Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- Israelitische Wochenschrift
- Issue
- 30 (26.7.1901)
- Date
- 1901-07-26
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Zeitschrift für die Gchmtmtereffen des Judentums. Mebst öem Weiblcltt: Iüöilcbes Litlercckuvbl'crtt. Verantw. Redakt.: Lll. A. R lausner, Berlin W., Tauenzienstr. 19 a. Telephon: Amt IX, Ar. 5567. Verlag: Liegfried Lronbach Berlin W.f Steinmetzstr. 78. Telephon: Amt VI, Ar. 796. Post-Jeitungsliste Ar. 3704. Bezugspreis vierteljährlich: Deutschland u. Oesterreich-Ungarn 3,00MK. alle anderen Länder 3.50 MK. Nr. 30. Berlin, 26. 3ult ^90^. Jahrgang X. Erscheint an jedem Freitag, das jüdische Litteraturblatt monatlich einmal. Zu beziehen durch die Post, den Buchhandel oder unsere Expedition. Anzeigr« für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 30 Pf. Bei Wiederholungen Preisermäßigung. Alle Annoncen-Expeditionen sowie unsere Expedition nehmen Anzeigen entgegen. Für die Redaktion bestimmte Mitteilungen erbitte ich an die Adresse: Berlin W., Tauenzienstr. 19 a. M. A. Klausner. Inhalt. Artikel: Die Politik. (Eine Verbrecherliste. — Der olle ehrliche „Reichsbote". — Kurzes Gedächtnis. — So sind sie Alle. — Unverständlich und unglaublich. — Ganz wie bei uns.) — Professor Max Müller über die deutschen Juden. Von M. A. K. — Zum Wochenabschnitt. Von Rabbiner Dr. B. Seligkowitz-Cöthen. — Die Juden in Ackerbau und Handwerk. Von Dr. Ernst Tuch. — Die Blutanklage. Von Dr. D. Chwolson. — Die Berliner Repräsentantenwahlen. IV. Von M. A. K. — Wochenchronik: Wochenkalender. — Berlin: Die Alliance an den Hilfsverein. — Semesterschlußkneipe. — Hoppstädten: Amtsantritt. — Würzburg: Bayerischer Lehrerverein. — Wien: Israelitisch-theologische Lehranstalt. — Budapest: Ein jüdischer Arzt. — Paris: Jüdische Kolonisten in Mexiko. — Petersburg: Wohnrecht für jüdische Arbeiter. — Es bleibt beim Alten. — Gibraltar: Schließung der jüdischen Schule. — Personalnachrichten und kleine Mitteilungen. — Vakanzen. — Feuilleton: Berl der Bacher. Von Moritz Steinhardt-Berlin. — Brief- und Fragekasten. — Inserate. Die Politik. (Eine Verbrecherliste.) Der „Germanische Volksbund Berlin" hat an fünfzig „hervorragende Männer der Wissenschaft und des praktischen Lebens" die Frage gerichtet: „1. a. Giebt es nach Ihrer Ansicht Juden, die zu rituellen, religiösen oder sonstigen anderen Zwecken Menschenblut gebrauchen und darum den Ritualmord oder den Blutmord begehen? b. Und womit begründen Sie Ihre Ansicht? 2. Wenn Sie von der Wahrheit dieser Beschuldigung überzeugt sind, a. wodurch erklären Sie deren Berechtigung und welche Beweggründe nehmen Sie (seitens der Juden) an? b. Was halten Sie für das geeignetste Mittel zur Ausrottung dieser entsetzlichen Verbrechen?" Von den 50 Befragten haben 34 geantwortet. Unter diesen 34 hat nur Einer die gehegten Erwartungen völlig betrogen: Gymnasialdirektor Dr. Wehrmann in Pyritz hat die Frage verneint. Zwei Befragte haben Beantwortung direkt abgelehnt: die Herren Professor Paul Förster-Friedenau und Professor, Schumacher in Stettin. Drei waren durch Krankheit oder Zeitmangel an der Beantwortung gehindert: die Herren Justizrat Gröger in Schweidnitz, Rechtsanwalt Jacobson in Hamburg und Dr. Schmechten in Dortmund. Drei Befragte haben erklärt, daß sie „kein positiv sicheres, öffentliches Urteil abgeben können": die Herren Hofprediger a. D. Stöcker in Berlin, Sanitätsrat Dr. Becker in Bederkesa und Dr. Lindström in Hannover. Vier Befragte haben „die Möglichkeit und hohe Wahrscheinlichkeit" zugegeben, „daß jüdische Ritual- oder Blutmörder existieren": Professor Dr. Steffen in Leipzig, der Schwätzer Chamberlain in Wien, Paul Dahn in Friedenau und ein Ungenannter. Einundzwanzig haben Frage 1 unbedingt bejaht. Von diesen einundzwanzig haben vier ihre Namen verschwiegen oder verschweigen lassen, sie nur durch Anfangsbuchstaben angedeutet. Damit nicht Unschuldige in Verdacht kommen, übergehen wir die schamhaft Versteckten. An der Spitze der Verbrecherliste steht, nach Gebühr, der Meineid-Kanonikus Rohling in Prag, neben ihm der Pastor Krösell in Kloxin. Es folgen Dr. Sevin in Ueberlingen, Pfarrer Baltzer in Groß-Lerzkow, Pastor Keller in Weichau, Dr. Stille in Ihlienworth, Dr. Götz in Leipzig-Plagwitz, Dr. R. Müller in Dresden-Blasewitz, Dr. L. H. Müller (?) in Bremen, Maschinentechniker A. Memminger in Würzburg, Ingenieur Theod. Fritsch in Gerutsch, Kunstmaler Bindewald in Dtsch.-Wilmersdors, Dr. Bachler in Berlin, Dr. Böckel in