Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- Israelitische Wochenschrift
- Issue
- 8 (20.2.1903)
- Date
- 1903-02-20
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
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Israelitische Wochenschrift. tiefung unserer Volksbildung zur Begründung sftung aufgefordert. Die hierfür eingehenden Bestandteil des Vermögens der Gesellschaft Volksbildung bilden und vom Vorstand E 0^0:16, unter obigem Namen zu vermsschließlich zur Begründung und Erweibibliotheken in unbemittelten Gemeinden benutzt )eken. die nach freier, unbeeinflußter Wahl der rvaltungen die besten Wer-ke unserer volkstümlichen nthalteu, find ein' Bildungsmittel von der weit- ,,\ Bedeutung für große Teile unseres Volkes. Den und unbemittelten Gemeinden diese Bildungseinrichtung, ^ur Zeit 'noch vielfach entbehren müssen, zu gewähren, einrich Rickerts Ideal gerade in seinen letzten Lebenstn. So soll sein Name in dem von ihm begründeten Werk eben. Beiträge werden an den Unterzeichneten Schatzmeister Gesellschaft, Herrn Verlagsbuchh'ändler Rudolf Moste, /rlin SW. 19, Jerusalemerstr. 48/49, erbeten. Quittung olgt außer in der Tagespreste in dem Organ der Gesellschaft r Verbreitung von Volksbildung „Der Bildungs-Verein'', r. W. Abegg, Kommerzien- und Admiralitätsrat a. D., Berlin, r. Ahlmann, Bankier, Kiel. Professor Dr. Andries, Köln a. Rh. eheimer Kommerzienrat Arnhold, Berlin. R. Bahn, Komerzienrat, Sorau N.-L. Rechtsanwalt Dr. E. Ball, Berlin. Generaldirektor Ballin, Hamburg. Dr. Barth, M. d. R. u. A., lin. Generalsekretär Dr. W. Beumer, Düsseldorf, M. d. R. Dr. W. Blum, Heidelberg. Dr. V. Böhmer, Geheimer ^ungsrat und Professor, Dresden. Dr. Bürklin, Generalant, M. d. R., Karlsruhe i. B. Büsing, Geheimer Finanz- ^epräsident d. R.,A Schwerin i. M., Prinz Heinrich zu Carolath, Standes- und Majoratsherr, M. d. R. u. SchloßAuMA.rstz.Llausnitzer, Lehrer, Vorsitzender '?Vichsfelde bei Berlin. Dr. ®en°ffenWn?%. d. A., Charlottenburg. GehMr Dr- Diel-s, Professor, Liuse 3. SörocI/ Berlin. Max V M Verlagsll'uchhändler, Berlin. Dr. Nordhei>I>, Kaufmann, Hamburg, dr. a. «„ß d. R., »Berlin. Dr. Arthur Pfun,.s^M,^rrunBrat. B > Professor, Geheimer (34«*"' sJU' RichURoesicke, M. d. R., Berlr-" DirektoiI «. D., Ai. d. R., a>«ii'N>»rs. A re»'- Berlin. I Dr. med, g. b.'feinen. Lehrer,»Berlin. A. Träaer, Jnst.zmt, R. d u. . .... Rechtsanwalt ** Meiner Weiß, Mechtsanwal- Ä Rabbin/er. München. der Nc»"°n°lbank^erl>n. , eN»rtraai ra,,ld,,^<V. 15. F°b'uar^ (V^r Pr°fefs°r C°h°n «^Mard 4 Abend, Sa Lehre auf den sittlichen Fortschritt und auf die Kultur wobei er unbedingt an der Originalität der Offenbarung fest-'' hielt. - Der Redner ging davon aus, daß auch der resormatorische Glaubensbegriff und jeder weitere Fortschritt im Protestantismus im Grunde genommen eng mit^dem jüdischen Prophetismus Zusammenhänge und ohne diesen^ nichtVmöglich sei, und daß die moderne Kultur der jüdischen Religion nicht entraten könne. Der Zusammenhang zwischen Religion und Politik und damit auch mit der Kultur überhaupt hat sich im Judentum namentlich in der Ausprägung der Grundzüge der Freiheit und Gleichheit gezeigt, ebenso auf sozialem Gebiet in der Sonntagsruhe für Herrn wie Gesinde. Die Nächstenliebe war dem Judentum nichts weniger als fremd, und statt des bloßen Evangeliums der Armen sei der soziale Rechtsgedanke staatlich durchgebildet worden. Auch das „Auge um Auge, Zahn um Zahn" bedeutet kein bloßes Vergeltungsprinzip, sondern einem großen rechtlichen Fortschritt, der Herr, der seinen Sklaven körperlich schädigte, verlor dadurch das Besitzrecht am Sklaven; es wurde damit also eine rechtliche Gleichstellung auch für den Sklaven eingeführt. Als das höchste Verdienst des/Judentums um die Sittlichkeit bezeichnete der Vortragende die1 ©<3^11119 des Begriffs der Menschheit im Sinnbild des Messias, das heißt in dem Blick auf das Emst, das die Menschheit vereinigt. Dieser Messianismus, der auch die sittliche Fqrderung der Abschaffung des Krieges in sich begreife, stehe im Degensatz zu dem Machtstaat, dem Staat des Egoismus; er bedeute die Einheit der Menschheit. Der wesentliche Unterschied zwischen Christentum und Judentum sei darin zu finden, .das der messianische Glaube an die Zukunft davon ausgehe, das das Reich Gottes auf Erden zu erreichen sei, die christliche Mgion auf das Jenseits und auf die Erlösung durch Christus v^weise. Nach der jüdischen Lehre müsse der Mensch seine hlösung selbst vollbringen. Eine Religion mit so tiefen Hllturgedanken, so meinte der Redner in seinen Endbetrachtungen, me nicht vom Schauplatz der Kultur verschwinden, und er loß mit einer Mahnung gegen den Abfall vom Judentum, t den religiösen Fortschritt gefährde und nur die Reaktion i der Kirche und in der Politik fördere. Frankfurt a. jtt., 18. Februar. (Aus dem Literatur- Zer ein.) Am 26. Januar sprach im Verein für jüdische Gerichte und Literatur Rabbiner Dr. Porges aus Leipzig. Er verbreitete sich auf Grund der neueren Veröffentlichungen in Präsident. en Etudes juives über die Verhältnisse der Juden in Frank- Kmmierzienrat eich im l 3. Jahrhundert. Bei der engen Verbindung, der die deutschen Juden mit den französischen damals standen, kann /man. wohl annehmen, daß die Verhältnisse in Deutschland die gleichen waren. Im 12. Jahrhundert waren die Juden in Frankreich sehr günstig gestellt; aber noch hatte Ludwig VII. die Augen nicht geschloffen, als sein Sohn Philipp August mit Erpressungen gegen die Juden vorging. Trotzdem sie sich der größten Redlichkeit im Handel befleißigten, konnten sie den böswilligsten Beschuldigungen nicht entgehen. Zum VermögLLZverfall trugen nicht nur die Vertreibungen, sondern häufigen Annullierungen der Judenschulden bei. Den stoß versetzte der habgierige Philipp der Schöne dem 2^ der Juden durch die Verbannung von 1306; damit er aber auch dem Nationalwohlstand eine empfindlich?Herr ~b?e Bedeüu'k gung. Was den ihnen zum Vorwurf gemachten Wuche Frankfurt-Loge einen Vortrag {j f0 wurde er von Christen, Lombarden und Cahar^ tums für die Kultur. Er M ^ligiorl gleicher Weise betrieben und war nichts alsein durch! ^Zeitung" berichtet, dre 3 und lc schaftlichen Verhältnisse des Mittelalters hervorgerufen»? und politischen Gefichtspun iüdisö"— Am 9. Februar hielt Herr Rabbiner Doktor aus 1 k— hes Judentums UNV * -cn—_ t..-r.r±... er». rA .Einfluß einen Vortrag, über den wir in der nächsten Nummer bi