Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- Israelitische Wochenschrift
- Issue
- 51 (19.12.1902)
- Date
- 1902-12-19
- Page
- Seite 803 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 51. Israelitische Wochenschrift. Seite gOl Händler drüben auf der Gaff' gesprochen. Er ist bereit, dich in sein Geschäft auszunehmen, und einen tüchtigen Geschäftsmann aus dir zu machen- Natürlich wirst du am Schabbes nicht mehr wie bisher-" Und so weiter. Der Knabe hatte seinem Onkel schweigend zugehört. Jedoch als er vom Schabbes anfing zu reden, vom Schabbes, der im Hause seiner Eltern so schön und so weihevoll gefeiert wurde, und wie Schatten aus der anderen Welt die herrlichen Gestalten und Bilder vor seinem Geiste austauchten: der Vater so schön angezogen wie ein König, die Mutter mit der schneeweißen Schabbeshaube und die festlich erleuchtete Stube und ein Knabe im Schabbesgewande, der sich zuerst dem Vater und dann der Mutter näherte, und beide legten segnend ihre Hände aus sein Haupt — Gott möge dich werden lassen wie Ephraim und Menasse — da konnte er nicht mehr an sich halten, da warf er sich weinend an die Brust seines einzigen Verwandten: Onkel — nein, das werd ich nie können. Gieb mich nicht in's Geschäft- Das Streichhölzchen in der Hand des weinenden Knaben war schon längst verglommen. Aber er stand noch immer auf der Leiter. Jene Bilder und Gestalten waren wieder aufgetaucht, und die Erinnerung an die alte Zeit hatte ihn derart erschüttert, daß er wie gebannt auf der Leiter stehen geblieben war. Da weckte ihn die Stimme des Prinzipals aus seinen Träumen.: „Moritz, das Mädel da wünscht ein halbes Pfund Zucker. — Was stehst denn da oben und träumst? — Marsch, herunter von der Leiter!" Die Leute, die sich gerade im Laden befanden, lachten über die Verlegenheit des Knaben, der sich beeilte, dem Befehl seines Prinzipals zu gehorchen, nachdem er die Thränen, die noch an seinen Wimpern hingen, rasch mit seinem Taschentuch getrocknet hatte. Rechtzeitig hatte er sich noch an den Ausspruch seines Onkels erinnert, daß die Thränen nichts taugen, auch Kinderthränen nicht. — Daß die Leute im Laden über die Verlegenheit des Knaben lachten, finde ich ganz natürlich. Was weiß die große Menge von den Empfindungen eines armen, verwaisten Judenkindes, das zum ersten Mal den Sabbat entweiht? Brief- und Fragekasten. Herrn M. B. K. in R. Was in unfern Kräften steht, haben wir gethan, hoffentlich zu Ihrer Zufriedenheit. Für Ihre Sendungen besten Dank. Herzlichen Gruß. — Herrn S. C. in H. Schönen Dank für die Nachricht. Wenn mit gleichem Eifer weiter gearbeitet wird, kann der Erfolg nicht ausbleiben. — Frl. E. Z. in F. a. M. Wir können uns vorderhand mit der Angelegenheit nicht befassen. Sie wird sich am besten durch eine mündliche Besprechung erledigen lassen. Besten Gruß. — Herrn Dr. M. S. in K. Besten Dank. Es war aber die höchste Zeit. Gruß und Gratulation. — Herrn M. N. in P. Schönen Dank für die Sendung. Sie bekommen noch briefliche Nachrichten. Herzlichen Gruß. — Frau Dr. C. und Herrn S. S. in P. Besten Dank für Ihre Mitteilungen. Schönen Gruß. Für die Pmions- und Reliktcnka$$e der Preussiscben Rabbiner gingen ferner ein: Aus Berlin: Frau Baronin v. Oppenheim.Mk. 2000.— N. N. .. 500.- Aus Frankfurt a. M.: Generalkonsul Max B. H. Goldschmidt Aus Marburg: N. N. E. H. B. ii. '. N. N. N. N. N. N. Aus Frankfurt a. O.: Max Alexander. Julius Fürst. Kommerzienrat Paul Mende .... Benno Vaschvitz. S. C. Philipp Gerson. Leopold Heilborn. Adolf Lewin . Louis Simon. L. Struck. Hamburger und Jeremias .... L. Broh. A. und L. Raphael. N. N. Dr. Glaser.. Dr. Kahnemann. C. Edel. S. Hermann. Moritz Hirsch. P. N. N. Dr. Lewy. Rudolf Schüler. W. Treuherz. A. W. 2000 — 10.— 20.— 10 — 20.— 10.— 20.— 10.— 100.— 100.— 100.— 75.— 50.— 50.— 60.— 60 — 50.— 50.— 45.— 30.— 30.— 30 — 25.— 25.— 20 — 20.— 20.— 20.— 20.— 10 — 10.— 10- 10.— Mk. 5600 — Schneider-Akademie , Berlin, Notes Schloß 2. Herren-, Damen- und Wäsche-Schneiderei. ÄO Rosenthar8 Restaurant) Gontard-Strasse 3 vlt-4-vls Bahnhof Alexanderplatz früher Könlgstraue 31. Säle zu kleinen Festlichkeiten. I macht alle schwachen Suppen i u. Speisen überraschend i |k gut und kräftig im Geschmack. ln Preislagen von Mk. 1,20, 1,40, 1,50, 1,60, 1,70, 1,80, 1,90, 2,00 per »/* AU:n Freunden eines guten Getränkes als vorzügliche Marke empfohlen. ^»»»» Verantwortlich: In Vertretung: Arthur Scholem.