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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1904-05-06 · 19 (6.5.1904) · p. Seite 267

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
Israelitische Wochenschrift
Issue
19 (6.5.1904)
Date
1904-05-06
Page
Seite 267 (sequence 15)
Language
German
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Nr. 19. Israelitische Wochenschrift. Seite 267. Mertitt) 1. Mai. (Sitzung der Repräsentanten.) Vor Eintritt in die Tagesordnung kommt eine Interpellation des Herrn Aron Hirsch zur Besprechung, warum die am 24. April abgehaltene Versammlung zur Begründung eines „Verbandes deutscher Juden" nicht vom Gemeindevorstand begrüßt worden ist, und warum von den dem Vorstand zur Verfügung gestellten 20 Plätzen nur fünf in Anspruch genommen worden sind. Herr Hirsch begründet seine Interpellation mit der außerordentlichen Wichtigkeit dieses Zusammenschlusses, zu dessen Vorbereitung die hervorragendsten jüdischen Notabeln aus allen Gauen Deutschlands herbeigeeilt seien. Herr Geheimrat Blumenthal schließt sich dem an, feiert die, Zusammenkunft „als ein Ereignis, wie wir es seit 2000 Jahren nicht erlebt", und bedauert ebensowohl die unterbliebene Begrüßung „der Creme der Judenheit" seitens des Vorstandes, wie auch die Uebergehung der Repräsentanten bei der Verteilung der zur Verfügung gestellten Plätze. Herr Martin Simon erwidert im Namen des Vorstandes, daß es sich ja nicht um einen „deutschen Judentag" gehandelt habe, wogegen sich die Veranstalter der Versammlung wohl selbst verwahren würden, sondern nur um vorbereitende Schritte und Abfassung eines Statuts für den „Verband deutscher Juden". Daher habe der Vorstand geglaubt, sich noch abwartend verhalten zu sollen, um erst zu sehen, ob sich die Berliner Gemeinde dem zu entwerfenden Statut gemäß an den Arbeiten würde beteiligen können. Es sei daher weiter nichts geschehen, als in Uebereinstimmung mit dem Vorsitzenden der Repräsentanz der Saal zur Verfügung gestellt worden; während es für bedenklich erachtet werden mußte, eine Begrüßung stattfinden zu lassen, ehe man wußte, ob nicht etwa Beschlüsse gefaßt werden würden, mit denen man sich nicht identifizieren könnte. Mit dem nochmaligen Bedauern des Herrn Blumenthal, daß die Plätze nicht den Repräsentanten angeboten worden wären, die sich eventuell berufen gefühlt hätten teilzunehmen, endet die Besprechung. — Eine Zuwendung von 50 0O0 M. an die Alterversorgungsanstalt seitens der Eheleute Julius und Betty Joelsohn wird ohne Debatte genehmigt. Dann folgt eine Reihe von Subventionsbewilligungen: 2000 M. an den Religionsverein Beth Zion mit der Bedingung, daß eine Verbesserung der Lehrerbesoldung erfolge, 2000 M. für den Religionsverein der Lippmann Tauß-Synagoge, 800 M. für den Verein für jüdische Geschichte und Literatur, der seine Fortbildungskurse ausdehnen und seine Vorträge in verschiedenen Stadtteilen Berlins dezentralisieren will; 300 M. für das jüdische Kinderheim hier und 800 M. für das jüdische Kurhospital in Kolberg. — Nachdem noch die vom Ausschuß 3 entworfenen Satzungen der Kommission fürdiemusikalischen und festgottesdienstlichen Angelegenheiten angenommen worden, wird die öffentliche Sitzung geschlossen. Merlin,2.Mai. (Sechzigster Geburtstag.) Am Freitag, 29. April, vollendete Herr Rabbiner Prof. Dr. Maybaum das 60. Lebensjahr. Telegramme und Briefe, die ihn herzlichst beglückwünschten, erinnerten ihn an den bedeutungsvollen Lebensabschnitt, der ihm die Würde des Alters verleiht, ohne ihn zum Verzicht auf die Betätigung seiner Rüstigkeit einzuladen. Die Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums hatte eine besondere Feier für ihren ältesten Dozenten vorbereitet, der ahnungslos an jenem Tag zum Unterricht gekommen war. Herr Dr. Eschelbacher jr., der Sohn unseres Rabbiners, wußte am Schluß seines Predigtvortrags sehr geschickt auf den Tag Bezug zu nehmen und namens der Kommilitonen deren Glückwünschen herzlichen Ausdruck zu geben. Zugleich wurde dem erfreuten Jubilar ein Album überreicht, das die Bilder der Dozenten, der früheren und der jetzigen Schüler der Anstalt in sich vereinigt. Merlin, 1. Mai. (Verein jüdischer Lehrer der Provinz Brandenburg.) Am Donnerstag den 12. Maid. I. 11 Uhr vormittags findet hier im Gemeindehaus, Oranienburgerstr. 29 pt., die Generalversammlung des Vereins jüdischer Lehrer der Provinz Brandenburg statt. Auf der Tagesordnung steht der Bericht des Vorstands, die Rechnungslegung des Schatzmeisters, die Wahl des Vorstands, das Verbandsthema („Welche Gebiete aus der nachbiblischen Geschichte sind für die verschiedenen Schulgattungen vornehmlich auszuwählen?" Referent: Kollege Hirschfeld-Berlin), Antrag des Verbandsvorstands auf Aenderung der Verbandsstatuten (Referent: Kollege Dr. Fiegel), Anträge von Mitgliedern, Bestimmung über Ort und Zeit der nächsten Versammlung. Gäste sind herzlich willkommen! Königsberg i. Mr, 2. Mai. (Jubiläum.) Herr Oberkantor Birnbaum wurde am Samstag in der Synagoge durch eine Predigtansprache des Herrn Rabbiners Dr. Vogelstein ausgezeichnet. Am Sonntag mittag brachten in der Wohnung des Jubilars die Vertreter der Synagogengemeinde, zahlreicher Vereinigungen und sonstige Freunde ihre Glückwünsche dar. Nachdem der Synagogenchor unter Leitung des Herrn Badrian die Feier mit einem Lied eingeleitet hatte, nahm Herr Rechtsanwalt Holz das Wort. Namens der beiden Gemeindekollegien und namens der Gesamtgemeinde begrüßte er den Jubilar, der bei Alt und Jung, bei Arm und Reich gleich geachtet sei. Mit Stolz höre man ihn von seinen Kollegen den ersten Kantor Deutschlands nennen. Manche weihevolle Stunde habe er der Gemeinde bereitet, die darum auch an dem heutigen Tag sich bewogen fühle, eine Ehrengabe dem Jubilar zu überreichen. Namens der Repräsentantenversammlung sprach Herr- Hartwig Lazar, indem er die Gestaltungskraft des Jubilars rühmte, während Herr Rabbiner Dr. Vogelstein die Verdienste des Gefeierten um die Liturgik hervorhob. Er überreichte ihm als persönliche Gabe das von ihm selbst und Rüger verfaßte Werk „die Geschichte der Juden in Rom". Herr Rabbiner Dr. Perles brachte im Namen des ganzen Lehrer- und Beamtenkörpers einen silbernen Pokal dar. Herr Waisenhausinspektor Peritz überreichte namens des Vereins jüdischer Religionslehrer Ostpreußens eine silberne Seder-Schüssel, und Herr Professor Dr. Saalschütz für den „Verein für jüdische Geschichte und Literatur" eine Adresse. Herr Max Arendt sprach für den „Verein für Krankenpflege und Beerdigung", der ebenfalls einen silbernen Pokal gestiftet hatte, Herr Direktor Kühns für den „österreichisch-ungarischen Hilfsverein", Herr Badrian für den Synagogenchor, der ein Gruppenbild überreichen ließ. Die Glückwünsche der ehemaligen Schüler und auswärtigen Kollegen übermittelte Herr Kantor Wolf-Halle, die des „Handwerkervereins" Herr Rentier Kirschner. Für den „Königsberger Sängerverein", dem der Jubilar ebenfalls seit nahezu 25 Jahren angehört und dessen stellvertretender Dirigent er ist, nahm Herr Dr. Hoffheinz das Wort, für die „Musikalische Akademie" Herr Professor Dr. Münster. Auch die Schüler der hiesigen Religionsschule brachten ihren Glückwunsch dar, ferner die alte Synagoge durch Herrn Direktor Grodsensky, und der „Verein jüdischer Studenten". Das letzte Wort sprach Herr Julius Lazar. Mosen, 3. Mai. (Verein jüdischer Lehrer der Ostprovinzen.) Am 22. d. M. nachmittags 3 Uhr beginnen hierin Keilers Hotel die Beratungen des Vereins jüdischer Lehrer der Ostprovinzen. Auf der Tagesordnung steht nach der Rechnungslegung der Vortrag von Schweitzer-Glogau und Cohn- Lissa über das Verbandsthema, der Vortrag von Kadisch-Gollub über „Unser Schul-Lesebuch", der Vortrag von Flanther-Berlin über „Unsere Jugendschriften", der Antrag Roßkamm-Becker.

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