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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1904-04-22 · 17 (22.4.1904) · p. Seite 240

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
Israelitische Wochenschrift
Issue
17 (22.4.1904)
Date
1904-04-22
Page
Seite 240 (sequence 17)
Language
German
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Seite 240 Israelitische Wochenschrift. Nr. 17. allen in den Ansprachen zum Ausdruck gebrachten Anschauungen anschließen zu können". Herr Martin Simon gibt die auf 1000 bis 1500 M. zu veranschlagenden Kosten zu bedenken und meint, es würde genügen, wenn der im Oktober erscheinende Bericht über die Vorgänge in der Gemeinde in den letzten 3 Jahren sich eingehend damit beschäftige. Die Repräsentanten glauben aber dem Zweck damit nicht genügend zu dienen und nehmen den Antrag mit großer Majorität an. (Wir veröffentlichen die Rede des Herrn Rabbiner Prof. Maybaum in dieser Nummer.) Wertin, 18. April. (Verband der deutschen Juden.) Am Sonntag, 24. d., vormittags 10 Uhr soll hier im Sitzungssaal des Gemeindehauses Oranienburgerstraße 30, die konstituierende Hauptversammlung des Verbandes der deutschen Juden erfolgen. Am Abend zuvor, 8i/2 Uhr, findet in Cassels Hotel, Burgstraße 16, ein zwangloses Beisammensein der Delegierten statt. Werlin,"19.Mpril. (General-Versammlung.) Der Verein Schomer laboker u. Mischan Abelim zur Unterstützung armer Leidtragender hält seine diesjährige General-Versammlung am Dienstag d. 26. April abends 7 Uhr in Cassels Hotel, Burgstr. l6 ab, wozu Mitglieder und Gäste eingeladen sind. Wertin. 17. April. (Siebzigster Geburtstag.) Am 15. d. M. feierte der Rentier^Adols Salomon den siebzigsten Geburtstag. Die^Freunde und Verehrer des auf dem Gebiet wohltätiger Bestrebungen segensreich wirkenden Mannes benutzten diese Gelegenheit, ihm Beweise der Anerkennung und Hochachtung darzubringen. Warienöad, 18. April. (Galizischer Hilfsverein.) Am 27. März d. I. fand hier in Leitners Haus „Zufriedenheit" die statutenmäßige Generalversammlung der Ortsgruppe Marienbad des galizischen Hilfsvereins statt. Der Obmann Herr Advokat Or. jur. Josef Steiner berichtete über die Tätigkeit der Zentrale Wien sowie über die der Ortsgruppe seit ihrem Bestehen (gegründet Dezember 1903), der es gelungen ist, den Mitgliederstand bedeutend zu erhöhen. Die Werbung von neuen Mitgliedern wird als Hauptaufgabe die Ortsgruppe auch weiterhin lebhaft beschäftigen. Obwohl wegen lokaler Verhältnisse Wanderversammlungen in auswärtigen Gemeinden nicht durchzuführen waren, konnten doch einzelne Mitglieder von auswärts gewonnen werden, so aus Dürrmaul, Königswart, Plan und Tepl. Der Bericht des Obmannes wie auch der des Kassierers wurden beifällig zur Kenntnis genommen. Hierauf gelangten folgende Anträge des Vorstandes einstimmig zur Annahme: 1. die C. W. zu ersuchen, in Galizien Dienstbotenschulen zu errichten, deren Zöglinge geeignet sein sollen, auch außerhalb Galiziens Stellungen anzunehmen; 2. den Vorstand durch Beiräte zu verstärken. Bei.^den hierauf erfolgten Wahlen wurde der bisherige Vorstand per Akklamation einstimmig wieder-, ferner für Marienbad 3, für jede auswärtige Gemeinde, die in der Ortsgruppe vertreten ist, je ein Beirat gewählt. Demnach besteht I. der Vorstand aus den Herren Dt\ jur. Josef Steiner, Advokat, Obmann; Emil Baruch, Hotelier, Vorsteher der israelitischen Kultusgemeinde, Obmann-Stellvertreter; Rabb. Dr. Phil. Goldberger,^.Schriftführer; Karl Kohn, Kaufmann, Schriftführer- Stellvertreter; Sigmund Schneider, Kaufmann und Hausbesitzer, Kassierer; Siegfried Fischl, Hausbesitzer, Kassierer-Stellvertreter. II. Beiräte sind: für Marienbad: die Herren Franz Beck, Heinrich Goldmann, Max Stingl; für Dürrmaul: Doktor Sigmund; für Königswart: Wilhelm Löwy; für Plan: Albert Kraus; für Tepl: Siegfried Buxbaum. An den geschäftlichen Teil schloß sich ein Vortrag des Schriftführers Rabbiner Dr. Goldberger über Ziel, Zweck und Mittel des Zionismus, der die Grundzüge der bisher hier wenig gekannten Bewegung in großen Zügen darlegte und reichlichen Beifall erntete. Nachdem der Obmann dem Vortragenden den Dank ausgesprochen, folgte noch ein gemütliches Beisammensein, das die zahlreich anwesenden Männer und Frauen bis zur Mitternachtsstunde vereinte. Die Ortsgruppe Marienbad des Galizischen Hilfsvereins wird im Sommer ihre Werbetätigkeit unter den vielen hier die Kur gebrauchenden Glaubensgenossen fortsetzen. Kßristiania, 13. April. (Theologischer Irrtum — Das h ebräische Grundgesetz.) Die Zeitung „Aftenposten" veröffentlicht in ihrer Nr. 186 nachstehende Einsendung: „Herr Redakteur! Nach einem Referat in Nr. 181 Ihres Blattes hat Herr cand. theol. Thorleif Homme in einem in der Universität gehaltenen Vortrag sich dahin geäußert, daß im Alten Testament von Gott als Vater der Menschen, von den Menschen als Kindern Gottes nicht die Rede sei, auch vor Christi Geburt nicht die Rede sein konnte. Ist das Referat richtig, so ist die Behauptung durchaus unzutreffend. Nicht weniger als 17 Mal wird im Alten Testament von dem Verhältnis zwischen Gott und Menschen als von einem Verhältnis zwischen Vater und Kindern gesprochen. Schon im Pentateuch (2. M. 4, 22) heißt es: „Sage zu Pharo! Also spricht der Ewige: Israel ist mein Sohn, mein Erstgeborner" (vgl. das. V. 23). Ferner 5. M. 14, 1: „Ihr seid die Kinder eures Gottes, des Ewigen". Der Prophet Jesaja sagt (63, 16): „Du, Ewiger, bist unser Vater" (vgl. das. 8, K. 1. 2; 30, 1. 9; 43, 6; 45, 11; 64, 7). Jirmijahu ruft im Namen Gottes (3, 4): „Nennst du mich doch jetzt: mein Vater" (vgl. das. 14, 19. 22; Ezech. 20,21; Apos. 1, 10). Besonders deutlich kommt das Verhältnis bei dem Propheten Maleachi (2, 10) zum Ausdruck: „Haben wir nicht alle einen Vater, hat nicht ein Gott uns erschaffen? warum handeln wir treulos gegeneinander und entweihen den Bund unserer Väter?" Rabbiner Dr. Aschkanaze." — Man sieht, daß man kein Berliner Affyriologie-Professor zu sein braucht, um die Bibel nicht zu kennen. — Vor ungefähr Jahresfrist erwähnten wir, daß der obengenannte Rabbiner Dr. Aschkanaze das norwegische Grundgesetz ins Hebräische übersetzt habe. Die Drucklegung ist jetzt fast beendet. Das Buch wird mit norwegischer und französischer Einleitung demnächst bei A. S. Didrichson erscheinen. Personalnachrichten und kleine Mitteilungen. König Christian von Dänemark hat den ersten Präsidenten der jüdischen Gemeinde zu Kopenhagen, Staatsrat Isidor Glückstadt, zum Geheimen .Staatsrat ernannt. Bei der Gratulationseour zu seinem Geburtstag hat der König persönlich Herrn Glückstadt die Nachricht von seiner Auszeichnung übermittelt. — Die französische Regierung hat den Sanitätsrat Dr. Neubürger in Frankfurt a. M. zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. — Seit einem Monat erscheint in Kalkutta eine jüdische Halbmonatsschrift-, die erste in Indien, unter dem Titel „Die Stimme vom Sinai". — Mr. Andrew Carnegie, der bekannte amerikanische Philanthrop, hat dem Jüdischen Unterrichtsverband" von New Jork 25 000 „Dollars für seinen Dotationsfonds zum Geschenk gemacht. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: M. A. Klausner, für den Inseratenteil: Arthur Scholem in Berlin. Druck und Verlag von Arthur Scholem, Berlin C., Roßstraße 3.

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