam haben, so werden gerade diese angeblich entlehnten 1 Sätze gewiß nicht die Veranlassung sein, diesen ganzen Teil aus der Verbindung mit 12 9 herauszureißen. 217b ist eine in einem Liede sehr begreifliehe strophische Anknüpfung an 28, demnach, wie viele Psalmen- und Prophetenstellen beweisen, keine Entlehnung. Kommen wir zum dritten Kapitel, so wird dies Stück durch die Ueberschrift aus dem Vergleiche mit dem Vorausgehenden völlig herausgerückt. Ein Psalm ist keine prophetische Rede, wendet sich nicht an Zuhörer oder Leser 2,2) למען ירוץ קורא בו), sondern zeigt uns den Dichter, der in der Einsamkeit, seinen Gefühlen überlassen, sich an die offenbarende Gottheit wendet. Ist der Prophet durch das zweite Kapitel auch als Vertreter Gottes und des Glaubens zufriedengestellt, indem er die Zukunft dieser hohen Güter trotz aller Kämpfe und durch dieselben gewahrt sieht, so bebt sein menschliches Gefühl, wie schon im ersten Kapitel, doch vor dem Schreckenspfade zurück, der zum Guten leiten soll. Darin liegt die innere Notwendigkeit dieses Schlußgesanges. Darum nehmen wir am besten mit Stade gegen Kuenen an, daß dies Stück von vorn herein als Schluß zu Habakuk geplant gewesen. 3«^שמעתי שמעך bezieht sich geradezu auf die Gottesrede des zweiten Kapitels, פעלך חייהו ist mit 1!2 לא נמות zu vergleichen,

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