Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- Israelitische Wochenschrift
- Issue
- 5 (31.1.1902)
- Date
- 1902-01-31
- Page
- Seite 78 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 78. Israelitische Wochenschrift. Nr. 6. nommea. Der Dienst wurde ohne konfessionelle Unterscheidung allen geleistet, die darum angingen. Eine Schwester brachte es innerhalb des Berichtsjahrs auf 335 Pstegetage und 47 vollständige Nachtwachen, eine andere auf 305 Pflegetage und 20 Nachtwachen, eine dritte auf 296 Pflegetage und 31 Nachtwachen. Den Vorstand des Vereins bilden die Herren Dr. med. S. Kirchheim, Emil Stiebel, Philipp Schiff, Eduard Cohen, Julius Goldschmidt, Dr. med. A. Günzburg, Dr. med. W. Hirsch, Sally Löwenick und Dr. med. H. Schlesinger. Wien, 26. Januar. (Das Rothschild-Krankenhaus.) Ein neuer Anbau an das hiesige jüdische Krankenhaus ist dieser Tage seiner Bestimmung übergeben worden. Es enthält eine chirurgische und eine gynäkologische Abteilung und ist von den Baronen Nathaniel und Albert von Rothschild und dem verstorbenen Baron Ferdinand von Rothschild zum Andenken an ihren verstorbenen Vater, Barvn Anselm, errichtet worden, der s. Z. das alte jüdische Krankenhaus zum Andenken seines eigenen Vaters begründete. Der feierlichen Einweihung des neuen Flügels haben die obersten Behörden und die Spitzen der Wiener Gesellschaft beigewohnt. Der Gouverneur von Wien, Gras Kielmannsegg, gab in längerer Ansprache seiner Freude Ausdruck, daß in Wien, dem es immer noch an der genügenden Anzahl öffentlicher Krankenhäuser fehlt, die private Wohlthätigkeit ein neues Krankenhaus errichtet hat, das, wie er glaubt, zu den schönsten seiner Art zählt. Schon vor einigen Jahren habe Baron Albert von Rothschild zur Erinnerung an seine verstorbene Gemahlin ein Krankenhaus für Frauen begründet, sodaß dieses bereits das zweite ist, das die Stadt Wien dem edlen Menschenfreund verdankt. Der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Wien, Kaiserlicher Rat Klinger, sprach dem Baron Albert und seinem Bruder den Dank der jüdischen Gemeinde, des Vorstands und der leidenden Menschheit für das große Geschenk aus, das in Bau und Ausstattung ein Meisterwerk geworden ist. Das neue Krankenhaus enthält im ersten und zweiten Geschoß Krankensäle und im dritten einen großen Operationssaal. Der Kultusminister hat den Neubau kürzlich besichtigt und seine große Befriedigung über alle Einrichtungen ausgesprochen. Wien, 24. Januar. (Kaiserbildnis.) Der Kaiser Franz Joseph hat den jüdischen Portraitmaler Horowitz beauftragt, ein Bildnis von ihm zu malen und hat dem Maler vor einigen Tagen in seinem Atelier die dazu nötige Sitzung gewährt. Der Kaiser bat den Maler, sich durch seine Gegenwart durchaus nicht stören zu lassen, und unterhielt sich während der sünsviertelstündigen Sitzung aus das freundlichste mit dem Künstler. London, 26. Januar. (Tod einer hundertjährigen Jüdin.) Frau Abigail Polack, die am 25. Februar vergangenen Jahres 101 Jahre alt geworden, ist nach kurzer Krankheit an Bronchitis gestorben. In den letzten Jahren waren ihre Beine gelähmt, sonst war sie aber gesund, bei hellem Verstand und gutem Humor. An ihrem letzten Geburtstag war die alte Dame sehr viel interviewt worden und erzählte ihren Besuchern, daß sie die Könige George III., George IV. und William IV. gekannt habe, daß „zu ihrer Zeit" die Lebensmittel viel billiger gewesen, daß es damals viel weniger Menschen in London gegeben habe als heute, darunter aber viel mehr „Fromme". Der Vater der Verstorbenen war einer der Begründer der Maiden Lane-Synagoge. Petersburg, 24. Januar. (Niederlassung von Juden in Sibirien.) Wie in gut unterrichteten Kreisen erzählt wird, soll vor kurzer Zeit eine Spezialkommission damit beschäftigt gewesen sein, die Frage der Niederlassung von Juden in Sibirien zu regeln, und soll, weil keine Einigung zu erzielen gewesen, die Angelegenheit dem Justizministerium zur weiteren Bearbeitung übergeben haben. Wie verlautet, soll der Minifterialbescheid darin bestehen, daß im Allgemeinen den Juden und jüdischen Unternehmungen die Niederlassung in Sibirien verboten wird, daß aber in besonderen Fällen Ausnahmen gemacht werden können. Eine solche ausnahmsweise Niederlassungserlaubnis muß von den Ministern des Innern, der Finanzen und der Justiz durch eigene Namensunterschrift gewährleistet sein. In Petersburg und Moskau leben aus Grund solcher Erlaubnisscheine verschiedene jüdische Familien, die nicht das Geburtsrecht in diesen Hauptstädten haben. _ _ Personalnachrichten und kleine Mitteilungen. Frau Max Gold sch midt, die zweite Tochter des verstorbenen Baron Willy von Rothschild aus Frankfurt a. Main, hat gleich ihrer älteren Schwester der Stadt Frankfurt am Main eine Million Mark zu wohlthätigen Zwecken übergeben. — Kommerzienrat Emil Jacob in Berlin hat die Rothe Kreuz-Medaille zweiter Klasse, Geheimer Kommerzienrat L. M. Goldberger in Berlin, die Rothe Kreuz-Medaille dritter Klasse erhalten. Vakanzen. Potsdam. Rabbiner, 3300 M. Geh. Meld. an Vorst. — Rehlingen an der Saar. Lehrer, K., Sch. (ledig). Meld. an Herrn Otto Kasel. - Alt-Berun, O.-Schl. Rel.-L., K., Balk., Balt., Sch, 900 M. Geh., 600 M. Nebeneink. Meld. an Vorst. — Wangerin i. Pomm. Rel.-L., K., Sch., 1200 M. Geh. Meld. an Herrn Herm. Segall. — Wirsitz, Posen. Sem. geb. K., Balk., Balt., Sch., 1300 M. Geh., 200 M. Nebeneink. Meld. an Herrn W. Schoen. — Birnbaum. Rel.-L., K., Balk., Sch., 1600 M. Geh., sr. W. M<ld. an Herrn I. Brandt. — Zer ko w, Posen. K. und Sch., 1000 M. Geh., fr. W. Meld. an Vorst. — Wallerstein. K. u. Sch., 800 M. Geh., fr. W. Meld. an Herrn Jsaae Wild. — Schubin, Posen. Hilfst, und Sch., 1000 M. Geh., 200 M. Nebeneink., fr. W. Meld. an Herrn Markuß. — Nogowo, Bromberg. K., Balk., Sch., 900 M. Geh., 500—600 M. Nebeneink., fr. W. Meld. an Herrn Leopold Jacob. — Baerwalde i. Pomm. Rel.-L., K., Sch., 1000 M. Geh., fr. W. Meld. an Vorst. — Lichtenau, Wests. Sem. geb. El.-L. und K., 1000 M. Geh. Meld. an Herrn Stern. — Obersitzko, Posen. K., Balk., Sch., 1000 M. Geh., 400-500 M. Nebeneink. Meld. an Herrn H. Czollack. Feuilleton. S|iiiiitriunui Fliegen. Kulturhistorische Erzählung ^von Gregorij Bogrow. Nachdruck verboten. (Fortsetzung.) „Man hat Ihnen, erlauchtester Pan, die Wahrheit gesagt." „Nun, unsere Herren sind heute . . . Hasen. Du, Herr Bogdan, obwohl kein Pan . . ." und Potocki ließ seinen Blick^