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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1902-02-07 · 6 (7.2.1902) · p. Seite 93

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
Israelitische Wochenschrift
Issue
6 (7.2.1902)
Date
1902-02-07
Page
Seite 93 (sequence 13)
Language
German
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Nr. 6. Israelitische Wochenschrift. Seite 93. gestellt und weitere 10 000 M. zur Entwickelung von Hausindustrie in Galizien bewilligt. Der Vortrag endete mit dem Wunsch, daß auch in Ostpreußen und insbesondere in Königsberg, wo sich der Sinn für humanitäre Bestrebungen stets bethätigt habe, die Organisation Boden gewinnen möge. Nach einer kurzen Diskussion schloß der Vorsitzende die glänzend verlaufene Versammlung. In die ausgelegten Listen zeichnete sich sogleich eine große Anzahl der Anwesenden mit namhaften Beiträgen ein. Am Mittwoch, den 29. Januar, fand in Danzig eine Versammlung statt, zu der die Herren Simson und Davidsohn die Einladung hatten ergehen lassen und zu der aus der Stadt Danzig und der Provinz zahlreiche Teilnehmer erschienen waren. Herr Simson eröffnete die Versammlung und erteilte Herrn Dr. P. Nathan aus Berlin das Wort zu einem Referat über die Ziele des „Htlssvereins der deutschen Juden". An dieses ausführliche Referat schloß sich eine lebhafte Diskussion an, in der die verschiedenen Zweige der Thätigkeit des Hilfsvereins unter allen Gesichtspunkten kritisch beleuchtet wurden. Das Resultat der ausgedehnten Diskussion war die Annahme folgender Resolution: „Die Versammlung nimmt von der Gründung des Hilfsvereins deutscher Juden zustimmend Kenntnis, hegt die Hoffnung, daß er mit der „Alliance Jsraelite Universelle" im Verein mit der „Anglo Jewish Association" und der „Israelitischen Allianz" in Wien in engster Fühlung und Sympathie Zusammenarbeiten wird zum Segen unserer Glaubensgenossen. Die Versammlung spricht den Wunsch aus, daß die Thätigkeit des Hilssvereins sich auch insbesondere aus Galizien und Rumänien erstrecke. In diesem Sinn wird der Hilfsverein voll Sympathie begrüßt". 6. Breslau, 2. Februar. (Vom Seminar.) Das Jüdisch-Theologische Seminar beging am 27. v. M. in üblicher Weise die Geburtstagsfeier des Kaisers in Verbindung mit der Gedächtnisfeier für seinen Stifter Jonas Fränkel. Außer dem Kuratorium, dem Dozentenkollegium, der Hörerschaft, dem'Rabbinat und den Vorstandsmitgliedern der Synagogengemeinde hatte sich eine große Anzahl von Freunden der Anstalt um 11 Uhr in der Aula eingesunden. Nach einleitendem Chorgesang hielt Herr Seminarrabbiner Dr. Lewy die Festrede über die historische Entwickelung des „Achlzehngebets". Daran schloß sich die feierliche Entlassung der beiden Kandidaten Dr. Grünthal, Rabbinatsverweser in Chemnitz und Dr. Grzymisch, Religionslehrer in Schneidemühl, denen Herr Dr. Lewy mit herzlichen Abschiedsworten die Diplome überreichte. Nachdem Herr Dr. Grzymisch in kurzer Ansprache sich von Lehrern und Freunden verabschiedet hatte, schloß unter Chorgesang die ernste und erhebende Feier. — Für die Bewerbung um den Joseph Lehmann'schen Preis ist die Ausgabe des verflossenen Jahres zum 2. Mal gestellt: Historische Topographie der Judengasse zu Köln am Rhein. Für den David Rosin'schen Preis ist das Thema gestellt: Rekonstruktion des Kommentars XJbn Esras zu den ersten Propheten. — Dem Jahresbericht geht als wissenschaftliche Beilage voran: Interpretation des 3. Abschnitts des palästinensischen Talmudtraktats Nesiktn von Dr. I. Lewy. Demnächst erscheint eine korrekte Ausgabe des Mikrokosmus Joses Jbn Zadtks, von Dr. S. Horovitz. — Die Frequenz des Seminars hat in den letzten Jahren bedeutend zugenommen, es zählt zur Zeit 33 Hörer. Der Verein Liviath-Chken, der hilfsbedürftige Seminaristen unterstützt, wendet sich wiederum an alle Freunde und Gönner jüdischer Wissenschaft mit der Bitte, ihn in seinen edlen Bestrebungen zu fördern, da er nicht mehr in der Lage ist, den gesteigerten Anforderungen vollauf zu genügen. Beuthen O.-Schl., 3. Februar. (Ein freundlicher Vorgesetzter.) Während der Ausübung seiner Militärpflicht bei der 3. Eskadron des 2. Schlesischen Dragoner-Regiments (König Friedrich III.) Nr. 8 hatte der Geschäftsführer Salo Brinitzer von hier als Eskadrons-Schreiber im Jahr 1883 dem damaligen Premier-Leutnant und Escadrons-Führer in Bernstadt in Schlesien, Freiherrn Schalscha von Ehrenfeld, die Kabinetsordre überreicht, die die Beförderung des Premier- Leutnants zum Rittmeister und Eskadrons-Chef enthielt. Seitdem sind 19 Jahre verflossen, der Rittmeister ist aus der militärischen Stufenleiter allmählich zum Obersten ausgerückt und Kommandeur desselben Regiments in Oels in Schlesien geworden. Auf dem Manöverfeld bei Gleiwitz im August vorigen Jahres hat der Oberst seinen ehemaligen Eskadrons- Schreiber unter den Zuschauern wiedererkannt und ihn seinem Adjutanten vorgesteüt; jetzt hat er seine Photographie mit entsprechendem Begleitschreiben sowie kurz vorher ein Exemplar der Geschichte des 8. Dragoner - Regiments dem Geschäftsführer Brinitzer als erneuten Beweis seiner Wertschätzung zugehen lassen. Frankfurt a. M-, 2. Februar. (Krankenhaus in Jerusalem.) Am Dienstag ist hier aus Jerusalem die telegraphische Meldung eingetroffen, daß das Hospital Schaare zedek beesrath haschem in Gegenwart des Gouverneurs, des Konsuls, des Chacham baschi, der Oberrabbiner und der Gemeindebehörden eröffnet worden ist. Trier, 2. Februar. (Ein Jude aus dem 18. Jahrhundert.) In unserer Stadt lebt ein Jude namens Mendel Schümann, der jetzt das dritte Jahrhundert sieht. Er ist 1797 geboren, also 104 Jahre alt, und erfreut sich noch der besten Gesundheit. Die Tochter des alten Herrn feiert demnächst ihre goldene Hochzeit und hat zur Nachsuchung der Goldenen Ehemedaille verschiedene Familienpapiere einreichen nrüssen. Bei dieser Gelegenheit ist auch der Geburtsschein des Hundertjährigen ausgesunden worden. Budapest, 31. Januar. (Kuriosum.) Der kürzlich hier verstorbene außerordentlich reiche Baron Heinrich Levay war der Sohn eines armen jüdischen Schochet einer kleinen ungarischen Gemeinde. Als Jude wurde Levay nobilitiert und zum Mitglied des ungarischen Herrenhauses ernannt. Mit siebzig Jahren hat der edle Herr sich taufen lassen und hat jetzt sein gesamtes sehr großes Vermögen katholischen kirchlichen Stiftungen hinterlassen. London, 2. Februar. (Vorftandswahl in der spanischportugiesischen Gemeinde.) Sir Joseph Sebag Montefiore, der achtzehn Jahre lang Präsident der spanisch-portugiesischen Gemeinde gewesen, beabsichtigt, seines hohen Alters wegen, den Vorsitz niederzulegen. Am nächsten Sonntag, den 9. Februar, findet die neue Vorstandswahl statt, bei der, nach vorherigem Uebereinkommen, der bisherige Vieepräsident, Sir

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