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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1901-10-25 · 43 (25.10.1901) · p. Seite 688

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
Israelitische Wochenschrift
Issue
43 (25.10.1901)
Date
1901-10-25
Page
Seite 688 (sequence 16)
Language
German
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Seite 688. Israelitische Wochenschrift. Nr. 43. „Heiliger Gott! Abraham! Abraham!" und die Mutter schloß den Angekommenen an ihre Brust und herzte und küßte ihn, und Rebb Jonathan Beer war ebenfalls aufgesprungen, und plötzlich war die Stumpfheit, die seine Sinne umsangen gehalten chatte, gewichen, als er die Stimme seines Sohnes vernommen hatte. Er drängte sanft seine Frau zur Seite und sreudeschluchzend nahm er den Kopf seines armen Lieblings zwischen seine beiden Hände und küßte ihn immer und immer wieder. „Bist du krank, Abraham?" fragte die Mutter, nachdem sich der Freudenstrom gelegt hatte, „du siehst leidend aus." „Sei unbesorgt, Mutter, ich habe Fieber bekommen, doch glaube ich bald wieder ganz gesund zu sein." „Wie kommt es, Abraham?" fragte der Vater, „daß man dich so plötzlich sreigelassen?" „Onkel Köntgstein hatte, wie ich erfahren, eine Unterredung mit dem Gerichtspräsidenten gehabt, die mehrere Stunden gedauert haben soll und in Folge deren ich heute für frei und schuldlos erklärt wurde." „Gott möge es ihm vergelten." „Er hat seine Pflicht gethan", sagte Rebb Jonathan Beer finster, „seine Pflicht nur, und diese vielleicht später als es sein sollte. Doch sage -mir, wer hat das Verbrechen begangen." „Ich weiß es nicht", sagte Abraham, zu Boden blickend. „Aber ich weiß es, Abraham, ich weiß es, für wen du leiden mußtest, und auch du hast es gewußt und geschwiegen. Aber wehe ihnen, sie sollen es mir vergelten!" „Sage mir, Abraham, wie kamst du an jenem unglückseligen Abend ins Spielhaus." „Höre, Vater, eines Tags will ich es dir erzählen, heute bitte ich dich, mir die Antwort zu erlassen. Ich bin müde und abgespannt, ich glaube, Ruhe wird mir wohl thun, wird mir frische Kräfte geben. Gute Nacht." Und die beiden Alten geleiteten den Sohn zur Ruhe, und zum ersten Mal schlief Abraham wieder seit Monaten im elterlichen Haus. Doch nicht erquickend, nicht stärkend sollte dieser Schlaf sein. Ein wilder Schrei machte die Eltern in der Nacht von ihrem Lager aussahren, und als sie nach Abraham sahen, fanden sie diesen mit ficberglühendem Antlitz irre Worte ohne Zusammenhang ausstoßend. Er war jetzt „frei", doch ein böses Fieber hatte ihn neuerdings gefangen genommen. 10. Insolvent. Vier Wochen sind verflossen. Das Bethaus zu Frankfurt am Main ist festlich beleuchtet und von Besuchern überfüllt. Und drinnen unter der Chuppa harrt der Rabbi, um die Schulter den Tallis gelegt, aus das Brautpaar,^ das er heute trauen soll. Und dieses Brautpaar ist Sidonie, die Tochter des Bankier Königstein, und der ihr vom Bankier erwählte Bräutigam, Jsak Heimsohn. Und draußen vor der Thür des Bethauses, in einem Winkel verborgen, stand eine bleiche, abgehärmte, von Ftebersrost gepeinigte Gestalt, Abraham Beer, an seiner Seite der „Handelsjude", sein Vater. „Komm, mein Sohn, komm, mein Abraham, du bist noch krank, kränker als je, ich hätte dir nicht nachgeben, dich nicht hierher geleiten sollen, komm nach Haus, leg dich zu Bett", flehte Rebb Jonathan Beer mit rührender Stimme. „O! bitte Vater, laß mich hier, ich darf heute nicht krank sein, heute nicht", und bei diesen Worten schüttelte ihn Fiebersrost. „Komm, mein Kind, komm!" bat abermals der besorgte Vater. (Schluß folgt.) Brief- und Lragekaslen. Herrn W. S. in R. Besten Dank und Gegengruß. Wird besorgt. — Herrn S. in S. Es war mir bekannt, daß man auf jener Seite versucht hatte, sich den Anschein der Großmut zu geben. Eben deshalb habe ich widersprochen. Ohne Zwang hätte der Verein auch nicht, auf einen Pfennig verzichtet. Sie haben übrigens die Nachschrift zu meinem Brief vom 2. September nicht beachtet. — Herrn X. in Z. Ad I. Gewiß. Ad II. Durch einen Rabbiner. Ad III. Der Unterricht hat eben den Zweck, das zu ermöglichen. Ad IV. Niemand ist berechtigt, aus der bloßen Thatsache einen Anstoß herzuleiten. — Herrn Dr. A. in Eh. Erft in nächster Nummer und mit starker Kürzung. Gruß. — Herrn E. in B. Das wollen Sie dem Verlag Mitteilen. Die Redaktion hat damit nichts zu thun. — Herrn G. in A. Erhalten. Geschäftliche Mitteilung. In dem jüngst erschienenen beachtenswerten Werk von Dr. Max Heim, Bonn, über „Nährpräparate und Anregungsmittel" wird auf Seite 142 nach einer längeren Besprechung folgendes zusammenfassendes Urteil über „Maggi zum Würzen" gefällt: „Maggi's Suppen- und Speisenwürze verdient als billiges, geschmackverbesserndes und appetitanregendes Genußmittel, im Ganzen beurteilt, für die Ernährung der Gesunden und Kranken durchaus Beachtung, da die genannten Eigenschaften, die charakteristisch für ein Genußmittel sind, beim Maggi in ausgesprochenem Maße vorhanden sind. Als appetit- und verdauungsanregendes, billiges Geschmackkorrigens für Bouillon, Suppen, Gemüsen und Saucen ist Maggi für größere Küchen von Krankenanstalten und Hospitälern ebenso zu empfehlen, wie für Gesunde und Kranke im Hause." Gebrannte Koffccs ln Preislagen von Mk. 1,580, 1,40, 1,50, 1,60, 1,70, 1,80, 1,90, 2,00 per »/* «o Allen Freunden eines guten Getränkes als vorzügliche Marke empfohlen. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: M. A. Klausner, für den Inseratenteil: Max Schäffer in Berlin. »erlag Siegfried Tronbach, Berlin W. 67. — jvruck: Arthur Scholem, Berlin 0., Roßstr. ».

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