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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1902-02-07 · 6 (7.2.1902) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
Israelitische Wochenschrift
Issue
6 (7.2.1902)
Date
1902-02-07
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Zeitschrift für die GesMintereffeu des Judentums. Mebfl öern Weiblalt: Züöilcbes LittevcrLurLlcltt. Verantw.Redakt.: )7t. A. Klausner, Serlin W., Tauenzienstr. 19 a. Telephon: Amt IX, Ar. 5567. Verlag: Arthur Schalem Berlin 6., Roßstraße 3. Telephon: Amt 1, Ar. 5 k29, Post-Aeitungsliste Ar. 3794. Bezugspreis vierteljährlich: Deutschland u. Oesterreich-Ungarn 3,0VMK. alle anderen Länder 3,50 MK. Nr. 6. Berlin, 7. Februar \902. Jahrgang XI. Erscheint an jedem Freitag, das jüdische Litteraturblatt monatlich einmal. Zu beziehen durch die Post oder unsere Expedition: Berlin 0. 19, Roß-Straße 3. Anzeigen für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 30 Pf. Bei Wiederholungen Preisermäßigung. Alle Annoncen-Expeditionen sowie unsere Expedition nehmen Anzeigen entgegen. Für die Redaktion bestimmte Mitteilungen erbitte ich an t die Adresse: Berlin W., Tauenzienstr. 19a. M. A. Klausner. Inhalt. Artikel: Die Fremden-Einwanderung in England. — Eröffnungsrede bei dem Kommunitäten-Kongreß zu Jassy. Bon Rabbiner Dr. I. Niemirower-Jassy. — Verband der Rabbiner Oberschlesiens. — R. Jomtob Lipmann Heller Halevy Wallerstein. Bon Seloh. —Der offene Brief des Rabbiners Dr. Münz. — Die Politik. (Die Juden in den Oftmarken. — Herr v. Massow. — Einfalt oder Absicht? — Gerechte Strafe. — Gemeinde-Beitragspflicht.—Einwanderung in England.) — Literarisches: Der Erstgeborene nach mosaisch-talmudischem Recht. Bon Rabbiner Dr. Kirsch. — Wochenchronik: Wochenkalender. — Berlin: Repräsentantensitzung. — Hebräische Sprachkurse. — Genesungsheim Lehnitz. — Brandenburgischer Lehrerverein. — Wissenschaftliche Lehrervereinigung. — Siegfried Sachs. — Königsberg i. Pr.: Hilssverein der Deutschen Juden. — Breslau: Vom Seminar. — Beuthen: Eimfreundlicher Vorgesetzter.— Frankfurt a. Main: Krankenhaus in Jerusalem. — Trier: Ein Jude aus dem 18. Jahrhundert. — Budapest: Kuriosum.—London: Vorstandswahl in der spanisch-portugiesischen Gemeinde. — Edinburg: Professor A. B. Davidson. — Christiania: Vereinigung. — Newyork: Jubiläum. — Personalnachrichten und kleine Mitteilungen. — Vakanzen.— Feuilleton: Spinnen und Fliegen. Von Gregorij Bogrow. (Fortsetzung.) — Brief- und Fragekaften. — Inserate. Die Fremdeu-Eiumauderung in fngltnfc. Am Mittwoch Nachmittag kam zum Schluß der Adreßdebatte die Interpellation des Majors Evans-Gordon über die Fremden-Einwanderung in England in der Plenarsitzung des englischen Unterhauses zur Verhandlung. Durch die unvorhergesehene lange Dauer der Debatten über ein Amendement zur Adresse war für die Einwanderungs-Interpellation und ihre Besprechung nicht viel mehr als eine Stunde Zeit geblieben, denn die Adreßdebatte mußte mit dem auf 5Vs Uhr angesetzten^Schluß der Mittwochssitzung beendet sein. Das Haus war gut besetzt; am Regierungstisch saßen außer dem 1 Handelsminister Mr. Gerald Balsour nur zwei Mitglieder. Major Evans-Gordon, Abgeordneter für den Londoner Stadtteil Stepney, erhob sich zur Begründung seiner Interpellation, in der der Wunsch ausgesprochen wird, „Sr. Majestät ehrerbietigst die dringende Notwendigkeit vorzuftellen, durch Gesetzgebung die Einwanderung von armen Fremden nach London und anderen Städten des vereinigten Königreichs zu regeln und einzuschränken." Major Evans-Gordon stützte seinen Appell an die, Regierung hauptsächlich auf Aeußerungen, die verschiedene Mitglieder der Regierung, besonders Lord Salisbury und Herr Chamberlain, bei früheren Gelegenheiten über diesen Gegenstand gethan. Als er aber daraufhin die Regierung gewissermaßen zur Einbringung eines entsprechenden Gesetzes verpflichten wollte, warf der Handelsminifter Gerald Balsour den Zwischenruf ein, daß die Herren jene Meinungen nur als Privatpersonen und nicht in amtlicher Eigenschaft ausgesprochen hätten. Als weitere Argumente gegen die Ueberhandnahme der Einwanderung führte der Redner die Uebersüllung des Oftends und die ungeheure Mietsfteigerung inwiefern Stadtteil an, kurz alle Gründe, die die Fremdengegner immer von Neuem Vorbringen, die aber für den vorliegenden Zweck auf den Parlamentston gestimmt waren. Er erklärte, daß die Aufstellungen der Handelskammer nicht maßgebend wären, sprach davon, daß die Eingeborenen des Oftends von den Fremden vertrieben, daß die Schulen von fremden Kindern überflutet werden, oder von den Kindern der Fremden — als wenn dies dasselbe wäre. Die Ergebnisse der letzten Volkszählung sind für den Herrn Major ebenso unzuverlässig wie die Statistik des Handelsministeriums, mit der sie sich ungefähr decken. Mit souveräner Verachtung geht er über diese amtlichen Ziffern hinweg und meint, daß viele Fremde die Neigung hätten, ihren Geburtsort geheim zu halten, um in die Wählerlisten zu kommen und aus allgemeiner Abneigung gegen jede Zählung. Diese interessante Feststellung ries große Heiterkeit im Haus hervor. Zum Schluß wies Major Evans-Gordon die Unterstellung zurück, als wäre die Fremdenagitation gegen die jüdische Religion oder die jüdische

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