Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 28 (1904)
- Issue
- No. 19. (1904)
- Date
- 1904-01-01
- Page
- Seite 80 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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80 Prois wegen der geringen Zahl der Abnehmer erhöhen. Das schöne Unternehmen droht einzugehen, wenn die Abnahme nicht wächst. ft■■ < i «ft The american journal of semitic languages and literatures. Volume 20. Number 4. July 1904. Ed.־ König. Die Zeichen der Kritiker des Altertums. Justus Oelshausen wollte im Pasek (im senkrechten Strich zwischen den Worten des mass. Textes) ein Zeichen dafür sehen, daß Bemerkungen vom Rande in den Text geraten seien, v. Ortenburg und Prätorius schlossen sich dem an und James Kennedy und Hubert Grimme haben diese Annähme weitgehend ausgebildet. König erinnert nun daran, daß z. B. das Metheg auch ein senkrechter Strich, aber zum Schutz der Nebensilben sei, also der Aussprache diene. Beim Samaritaner begleitet ein senkrechter Strich die beiden Schluß punkte der Sätze. Auch in anderen semitischen Sprachen dient der Strich der Trennung, פסק selbst, der Name jenes streitigen Striches, deutet auf Trennung hin. Die altjüdischen Grammatiker geben die verscbiedenen Gründe für eine solche Trennung an. Wenn sich nun der Strich nicht immer in der von ihnen angegebenen Weise erklären läßt, so liegt das darin, daß er, wie König meint, nicht immer folgerichtig gesetzt worden ist. Er weist nun den obigen Forschern gegenüber an der Genesis nach, daß lediglich phonetische und hermeneutische Gesichtspunkte zur Erklärung des Pasek ausreichen und man anderer Deutungen nicht bedarf. Außerdem prüft er die Gründe derselben und findet, daß nichts Veranlassung bietet, sich ihnen anzuschließen. Im großen und ganzen bleibt es also bei der alten Erklärung des Metheg als eines Trennungszeichens, das das Verschwimmen gleicher End- und Anfangssilben ineinander verhindern, dem zu schnellen Zusammenlesen zu trennender Wörter entgegentreten soll u. a. m. Wiederum eine bedeutende Leistung und ein Beweis, um wieviel sicherer die emsige Erforschung des Einzelnen k\t, als ^das Aufstellen von Vermutungen, die solcher Grundlagen entbehren. Predigtumrisse. Traurede. Abschnitt נךן: Arche, Bild der Häuslichkeit, wo Ruhe und Sicherheit in den Wogen des Lebens, dessen Spiegelbild Flut; Ansteigen und Fallen derselben — Wechsel der Verhältnisse. Aussenden der Vögel — dauernde Hoffnung. Taube mit dem Oelblatt, Anzeichen nahender Besiegung der Lebenshindernisse. Später Arche oben ragend auf dem Ararat, sichtbar — also schönstes Ergebnis der Ehe, Erhebung und Sicherung der Seinen, Ehre und Achtung. Doch nicht vergesse man Noa’s Dank- Opfer — Religion, Stütze und Sicherung des Glückes. Leichenrede. Nach Stürmen Regenbogen auf dem Hintergründe dunkler Wolken, von Sonne bestrahlt — also das Ende des Lebens, das im Strahle des Gottesglaubens Hoffnung und Friede bringt. Regenbogen beginnt auf der Erde, steigt zum Himmel, senkt sich auf anderer Seite zur Erde nieder; das Leben diene der Erde, es schwinge sich durch edles Wirken zu Gott empor, lasse aber seine heilsamen Einflüsse auf der Erde im Gedächtnis der Menschen zurück. Briefkasten. —o. Weshalb ich die Gnosis von Schmitt (Eugen Diederichs Verlag, Leipzig) trotz aller Mängel ein anregendes Werk nenne? Weil es ein solches ist und weil man eine unbedeutende Schrift überhaupt nicht eingehend bespricht. Für das Litteraturblatt können nur die Beziehungen zum Judentum und zur Wissenschaft des Judentums hervorgekehrt werden. Da galt es entschieden Stellung zu nehmen. Gegen alles Jüdische ist Schmitt voreingenommen. So preist er das Hereinziehen der Weisheit in Sirach 24, ohne zu bedenken oder zu wissen, daß Sprüche 8,9 ganz Aehnliches enthält, Das Nachbiblische scheint seinem Herzen schon näher zu stehen. Aber es müssen gewisse Abschnitte des Buches als besser hervorgehoben werden. So ist Brudesanes, Clemens von Alexandrien, z. T. Manichäismus gut und klar behandelt. Merkwürdiger Weise gelingen dem Verfasser die Stoffe am besten, die keine reine Gnosis enthalten; das zeigt besonders Bardesanes. Er gehört dieser Erdenwclt an, weil er, was von jeher anerkannt worden, Schöpfung und Menschenfreiheit (letztere im Kampfe und Siege über die Einflüsse der Außenweit) anerkennt. Hier ist die Weltflucht überwunden, und der Inhalt wird durch die Rücksichtnahme auf die Einzelheiten der Welt und des Daseins reicher. Je Bestimmteres die Vorlagen bieten, desto weniger kann Schmitt in den erregten Seherton verfallen. Also nochmals — die Schmitt’sche Gnosis hat große Mängel, aber auch ihre Vorzüge. Mag Verfasser dazu bald gelangen, sie in dem in voriger Nummer erwähnten Sinne umzuarbeiten. Nur erwarte man von uns kein unbedingtes Aburteilen, kein grundloses Verhimmeln! Dr. K., Bdp. Die Besprechung über Landau’s Krochmal ist in jener Nummer zu ende; die Fortsetzung brachte eine andere Anzeige, durch den Rahmen der Ruudschau mit jener verbunden. Das zweite Heft ist noch nicht erschienen, daher konnte nichts weiter besprochen werden. M. S. in B. Als anregend zur Behandlung der biblischen Geschichte kann ich Ihnen ״die Erziehungskunst der Bibel, zwei Vorträge von Prof. Dr. Adolf Schwarz“, Wien, Alexander Hirsch, angelegentlichst empfehlen. Die andere Schrift heißt: ״Die Babelbibelfrage und die wissenschaftliche Methode. Zugleich Kritik von Delitzschs dritter Babelbibelschrift von Prof. Ed. König.” Runge, Gr.-Lichterfelde-Berlin. Preis 70 Pf. Dr. J. G. Sie haben recht. In Ihrem Artikel ״Das Achtzehnergebet“ etc. S. 71, Sp. 2, Zeile 32, muß es statt ״dem Geiste nicht identisch“ heißen: ״dem Geiste nach identisch“. Was den Artikel anbelangt (nicht den Druckfehler) rufe ich: vivat sequens! Aber bald. Eingegangen: Antiquariatskatalog No. 80 von M. & H. Schaper, Hannover Jüdische Geschichte und Literatur, Orientalia. Homiletische Literatur IX (der Bibliotheca hebraica und Judaica), zugleich Katalog von M. W. Kaufmann, Leipzig. (Predigten, Vorträge, Agenden, Bibelexegese, Midraschim.) J. Kauffmann, Frankfurt a. M., Lagerkatalog No. 51, Predigten und Vorträge. J. Kauffmann, Frankfurt a. M., Verzeichnis No. 52, Antiquarische Predigten. Katalog 12. M. Poppelauer. Predigten und Vorträge. Von Di*. L. A. Rosenthal Rabbiner zu Preußisch Stargard 1. Teil: Die Ordnung Seraim. Erste Hälfte: Von Berakhot bis Schebiit. - Preis 5 Mk. - Ueber den Zusammenhang der Mischna, 2 Teile, ä 2,50 Mk. Von der Zunzsüftung und Königswartersdftung unterstützt. Carl Trübner’s Verlag, Straßburg. Inhalt der Nummer 19. Wissenschaftliche Aufsätze: Wissenschaftliche Arbeiten. — Habakuk — Nahum—Joel. Von Rabbiner Dr. L. A. Rosenthal. — Litteraturbericht. Recensionen: M. Grünwald, Hamburgs deutsche Juden bis zur Auflösung der Dreigemeinden 1811. — Prof. Krüger & Köhler, Bibliographie der theologischen Literatur für das Jahr 1903. — Mitteilungen. — Predigtumrisse. — Briefkasten. — Eingegangen. Verantwortlicher Redakteur: Rabbiner Dr. L. A. Rosenthal in Preußisch Stargard. Druck von Arthur Scholem, Berlin. 483500