Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- Israelitische Wochenschrift
- Issue
- 8 (21.2.1902)
- Date
- 1902-02-21
- Page
- Seite 128 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/5369809-9607691-9605652-9605727--8506-9605743- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 128. Israelitische Wochenschrift. Lunge eine Sirche*). Wollen Sie's sehen?" — „Nicht nötig. Schlepp den Ochsen aus meinen Hof, man wird dir nach Gewicht einen lebenden Ochsen geben und scher dich zum Teufel!" — Und der Jude ist überglücklich." „Der Judenrabbiner, der weise Pan Bolepolski — Hoch!" toastete Wirginski. Die ganze Gesellschaft umarmte den weisen Salomo ... * * * Das Erscheinen Zodeks aus der Szene rief hinter dem herrschaftlichen Gitterzaun, der von zahlreichen Zuschauern — zum größten Teil Juden — belagert war, eine rege Unterhaltung hervor. „Da ist er, da ist er, seht!" „Ach, der Lump! Und ich denke, er hängt schon irgendwo aus einem Dachboden!" Nach einiger Zeit kamen zwei Haiduken aus dem Thore. „He, Jüdchen," riesen sie, „wo können wir euren . . . nun: euren Popen finden?" „Ich bin der Rabbiner, was ist euch gefällig?" „Kommt mit. Der erlauchte Pan wünscht dich zu sehen." Der Rabbi erblaßte. Aber schnell gefaßt wendete er sich an die Juden: „Meine Kinder, ich bitte euch, gebt Acht auf meine Enkelin, bis ich zurückkehre, und sagt ihr nicht, wohin ich gegangen bin, sie könnte sich ängstigen." Von den Haiduken geführt, trat der Rabbi auf den Paradeplatz. Seine Enkelin war von dem Mädchenchor, der von dem Park her zu vernehmen war, dermaßen entzückt, daß sie die Abwesenheit des Großvaters gar nicht bemerkte. * * * Bei der Ankunft des Rabbiners drängte sich die ganze Gesellschaft auf dem Balkon an das Geländer; sie ahnte, daß eine interessante oder komische Szene sich bald abspielen werde. Potocki ward finster wie ein Unwetter. Pater Benediktus lächelte satanisch. Die Äugelt des Narren aber füllten sich mit Thränen; das traurige Resultat seiner unbesonnenen drei Worte fielen ihm, er wußte selbst nicht wie, gerade in diesem Augenblick ein . . . Vor dem Balkon verneigte sich der Rabbiner entblößten Hauptes mit einer gewissen Würde und richtete seinen traurigen Blick fragend auf Potocki. *) Sirche — Anwuchs. Die Lunge soll absolut rein sein. Die Lungenflügel dürfen weder aneinander, noch an die Rippen, an das Fett re. angewachsen sein. Nr. 8. „Pan Stephan", flüsterte Wirginski, „mische dich nicht in diese Sache, sondern überlasse sie ganz dem Judenrabbiner Bolepolski." „Hast Recht, Wirginski. Man darf nicht in eigener Sache Richter sein. Pan Jan Bolepolski! Ich ernenne dich zum Richter zwischen mir und diesen . . . Juden. Urteile nach Recht und Gewissen." „Ich nehme dieses heilige Amt an." Bolepolski verneigte sich vor der Gesellschaft und wandte sich dann zu den „Angeklagten". „Tretet'näher. Wer bist du?" „Ich bin der Rabbiner von Zwantz." (Fortsetzung folgt.) Brief- und Lragekasten. Herrn I. M. R. in B. Bitte um Einsendung. — WV UHr bitten unsere wetten Abonnenten, sieb bei nicht pünktlicher Lieferung unserer Leitung an ihre Postanstalt zu weinten. ver Verlag der ..ZsraeiltlsehenWoehenschttkt." Gebrannte Kotfccs ln Preislagen von Mk, 1,30, 1,40, 1,50, 1,60, 1,70, 1,80, 1,90, 2,00 per V» Ko. Allen Freunden eines guten Getränkes als vorzügliche Marke empfohlen. Das Gute bricht sich Bahn! zum Würzen *st und bleibt das beste und billigste Mittel, um jeder schwachen Suppe, ferner Saucen, Ragouts, Gemüsen etc. augenblicklich kräftigen Wohlgeschmack zu verleihen. Wenige Tropfen — beim Anrichten zugefügt — genügen. In Fläschchen von 35 Pfg. an in allen Delikatess- und Kolonialwaren- Geschäften käuflich. __ Verantwortlich für den redaktionellen Teil: M. A. Klausner, für den Inseratenteil: I. Burkhardt in Berlin. SWF Oie Geschäftsstelle der „Israelitischen Wochenschrift“ befindet sich jetzt Vj> Berlin C* IS, Ross-Strasse 3. V/ Wir bitten, alle den geschäftlichen Teil betreffenden Nachrichten gefälligst dorthin ft adress,ren zu wollen- Der Verlag der „Israelitischen Wochenschrift“ Arthur Scholem. /fi Druck und Verlag von Arthur Scholem, Berlin 0., Roßstraße 3.