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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1901-07-05 · 27 (5.7.1901) · p. Seite 432

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
Israelitische Wochenschrift
Issue
27 (5.7.1901)
Date
1901-07-05
Page
Seite 432 (sequence 16)
Language
German
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Seite 432. Israelitische Wochenschrift. Nr. 27. der Lage sein, die Bestätigung so verdienter Pädagogen aussolgen zu lassen". Rubens Stirn hatte sich gerötet, gleich seinem Freunde schien auch er einem Schmerzensausbruch unterliegen zu müssen, aber nach wenigen Minuten ergriff er Rosensteins Hand und sprach mit fester Stimme: „Höre, Markus, unser Schiff scheint verloren, retten wir uns auf ein Boot, einen Balken, einen Baum, gleichviel, wenn wir uns nur retten. Ich habe unsere Niederlage befürchtet und schon nach einer Abhilfe für uns mich umgethan. Durch meinen Vetter, der Angestellter in der Kommerzialbank ist, erfuhr ich heute, daß in diesem Institut augenblicklich noch ein Komptoirift und ein Korrespondent benötigt werden —" „Für dich, Freund, nicht für mich", warf Rosenftein heftig dazwischen, „mich würde man voraussichtlich nach wenigen Tagen als unbrauchbar entlassen". „Jeder ist brauchbar, der den Willen hat, es zu sein", sagte Rüben schärfer, als sonst seine Art war. „Sei verständig, Markus, die Stelle ist annehmbar dotiert, und du, dank deinen hervorragenden Sprachkenntnissen, könntest sie mit Leichtigkeit aussüllen". „Ich bin zu alt, um mich in ungewohnte und unliebsame Art zu zwängen". „Und bist doch um Jahre jünger als ich. Habe ich je meinen Beruf weniger als du geliebt? Fällt es mir wohl leicht, mit einunddreißig Jahren von neuem um meine Existenz zu ringen? Guter Gott, ich will ja nur leben und nicht untergehen! Steh aus, was soll das Brüten — komm, wir wollen uns denen nicht aufzwingen, die uns uni unseres Glaubens willen verstoßen". „Geh nur allein!" „Aber Mensch, was wirst du beginnen? Du hast Weib und Kind". „Du mahnst mich recht. Eben darum", sagte er ganz leise, „werde ich thun, was jener Mann mir geraten". „Markus!" Mit einem Sprung war Rüben von der Thür zurück und saß neben Rosenstein, der den Kops über die Tischplatte hängen ließ. „O Markus, das sprach die Verzweiflung aus dir, nicht dein Wille. Das wäre die Thal eines Ehrlosen!" Markus richtete sein bleiches Gesicht in die Höhe. „Es ist wohl mancher Hungrige vor dem offenen Brotschrein schon zum Dieb gewordeu", sagte er müde. „Man schließt offen und versteckt in Deutschland den Juden aus — gut, so reicht ihm die Taufe das Eintrittsbillet zur Galatafel des Lebens". „Wehe dir, wenn du glaubst, daß die Taufe dich zum Christen mache. Behältst du nicht dein Herz, das weiche, empfindliche Judenherz? Und das wird leiden und bluten inmitten jener Schar, wo Groll dich empfangen und Mißtrauen dich begleiten wird aus liebearmen» Pfad. Der Jude, der Eindringling bleibst du in ihrer Gemeinde, haltlos, schutzlos stehst du da, und jeder Steinwurf, der aus den feindlichen Lagern hinüber- und herüberprallt, er wird dein Haupt treffen mit doppelter Kraft. Ja, über dein Leben hinaus verfolgt dich der Fluch, du darfst im Tod nicht ruhen auf dem Friedhof, wo deine frommen Eltern schlafen —" „Hör' aus! Willst du mir das Herz brechen?" „Nein", sagte Rüben warm, „ich will dir helfen, dir und mir. Auf der Stelle begebe ich mich in die Bank — bleib du hier, ein wenig Ruhe wird dir gut thun — ich ordne alles, treffe alle Vereinbarungen für dich und mich, sei unbesorgt, keine Mühe, keinen Gang, nicht ein Wort soll dich die Werbung um dein neues Amt zu stehen kommen". „Du guter Mensch". Rosenftein drückte bewegt die Hand des Freundes. Rüben hatte Glück. Dank günstiger Empfehlungen und seiner eigenen ansprechenden Persönlichkeit gelang es ihm, sowohl für sich, als auch für Rosenstein in jenem Hause ein annehmbares Engagement zu erlangen. Als am Spätnachmittage, froh des glücklichen Ausgangs, der Exphilologe in sein Hotel zurückkam, fand er sein Zimmer leer. Bald daraus brachte ihm der Kellner einen Brief. Rosenstein war abgereist. (Schluß folgt.) Brief- und Lragekaslen. Herrn Dr. N. in I. Sie wissen, daß ich aufmerksam redigiere und nichts durchgehen lasse, was gegen meine Linie gerichtet ist. Schon der Versuch einer Durchbrechung ist strafbar. Ich habe mir deshalb erlaubt, einige Zurechtrückungen vorzunehmen. Schönsten Gruß. — Redaktion des Israelitischen Familienblatts in Hamburg. Sie wollen bei Benutzung unseres Blattes die Quelle angeben. Die Unterlassung ist unanständig Gebrannte Kbffcei ln Preislagen von Mk, 1,80, 1,40, 1,50, 1,60, 1,70, 1,80, 1,90, 2.00 per V, Ko Allen Freunden eines gvten Getränkes als vorzügliche Marke empfohlen. Koch- und Wirtschaftsbuch für jüdische Hausfrauen. Herausgegeben von Flora Wolff, geb. Pfeffer. Anhang: Belehrung über Wäsche, Damen-T oilette, Gesundheits- Lexikon. Ausgabe A für junge Mädchen 3,50 Mk. Ausgabe Bf. verheirat. Damen 3,50 Mk. 3«*) wünsche ein vollständiges Exemplar der „Israelitischen Wochenschrift" seit Bestehen zu kaufen und bitte um gefällige Offerte. M. A. Klausner. Nahida Ruth # I Mit einer Vorrede I.A!A^U8s von Professor kUifciii Lazarus. Preis (jetzt) 4Mk., gebunden 5 Mk. Verlag Siegfried Cronbavk Koriin. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: M. A. Klausner, für den Inseratenteil: Max Schäffer in Berlin. Verlag Siegfried Eron^ach, Berlin W. 67. — Druck: Arthur Schalem, Berlin 0., Roßstr. 3.

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