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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1904-03-25 · 13 (25.3.1904) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
Israelitische Wochenschrift
Issue
13 (25.3.1904)
Date
1904-03-25
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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ZriWist für die Gesmtintkreffen des Judentums. Mebst öern Weibtcrtt: Züöifcbes Littercrtuvbtcrtt. verantw. Redakt.: Al. A. Klausner, Berlin W., Taneuzienjlr. 19 a. Telephon: Amt IX, Ar. 5567. Verlag: Arthur Schalem Berlin C., Roßstraße 3. Telephon: Amt I, Ar. 5729. Post-Zeitung stifte Ar. 393^. Bezugspreis vierteljährlich: Deutschland u. Gefterreich-Uugara 3,00MK alle anderen Länder 3,50 MK. Nr. 13 Berlin, 25. März 1904;. Jahrgang XIII. Erscheint an jedem Freitag, das jüdische Litteraturblatt monatlich zweimal. Zu beziehen durch die Post oder unsere Expedition: Berlin C. 19, Roß-Straße 3. An?eigrn für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 30 Pf. Bei Wiederholungen Preisermäßigung. Alle Annoncen-Expeditionen sowie unsere Expedition nehmen Anzeigen entgegen. ir bitten die geehrten Post - Abonnenten, das Abonnement auf das II. Quartal bei ihrem Postamt gefl. sofort zu erneuern. Die Abonnenten, die die Zeitschrift direkt beziehen, erhalten sie fortlaufend zugesandt; Abbestellungen können nur vor Krgirm des neuen Quartals berücksichtigt werden. KerU«, Ende März Verlag der Israelitischen Wochenschrift. Für die Redaktion bestimmte Mitteilungen erbitte ich an die Adresse: Berlin^., Tauenzienstr. 19 a. M. A. Klausner. Inhalt. Artikel: Zum Peßachfest. Von Dr. B. Seligkowitz- Köthen. — Zum Gedächtnis Salomon Sulzers. I. VonEduard Birnbaum. — Reisebriefe aus Skandinavien. III. Von Albert Katz. — Politik: Ein jüdischer Offizier. — Jüdische Abstammung. — Eine antisemitische Idealfigur. — Wochenchronik. Wochenkalender. — Berlin: Repräsentantensitzungen. — Die Toynbee-Halle. — Jüdisches Mädchenstift — Verein für jüdische Krankenpflegerinnen. — Jüdische Lesehalle. — Königsberg i. Pr.: Lehrerverein. — Küstrin: Schächtverbot. — Danzig: Unterrichtsbericht. — Thorn: Denkmalsenthüllung. — Posen: Siechenhaus. — Frankfurt a. M.: Philanthropin-Jubiläum. — Wiesbaden: Unterstützungsverein. — München: Religionsunterricht. — London: Jüdische High-Sheriffs. — Jassy: Aus der Gemeinde. — New-Aork: Die vereinigten jüdischen Wohlfahrtsanstalten. — Jahresbericht'des Gemeindebunds. — Personalnachrichten und kleine Mitteilungen. — Vakanzen. — Feuilleton: Ein Frauenleben. Von C. Berg. (Fortsetzung.) — Inserate. Von Dr. B. Seligkowitz-Köthen. Es ist bezeichnend, mahnend für alle Zeit, daß das erste Werk des freigewordenen Israels der Aufbau eines Heiligtums war. Wie konnte auch Israel sich selbst mehr ehren vor aller Welt, als wenn es Ehre darbrachte seinem Gott; wie kann es sich selbst mehr befreien und erhöhen, als wenn es frei seine Lehre bekennt und sich groß und unabhängig zeigt in seinem Glauben, in seinem Wirken? Ja, durch die Errichtung eines Gotteshauses, das der Verehrung des Einen und Ewigen geweiht war, hatte Israel erst bekundet, daß es nicht nur die Freiheit äußerlich erlangt, sondern auch innerlich frei geworden ist, daß es nicht nur die Fesseln des Sklavendienstes gesprengt, sondern daß es auch das Schandmal der Geistesknechtschaft an sich getilgt, zu innerer Würde und Selbstachtung sich emporgerungen hatte. Die Weihe unserer Freiheit, das ist die Lehre, die ihren leuchtenden Glanz in unser Herz hineinstrahlt. Denn die jüdische Freiheit, der auf dem Berg Sinai ein Standbild errichtet wurde, das allen Zeiten und Stürmen trotzt, die jüdische Freiheit, sie ruft nicht bloß dem israelitischen Volk, sie ruft allen Völkern des Erdballs zu: „Ich stehe auf der Höhe und halte den Stab Gottes in der Hand". Als das körperlich befreite Volk der geistigen Erlösung entgegensah, da vernahm es das Gotteswort: „Diesen Stab, mit dem du Wunder üben sollst, nimm in deine Hand". Wir haben in Wirklichkeit Wunder geübt; denn wir Juden haben trotz Druck und Knechtung, trotz der dumpfen Atmosphäre des Ghettos, uns die Geistesfreiheit zu bewahren verstanden. Wir ließen den Mosestab nicht aus der Hand; denn wir wußten es, daß er die zuverlässigste Waffe gegen Tyrannei und Willkür, gegen Schmähung und Verfolgung sei. Wir wußten es, daß einzig und allein die Religion den Menschen zur wahren Freiheit erziehe. Damit ist eine kulturhistorische Erscheinung erklärt, die einzig in der Geschichte dasteht. Wie kam es, daß die Parias des Mittelalters, diese jahrhundertelang mit ausgesuchter Grausamkeit behandelten Wesen, kaum daß ihre Kerkerpforten sich ein wenig geöffnet, fast ohne jeden vermittelnden Uebergang für die Forderungen der veränderten Zeitlagen das lebendigste Verständnis bekundeten? Kaum war ein freier Luftzug in die dumpfen Judengäßchen gedrungen, da kamen in immer größeren Scharen die trefflichsten Mitarbeiter auf den Gebieten der Kunst, der Wissenschaft, der Politik, des Gewerbes, des Handels. Wie war diese plötzliche Wandlung möglich? Hätte man nicht erwarten sollen, daß Jahrhunderte zu solcher Umbildung

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