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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1904-01-01 · No. 10. (1904) · p. Seite 38

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
28 (1904)
Issue
No. 10. (1904)
Date
1904-01-01
Page
Seite 38 (sequence 2)
Language
German
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מאנוסתו als Hauptsache — und auch nach Blau, wie ich später erhärten werde, spielt das Gedächtnis, also demnach auch der gedächtnismässige Uebergang von Traktat zu Traktat eine große Rolle — wie käme sonst Arajoth dazu, hier so oft erwähnt zu werden? — Sabbat ist der Anfang des Seder Moed, wo wir uns befinden, Chagigah dessen Endpunkt (alles durch mein schwarzes Taschenspielerstäbchen!). Sind die Linien von Seraim, Moed, Naschim hier gezogen, so folgen nun Dinin, nämlich Nesikin, einst mit Dine Mammonoth in Sanh. 1! beginnend (s. Zusarümenhang d. M. I, 48, 50 ff.), Abodoth, das ist die Ordnung vom Tempelgottesdienst Kodoschim; Taharoth und Tumoth, das ist die Ordnung Toharoth. Und in Kidduschin wird sich mit einem Mal an zwei Orten der Mischna eine Hagadah finden, in welcher dies alles ausklingt. Aber Meiloth! Am besten, ich bitte Blau, mir dies eine zu erlassen, denn auf ein Gebiet kommt es doch nicht an? Meiloth kann ja aus uns nicht mehr bekannten Gründen, vielleicht als früherer Schlußpunkt von Kodoschim hierhergekommen sein. Ich klopfe — Tischlein deck’ dich! Wo haben wir noch גופי הלכות? In Aboth! Wo es heißt קינין ופתחי נדה הן הן, גופי הלכות und da hätten wir neben Meiloth in Kinin wirklich den Schlußtraktat von Kodoschim vor uns, — ob nun Niddah nicht in irgend einer Ordnung, wie in der Gemarah, am Anfang von Toharoth hinter Kinin gestanden? Wer mag’s wissen? Wifi Blau das nicht annehmen, so ist Meiloth das einzig Unerklärliche 'והדר׳ תיובתא לחכת• Nicht wahr? Uns wirbeln die Köpfe. Alles die Taschenspielerei. Aber ernsthaft gesprochen: Wie kommt es, daß diese Stellen gerade derartige Gebiete bringen? Sind das alles Zufallslaunen? Dann müßte mir der Zufall sehr günstig und gefällig gewesen sein. Hier haben wir verwandte Mischnareihen, die, einer Quelle angehörig (vielleicht einst eine Einleitung zum Lehrvortrag bildend), dann verteilt worden sind (die Hagadoth der Tosseftha Peah finden sich im Talmud Kidduschin behandelt, die von Kidduschin in Peah — sie waren also zwischen diesen Gebieten beweglich), die uns aber vielleicht aus der Zeit her, wo man die Reihe der Sedarim und Massechthot auswendig lernen mußte, zur Erleichterung nach irgend einem halachischen Gesichtspunkt (wie איו להם שיעד oder etwas anderes) geordnet, den Seder angeben. Und da haben wir Seraim, Moed, Naschim, Nesikin, Kodoschim, Toharoth, also ein tannaitisches Zeugnis für die mischnische Sederordnung; quod erad demonstrandum. Es gibt noch einige solche Mischnas, die ich a. a. 0. behandeln werde, zumeist am Anfang oder Ende von Sedarim stehend. Entweder Blau nimmt jetzt sein ״?!“ fort oder er findet eine andere Erklärung; aber nach seiner eigenen, von mir noch anzuführenden Auffassung von Schebuoth 1! muß das die einfachste sein, wenn er keinen haarspalterischen Unterschied zwischen unseren beiderseitigen Ansichten findet. Einen starken Hieb hat mir Blau versetzt, von dem ich mich nicht erholen kann. Er betrifft nur ein י. Aber stieg das Jod nicht nach Waerah Rabbah zum Himmel und bewirkte den Sturz des salomonischen Throns? ״Da er aber“, sagt Blau, ״für seine eigenen Schnitzer mich verantwortlich zu machen Geneigtheit zeigt“ (wo ist das geschehen?), ״bemerke ich, daß das erste Wort der Mischna nicht Meemathi gelesen wird“. Das ist wahr. Was ist nun ein Rhetor, der den ersten Buchstaben seiner Kunst, der Rhetorik, nicht aussprechen kann? Ein Forscher über Quellenscheidung der Mischna, der das erste Wort derselben nicht lesen kann! Der Hieb war gut, und darin liegt Humor. Nun, das kommt daher, daß die Talmudisten, die viel lernen, wenn sie wissenschaftlich auftreten, jedes Wort erst umforaien müssen, um es hoffähig zu machen. Aus Bismedrisch wird Bethammidrasch, aus bifreßje wird beparhasia, aus dem Schach wird Sabbathai Kohen und aus meeimessi wird meemathai. Gerade dem stets Arbeitenden kann das entgehen. ״Wer vom Andern auch nur einen Buchstaben lernt, muß ihn seinen Lehrer nennen.“ Schade nur, daß er fortfährt: ״Daß also das erste Wort der Mischna nicht Meemathi gelesen wird, und daß diese gewöhnliche Fragepartikel nichts Charakteristisches in sich hat und es sonderbar anmutet, wenn S. 113 von ״Meemathimischnas gesprochen wird.“ Was heißt das? Jedes Wort, jede Wendung, auch die einfachste, wird in dem Augenblicke charakteristisch, in welchem der Forscher sie zum zweitenmale in eigentümlicher Verknüpfung findet. Lese er, was ich in guter Voraussicht (wie ein gewiegter Taschenspieler) S. 7 über כיצר sage, und was gibt es Einfacheres als ׳־כיצד Und doch kommt es darauf an, ob כיצד am Anfang oder Schluß eines Satzes, ob es als einzelnes Wort erscheint. Die von mir als zusammenhängende Reihe (oder aus einer Quelle stammenden geordneten Meemathaimischnafragen lauten: ״Von wann an liest man das Schema des Abends des Morgens? (Ber. 1 2 ינ). Von wann an ist allen Menschen Leket erlaubt? Von wann an sind allen Menschen Peret und Oleloth erlaubt? Von wann an sind allen Menschen die Oelbeeren erlaubt? (Peah 8).“ In Demai und Kilaim fehlen diese Sätze, wie die von Blau bezweifelten Reime! In Schebiith, dem einst mit Peah zusammenhängenden, kehren sie mit jenen wieder. ,,Bis wann pflügt man das Baumfeld? Scheb. 1! Bis wann pflügt man ein Getreidefeld? 2! ״Von wann an bringt man Dünger auf die Düngerstätte? 47 Von wann an ißt man Baumfrüchte im siebenten Jahre? (47—9> wie Anfang Maasseroth, drei derartige Sätze unter obiger Einleitung in einen zusammengezogen). 410 Von wann an haut man im 7. Jahre keine Bäume ab? (Wiederum 3 Sätze in einem zusammengezogen). 11 Von wann an kauft man die Wolfsbohne nach Ausgang des 7. Jahres? (5 5) Von wann an kauft man Kraut nach Ausgang des 7. Jahres? (6 4) (Man beachte trotz der räumlichen Entfernung, wie auch schon oben, diese gleichen Reihen.) 97 Bis wann gehen die Armen in die Gärten? (s. 0. Peah!) Von wann an benutzt und verbrennt man Stoppeln und Stroh des siebenten Jahres? (Zwei Sätze vereint.) Mit einemmal kommen wir nach Sukkah 22• Von

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