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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1904-07-01 · 27 (1.7.1904) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
Israelitische Wochenschrift
Issue
27 (1.7.1904)
Date
1904-07-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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ZkiWist für die Gefamtintereffen des Judentums. Webst dem WeiStcrlt: Iüöifcbes ^xiievatixxHatt Derantw. Redakt.: ZR. A. Rlausner, Lettin WTanenzienstr. 19a. Telephon: Amt IX, Ar. 5567. Vertag: Arthur Schalem Berlin C., Roßstraße 3. Telephon: Amt l, Ar. 5729. Post-Zeitungsliste Ar. 3934. Bezugspreis vierteljährlich: Deutschland u. Oesterreich-Ungarn 3,00 MK alle anderen Länder 3,50 Mk. Nr. 27 Berlin, n. Äuli ^90^. 3at>r0anci XIII. Erscheint an jedem Freitag, das jüdische Litteraturblatt monatlich zweimal. Zu beziehen durch die Post oder unsere Expedition: Berlin C. 19, Roß-Straße 3. Anreigen für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 3t» Pf* Bei Wiederholungen Preisermäßigung. Alle Annoncen-Expeditionen sowie unsere Expedition nehmen Anzeigen entgegen. Für die Redaktion bestimmte Mitteilungen erbitte ich an die Adresse: Berlin W., Tauenzienstr. N»a. M. A. Klausner. Die heutige Nummer enthält das Jüdische Litteraturblatt Nr. 13. Inhalt. Artikel: Der Aufenthalt Israels in Egypten. Von M. A. Klausner. — Sprechsaal: Ein Kurhospital in Salzbrunn. Von Sarasohn. — Der jüdische Student und das jüdische Vereinsleben. Von Salkinowitz. — Politik: Der gerechte Staat. — Trauriges Geschick. — Russische Fortschritte. — Zionistisch-Ostafrika. — Wochenchronik: Wochenkalender. — Berlin: Repräsentantensitzung. — Verband der deutschen Juden. — Generalversammlung des Vereins „Esra". — London: Die Juden in Japan. — St. Petersburg: Die Ausdehnung des jüdischen Ansiedelnngsgebiets. — Personal Nachrichten und kleine Mitteilungen. — Vakanzen. — Feuilleton: Ein Frauenleben. Von C. Berg. (Fortsetzung.) Inserate. Der ' Israels in Egypten. Motto: Jahre lang schon bedien ich mich meiner Nase zum Riechen; Hab ich denn wirklich an sie auch ein erweisliches Recht? Wilhelm Spiegelberg, außerordentlicher Professor an der Universität Straßburg, hat eine Broschüre herausgegeben, die „der Aufenthalt Israels in Egypten" betitelt, mit 12 Abbildungen geschmückt und bei Schlesier und Schweckhardt in Straßburg erschienen ist. Der Verfasser geht im Vorwort davon aus, daß die moderne Bibelkritik „bekanntlich nachgewiesen" habe, die fünf Bücher Moses, wie wir sie heute besitzen, seien nicht von dem Religionsstifter verfaßt, sondern durch das Zusammenarbeiten von vier Hauptquellenschriften entstanden. In diesen vier Urkunden seien die Sagen teils gesammelt, teils verarbeitet worden, in denen das älteste Israel einst wie jedes kulturlose Volk seine Geschichte überliefert habe. Zu diesen Sagen gehöre auch der Aufenthalt Israels in Egypten. Die Spiegelbergsche Schrift ist nun der Aufgabe gewidmet, der sie auf 36 Seiten gerecht zu werden sucht, den historischen Kern jener Sage auszuscheiden und den geschichtlichen Hintergrund der in Rede stehenden Begebenheit im Licht der zeitgenössischen egyptischen und keilschriftlichen Urkunden zu beleuchten. Der Verfasser läßt dabei, wie er sagt, die größte Vorsicht walten, nicht nur der eigenen Kombinationslust, sondern auch den neuesten mythologischen Spekulationen gegenüber. Er hebt ausdrücklich hervor, daß er seine Meinung nicht für die allein richtige halte, und nimmt für seine jetzige Erklärung der Inschrift auf der im Nil-Delta von Flinders Patrie entdeckten und in dessen Auftrag von ihm. Spiegelberg, veröffentlichten Israel-Stele nur Wahrscheinlichkeit in Anspruch, während er die Entscheidung der Frage in erster Linie von weiteren Ausgrabungen abhängig macht. Spiegelberg läßt es in der Tat an der versprochenen Vorsicht nicht fehlen. Er bewährt sich insofern als ein wissenschaftlicher Mann, als er nicht unterläßt, die ihm bekannten Momente aufzuzählen, die nach seiner Kenntnis etwa gegen seine Auffassung gedeutet werden könnten. Daß er in dem Pentateuch kein Buch der Offenbarung sieht, ist selbstverständlich; und fast ebenso selbstverständlich ist es — nach der Uebung seiner Fachgenossen — daß er jedes zusammenhanglose und zufällig ausgegrabene Dokument für beglaubigter und demgemäß für beglaubigender hält als die Bibel. Daraus darf dem Verfasser kein individueller Vorwurf gemacht werden, denn für seine Kreise hat einmal der Umstand, daß etwas Jahrtausende unter Schutt und Moder geruht hat, mehr weihende und heiligende Kraft, als die Wahrnehmung, daß etwas in jahrtausendelangem Geisteskampf sich lebensfähig erwiesen und erhalten hat. Nachdem ich gern rühmend anerkannt habe, was eigentlich bei der Arbeit eines wissenschaftlichen Mannes garnicht fehlen kann, muß ich meinen Bemerkungen zu Spiegelbergs Auseinandersetzungen noch eines vorausschicken: Ich nehme in der Regel als völlig erwiesen und richtig an, was Spiegelberg aus seinem egyptologischen Gebiet sagt. Meine Kritik stützt sich nur auf das Feld, auf dem mir eigene Nachprüfung möglich ist, auf das der Bibel und der Logik. * * Spiegelberg bezeichnet als „feststehend", daß die verschiedenen Quellen des Alten Testaments von dem Aufenthalt 8933

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