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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1902-03-14 · Beilage der Israelitischen Wochenschrift Nr. 4 (1902) · p. Seite 24

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
Israelitische Wochenschrift
Issue
Beilage der Israelitischen Wochenschrift Nr. 4 (1902)
Date
1902-03-14
Page
Seite 24 (sequence 4)
Language
German
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Seite 24. Israelitische Wochenschrift. Nr. 4. Vor seinem Ohr ertönen Schreckensstimmen, Im Frieden vor Verwüstung er erbangt; Vor seinem Auge Schwerter, die mit Grimmen Ihm dröhn; er irrt umher, und Dunkel hangt Hernieder aus sein Haupt, er fühlt den schlimmen Erbarmungslosen Feind; die Rache langt Nach ihm — der mit dem Ewgen srevlig grollte Und mit der Andacht Lrutzig kämpfen wollte. Der feiste Uebermut hat ihn verleitet — Ihn trifft das böse Ende wohlverdient; Steinhaufen sind als Wohnstatt ihm bereitet. Verwüstet Land, wo nicht ein Hälmchen grünt. Besitzt er Güter, groß und ausgebreitet, — Bei seinem Leben wird sein Thun gesühnt — Sie schwinden alle unter seinen Händen; Er stirbt verlassen, arm, in leeren Wänden. Wer Eitlem sein Begehren zugewendet. Der tauscht das Gute gegen Eitles ein. Das vor der Zeit der Tage Lauf beendet. Und nimmer zieht Befriedgung bei ihm ein. Verkümmert welkt er frühe, und ihn blendet Im Brand des eignen Hauses Flammenschein. Unfruchtbar bleibt die Sünde alle Zeiten; Wer mit ihr umgeht, zeuget Eitelkeiten. Kapitel 16. Zur Antwort ließ sich Jjob so vernehmen: Wißt, leidge Tröster, ihr sonst nichts zu sagen? — So schweigt ihr besser, höret lieber aus! Wär ich gesund und ihr verzehrt von Plagen, So kämen mir die Worte auch zu Haus; Kopfschüttelnd würd ich eure Schmerzen mindern Mit meinem Mund. So scheints der Welten Lauf. Ob ich verstumme oder schreie — hindern Kann nichts die Qual, die mich verzehrt. Es stöhnt Vor Weh mein Herz. Du hast vor Kindeskindern Und vor den Freunden allen mich verhöhnt. Du hast die Haut verschrumpft mir und zerrissen. Mein schweres Leiden aber, es versöhnt Nicht dich noch meine Freunde, nein, es müssen Die eignen Wunden gegen mich noch zeugen. Dein Zorn zerfleischt mich, und mein rein Gewissen Kann nicht zur Milde deine Strenge beugen. Mißhandlung muß ich dulden, schmähnde Worte Von Freunden, die mich schadenfroh beäugen. Ich lag in Ruh, da drang durch meine Pforte Des Unheils Uebermaß, das mich vernichtet. Verderben lauert mein an jedem Orte, Und alle Marter sahen mich. Es flüchtet Mein Fuß umsonst, daß ich die Wunden wasche. Es ist dein Zorn, der mich zu Grunde richtet. Voll Trauer hüll ich mich in Sack und Asche, Mein Auge glüht vom Weinen; Todesschatten Umringen mich; es trifft der Pfeil, der rasche, Aufspaltend meine Nieren. Dennoch hatten Die Hände Unrecht nie geübt. Die Erde Bedecke nie mein Blut, daß ohn Ermatten Es auf zum Himmel schreit! Zum Zeugen werde Der Himmel mir. An Gott nun wend ich mich, Ihn ruf ich an mit thränender Geberde, Daß er mein Recht mir schaffe gegen sich Und gegen Freunde, die mein Recht nicht ehren. Wie lang noch, und mein Lebenstag verblich. Ich zieh den Weg, von dem kein Wiederkehren! Kapitel 17. Erloschen ist mein Licht, mein Geist gebrochen. Das Grab ist mir bereit, ich seh es offen; Wie Spott und Hohn erklingt mirs, wird gesprochen. Es warte Rettung mein, ich solle hoffen. Herr, nimm die Thoren nicht in deinen Rat! Mit Blindheit hast du ihren Sinn getroffen, Die mich bezichtgen arger Uebelthat. Du machst zum Gleichnis mich; es sehn die Leute In meinem Unglück meiner Sünde Saat. Dem Kummer bin ich und dem Schmerz zur Beute; Mein Auge schwindet, meine Glieder wanken, Es zagt der Reine vor der Heuchler Meute; Doch wer sich schuldlos fühlt, der wird nicht schwanken Und nicht vom Wege weichen. Sprecht nur wieder! Die Weisheit meidet eure Trug-Gedanken. Was ich im Herzen hegte, liegt darnieder. Mein Lebenstag ist aus, um mich ist Nacht, Es rauscht um mich der Dunkelheit Gefieder. Vergeblich sagt ihr mir: der Tag erwacht. Mein Hoffen ist zur Unterwelt gewendet, Die mir die Gruft zur Ruhestätte macht. Was einst die Eltern liebend mir gespendet, Die traute Schwester — Grab, das bietest du. Vorbei der Trost, die Hoffnung hat geendet, Sie fliegt der Unterwelt Bereiche zu — Mit meinem Staube wird sie sich vermählen. Sie fährt mit mir hinab zur ewgen Ruh, Dort schlafe ich, und nichts mehr kann mich quälen! Fortsetzung erscheint in einer Sonderbeilage zu Nr. 13 der „Israelitischen Wochenschrift".) Psalm 150. Uebersetzt von M. A. K. Lobet den Herrn in des Heiligtums Hallen, Unter des Himmels mächtgem Gezelt, Lobt ihn, der übergewaltig vor Allen Herrlich und heilig lenket die Welt! Flötenklang, Cithersang, Pauken und Reigen, Laßt seiner Größe Preis himmelan steigen! Unter Posaunenschall, Unter der Hörner Hall, Unter der Cymbeln hellem Geschmetter Preiset den Höchsten, den Gott aller Götter! Psalter, ertönet nahe und fern. Alles, was Odem hat, lobe den Herrn! (Die Druck und Verlag von Arthur Scholem, Berlin C., Roßstraße 3.

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