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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1902-03-21 · Beilage der Israelitischen Wochenschrift Nr. 5 (1902) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
Israelitische Wochenschrift
Issue
Beilage der Israelitischen Wochenschrift Nr. 5 (1902)
Date
1902-03-21
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Beilage der Israelitischen Wochenschrift Kerli«, 2\. März 1(902. Das Such Ijoil. Uebersetzt von M. A. Klausner. Nachdruck verboten. Kapitel 18. Bildad ausSchuach hob jetzt an zu sprechen: Wie lange wollt ihr Redefallen stellen? Erst sei geprüft und alles wohl betrachtet! Weshalb hast du dem Vieh uns gleich geachtet? Warum willst du den Thoren uns gesellen? Du wirst mit deinem Zorn dich selbst zerreißen! Du bringst der Erde Ordnung nicht zum Schwanken, Du bringst den starren Felsen nicht zum Wanken — Des Frevlers Licht erlöscht nach kurzem Gleißen. In seinem Zelte wird das Dunkel walten. Sein Fuß versagt, sein Anschlag wirst ihn nieder, Fallstrick und Netz umspannen seine Glieder, Es zagt sein Schritt vor Spuk- und Schreckgestalten. Der Hunger nagt an seiner Kraft; es wohnet Das Unglück neben ihm. Ein Schuldverlorner, Verzehrt sich selbst des Todes Erstgeborner, Und sinkt zur Grube, wo das Grausen thronet. Sein Zelt geleert — sein Wohnhaus voller Schwefel — Ein Baum, dem Zweig und Wurzeln abgeschnitten — Vertilgt sein Name aus des Volkes Mitten — Und aus der Welt verjagt um seine Frevel! Nicht Einer kann aus seinem Kreis entrinnen. Nicht Ki^d noch Enkel bleiben ihm am Leben, Die Mit- und Nachwelt denken sein mit Beben — So lebt der Sünder — so geht er von hinnen! Kapitel 19. Darauf begann die Gegenrede Jjob: Warum nur wollt ihr Kummer mir bereiten. Mich noch mit Worten peingen? Zehnmal schon Hab ich gekostet eure Bitterkeiten, Getragen eures gallgen Hochmuts Frohn. Hab ich geirrt, so ist doch mein der Schaden. Wollt ihr in Wahrheit, mir zu Scham und Hohn, Ausrichtgen Herzens Vorwurf auf mich laden? Erkennet doch, daß Gott mein Recht gebeugt hat. Daß mich sein Netz umringt auf meinen Pfaden! Gewalt nur ist es, die er mir gezeigt hat; Mein lautes Rufen findet tauben Richter, Der zürnend sich dem Kläger zugeneigt hat. Voll Finsternis, wie eines Abgrunds Trichter, Sind meine Stege, die er rings versperrt hat. Entehrt bin ich und unter Bösewichter Gethan. Vom Haupt die Krone sortgezerrt hat Der Herr, der mich vom Boden ausgereutet. Wie einen Baum, und völlig ausgedörrt hat. Ich bin von Glut verzehrt, bin ausgebeutet. Als würd ich unter seinen Feinden stehn. Rings um mein Zelt hat Unglück sich gebreitet In dichten Haufen, schreckhaft anzusehn. Es haben die Verwandten mich verlassen, Vertraute wenden sich von mir und gehn, Die Freunde schleichen auf entlegnen Gassen, Die eignen Mägde lachen mein, die Knechte; Mein Weib selbst kehrt sich ab und will mich hassen. Die Enkel fliehn, liebkost sie meine Rechte. In meinem Hause hör ich Spott und Hohn Um mein Gebrechen alle Tag und Nächte. Die ich geliebt, wie nur den eignen Sohn, Verabscheu» mich und kennen kein Erbarmen. Verfallen bin ich, zum Gerippe schon Geschwunden. Habet Mitleid mit dem Armen, Den Gott geschlagen! Was verfolgt ihr mich, Wie Gott es thut, und laßt mich nicht erwärmen? Verzeichnet meine Worte, sage ich. Mit Griffel und mit Blei, grabt sie in Stein, Daß sie ein Denkmal seien ewiglich — So weiß ich: einst seh ich Erlösungsschein. Dann ist mein Leib nicht mehr; ich aber schaue Den Ewgen, ohne Mittler, selbst, allein! Das Herz ersehnt es schmachtend, und ich baue, Daß dies geschieht. Verfolgt mich ferner nicht, Verlangt nicht, daß ich mir nicht selbst vertraue. Geht in euch, denket an des Herrn Gericht! Kapitel 20. Und Zophar aus Naäma nahm das Wort: Hast du mir Verweis erteilet — Antwort giebt dir mein Gefühl: Seit auf Erden Menschen wohnen. Muß das Böse sich belohnen. Und der Frevler sinkt vom Pfühl, Seine Luft von hinnen eilet. Wenn der Sünder stolz sich brüstet. Bis zum Himmel reckt sein Haupt — Kurz sind seines Jubels Stunden, Schnell ist er dahingeschwunden. All sein Glück ist ihm geraubt. Seine Habe ist verwüstet. Kaum gesehn, schon aufgesogen Ist er, wie ein leerer Traum, Wie ein spukend Nachtgesichte Ist er ausgelöscht vom Lichte. Eben noch — man glaubt es kaum — War er da und ist entflogen.

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