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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1904-01-01 · No. 7. (1904) · p. Seite 26

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
28 (1904)
Issue
No. 7. (1904)
Date
1904-01-01
Page
Seite 26 (sequence 2)
Language
German
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26 hat, beweise ich zum Unglück für den Rez. auch, so sonderbar das scheint Schebuoth 1! heißt es: שבועות — שתים שהן ארבע יריעות (הטו׳) שתים שהן ארבע יציאות (הש׳) שתים שהן ארבע מראות (נג׳) שתים שהן ארבע Das sind Merksätze, deren Anfangsbegriffe auf einander reimen und deren Schlußsätze einander gleich sind. Nun finden wir יריעות Schebuoth 2!, יציאות Sabbat 1!, מראות Negaim L. Wie nun, wenn die Anfangsstelle von Schebuoth, welche die Sätze noch vereint hat, verloren gegangen wäre, und ich hätte die einstige Zusammengehörigkeit dieser Stellen behauptet — wie hätte Blau das als ein Hirngespinst behandelt! Zum Glück ist die Urgestalt erhalten geblieben, und ich kann demnach mit doppeltem Recht die Sätze von Demai und Peah als einst vereinigt und in gleicher Weise gereimt festhalten. Und was das Alphabetische anbelangt, so mußte ich z. B. auf Sabbat IX hinweisen (S. 88), wo eine sehr bunte Halachareihe nur durch den Namen Akibas und durch alphabetische Schlagwörter zusammengehalten wird. Die Schlagwörter heißen פולט׳ ש"ו׳ ערוג/ ספינה׳ נדה und führen von נ bis פ (s. a. a. 0. die Verschränkungen der Begriffe, die schließlich bis ת den alphabetischen Zusammenhang zeigen. Ein ganzes Alphabet soll ich aufweisen? Diese Alphabete mit ihrem bunten Inhalt widerstrebten der späteren sachlichen Endung und wurden bis auf sehr wohl erkennbare Reste aufgelöst. Das nennt Blau nichts aufweisen können? Ich darf mich nicht zu sehr ausdehnen, sonst könnte ich unendlich werden. Weit geringere Spuren haben z. B. zur Auffindung des Schlußalphabets im hebräischen Sirach, zur Auffindung des Alphabets im Nahum geführt; die von mir oben gegebenen Reime, die sich sehr vermehren lassen, sind m. E. n. besser, als was die neuere metrische Forschung in der Bibel entdecken will; wenn das alles Zufall sein soll, warum stehen diese rhythmischen Stellen nicht überall? Warum zumeist in Peah und Schebiith (was die ersten fünf Traktate anbelangt)? Weil diese Traktate, wie ich nachgewiesen, einst ein Ganzes ausgemacht haben. Blau hat das alles also nicht gesehen und mich trotzdem als Lieferanten behandelt, der im Schaukästen der Einleitung ruhmredig Herrlichkeiten verspricht, von denen sich nachher nicht die Spur zeigt. Er sagt nämlich nicht, daß das Dargebotene unbrauchbar sei, sondern daß ich nichts davon aufgewiesen. Und nun bitte ich ihn, die oben gegebene feste Kette des Beweises zu durchbrechen. Nach dieser ersten starken Probe peinlicher Genauigkeit, womit Rez. mein Buch gelesen, wäre ich schon mit ihm fertig und könnte als Sieger davongehen, wenn mir nicht die Erörterung selbst wertvoll wäre, ja, wenn ich nicht den lehrreichen Anblick ferner bieten wollte, wie ein selbstgenügsamer Rez. auf seiner Höhe bei jedem Schritt, den er in das zu besprechende Werk hineinwagt, irrt. Ich lasse, wie Blau meint, den Leser vor lauter meist unbewiesenen Hypothesen nicht zu Atem kommen. Als Beispiel führt, er an: ״Den Neemanim, nicht den Chaberim gehört der größte Teil von Demai an“, um zu fragen: ״Wer sind die Neemanim, warum gehört der Traktat ihnen?“ Habe ich das S. 53 und in den vorhergehenden halachischen Darlegungen nicht genügend dargetan? Sieht es nicht aus, als spräche ich in lauter Rätseln? Und muß der Leser, für den doch eine Besprechung eine Einführung in das Buch sein soll, nicht annehmen, den Neemanim gehörte Denai deshalb, weil sie die Ordner des Traktats seien? Nun höre man die Sache im Zusammenhänge: ״Peruschim undChassidim sind verschwunden, Chaberim und Neemanim treten an ihre Stelle; nicht mehr herrschen die Toharoth von Chagigah vor, sondern Therumoth und Maasseroth; den Neemanim, nicht den Chaberim gehört der größte Teil von Demai an“. Wenn Blau nun gefragt hätte, warum ich statt Chaberim nicht Chassidim stehen habe, so wäre er berechtigt gewesen. Aber das ist ihm garnicht in den Sinn gekommen; und wenn, so hat er es höchst unklar ausgedrückt. Solche Kleinigkeiten, die bei genauester Prüfung des Entwurfs einem Schriftsteller entgehen, verbessert der Leser selbst. Ich habe nämlich vorher gezeigt, daß Peah, Demai und Chagigah einst in genauem Zusammenhänge gestanden; ich könnte noch den Traktat Toharoth hinzufügen. Die älteren Halachot, welche zur Zeit der Abfassung des jungen Traktats Demai nicht mehr in Uebung waren, blieben in Chagigah und Toharoth zurück, während die noch üblichen Demaihalachot nach Seraim kamen. Chassidim und Peruschim waren nämlich längst verschwundenmit ihren strengen Reinheitsbestimmungen, es gab nur noch wenige, welche ״Chullin in der Reinheitsstufe der Therumoth oder des Kodesch“ aßen — den Rest des Ueblichen zeigt, sehr gemildert, Demai. Das ist der Sinn obigen Satzes, und das zeigt der Zusammenhang. Wer kann bei Blau auch nur das Geringste davon erkennen? Ist es möglich, daß er nicht drei Zeilen zurückgeblickt hat, daß ihn das nicht veranlaßt hat, weiter auf die Darstellung von Demai vorsichtig zurückzugehen? Und diesen Satz von den Neemanim und Chaberim, der einfach aus dem inhaltlichen Verhältnis von Demai zu Chagigah (Toharoth) sich herschreibt und von mir aus Mischna und Apokryphen beglaubigt worden ist, nennt er eine unbewiesene Hypothese, die den Leser nicht zu Atem kommen läßt? Was hätte er nun erst gesagt, wenn ihm die obige weit kühnere und doch genau begründete Ansicht von der einstigen Einheit Chagigah-Demai vor Augen gekommen wäre? Der Einheit von Berakhoth, Megilla, Rosch haschanah, Taanit? Der Einheit von Peah und Schebiith? Ja, von Schebiith und Gittin? Das sind doch weit kühnere Vermutungen — daran ist doch etwas zu verspotten und zu bemängeln, ich biete sie ihm dar. Er hat gewiß nur deshalb diese Kernpunkte unberührt gelassen und auf etwas winziges hingewiesen, weil er diese Dinge nicht — nein! sagen wir, weil er mich schonen wollte! Doch im Grunde genommen war das alles leichtes

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