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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1901-05-31 · 22 (31.5.1901) · p. Seite 352

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
Israelitische Wochenschrift
Issue
22 (31.5.1901)
Date
1901-05-31
Page
Seite 352 (sequence 16)
Language
German
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Seite 352. Israelitische Wochenschrift. Nr. 22. „Protokollführer", sagte der Inquisitor, indem er sich zu seinem Begleiter wandte, „schreibt genau die Antworten auf, die uus diese Ketzerin geben wird. Wie ist dein Manie?" fragte er dann Juanita. Diese erhob die Augen zu dem Mann, der sie verhörte. Es war eine kalte undurchdringliche Gestalt mit fanatischem Ausdruck. „Ich heiße Juanita", antwortete sie. „Wer ist dein Vater?" „Mein Vater!" rief Juanita, und diese teure und grausame Erinnerung ließ sie einen Augenblick die Frage vergessen. „O mein Vater, warum haben sie dich getötet?" „Sein Name?" wiederholte der Inquisitor. „Diego d'Almora". „Der Tod hat ihn der Strafe entzogen, die seine Verbrechen verdienten". „Seine Verbrechen!" ries Juanita unwillig. „Ruhe!" gebot der Inquisitor. „Du wirst genug zu thun haben, wenn du dich selbst verteidigen willst. Du Haft erklärt eine Maranna zu sein, du hast judaisiert". „Mein Vater sagte mir einst, ich sei eine Maranna, aber judaisiert habe ich niemals", antwortete Juanita. Das arme Kind hatte in der Frage des Inquisitors einen schwachen Rettungsanker zu erblicken geglaubt. „Sprich die reine Wahrheit vor dem heiligen Offizium; es hat andernfalls die Mittel, dick) dazu zu zwingen. Hast du keinen anderen Verwandten in Saragossa oder in einer andern Stadt Spaniens?" „Nein." „Du hast aber mit deinem Vater nicht allein gelebt. Ein junger Mann hielt sich in eurem Hause auf. Wie heißt er?" „Fernando". „War er ein Maranne?" „Ich kann mich auf keine seiner Handlungen erinnern, die mich zu dieser Annahme berechtigte". „Versuche nicht die Inquisition zu täuschen; sie ist über alles auf das Genaueste unterrichtet". * „Ich kann nur sagen, was ich weiß". „Aber du solltest 'doch den jungen Mann heiraten; er war also, wie du, ein Jude". „Ich gehorchte ohne zu fragen meinem Vater". „Wo ist er jetzt?" „Ich weiß nicht". „Aber du hast ihn vor einigen Tagen im Ursulinerinnen- Kloster gesehen. Du mußt wissen, wo er steckt. Du hast ihn ja selber in das Kloster rufen lassen". „Ich wollte ihm raten, Spanien zu verlassen". „Warum?" „Ich wollte ihn dem Haß seiner Feinde entziehen". „Geschah es nicht deshalb, weil du fürchtetest, er könne der Inquisition anheimsallen? Du wußtest doch, daß er ein Maranne ist?" „Nein, seine Feinde sind der Gras vonMamira^und sein Sohn". „Du lügst in deinen^Hals; du mußt wissen, wo er ist, denn er hat Spanien nicht verlassen . . . Man hat ihn noch vor einigen Tagen gesehen". Juanita antwortete nicht; ein neuer Schrecken erfüllte sie. Sagte der Inquisitor die Wahrheit? Oder waren seine Worte nur eine Schlinge? „Wo ist er?" begann der Inquisitor wieder. „Ich schwöre euch, daß ich es nicht weiß; auf meine Bitte hat er mir versprochen. Spanien zu verlassen". „Die Inquisition kann dem Eid einer Ketzerin keinen Glauben schenken . . . Gestehe ein . . . Widersetze dich nicht, oder zittere! ..." „Ich kann doch unmöglich mehr sagen, als ich selber weiß". (Fortsetzung folgt.) Brief- und Lragekasien. L. 83. Ich werde mich über jede Einsendung freuen. Darf ich Ihnen bekennen, daß ich in der Regel Prosa vorziehe? — Herrn Dr. I. C. Dank für die Mitteilung. Ist vorgemerkt. VIII, Gnbenliste der für die Pension»- und R^liktenknsse der Preußischen Rabbiner eingegangenen Keträge. Berlin. Theodor Simon (Hinter der katholischen Kirche 1) 200 M., Kommerzienrat Philipp Freudenberg 500 M.. Albert Freudenberg 250 M., Franz H. Meyer 250 M. Summa 1200 M. Danzig. Vorläufiger Ausweis 3000 M. Thorn. Adolf Sultan 200 M., Landgerichtsrat Hirschfeld 100 M., Rudolph Asch 100 M., Frau Heims 100 M., Hermann Löwenson 60 M., S. Rawitzki 50 M, Daniel Wollenberg 50 M., Dr. Grün 60 M., S. Wiener 30 M., Dr. Wolpe 25 M., Arnold Löwenberg 25 M, Julius Levy 20 M.. F. Falk 30 M , Rechtsanwalt Jacob 25 M., Rechtsanwalt Radt 25 M , Rechtsanwalt Stein 25 M., A. Kirschstein 26 M.. A. Jacob 25 M., Fromberg 20 M., G. Gerson 30 M., Dr. Saft 25 M.. Dr. Goldmann 30 M., Rechtsanwalt Aronsohn 50 M., Max Roth 20 M., Sittenfeld 20 M., Gascorowski 30 M-, Rechtsanwalt Feilchenfeld 30 M, Dr.^Sternberg 25 M. Summa 1236 M. Gl ei w itz. Gebrüder Max, Ludwig und Richard Gaßmann 500 M., Direktor Zuckerkand! 300 M., Adolf Zernik 100 M , Alfred Fränkel 100 M., Hugo Langer 100 M., Leo Heilborn 100 M., Jaques Schäffer 50 M-, Landgerichtsrat Dr. Hirsche! 60 M., Amtsgerichtsrat Haußmann 50 M, Rechtsanwalt Schüller 50 M., Dr. Hiller 100 M., Rechtsanwalt u. Notar Lustig 100 M, Josef Adler 100 M., Emil Kuschnitzky 60 M., Hoflieferant Simon Troplowitz 200 M., Albert Cohn 50 M, Nathan Bujakowsky 50 M., L. Kaiser 50 M., Arthur Rothenstein 50 M. Summa 2160 M. Zinsen 2.90 M. Zusammen 2162.90 M. In Preislagen von Mk. 1,80, 1,40, 1,60, 1,60, 1,70, 1,80, 1,90, 2,00 per r/z Ko Allen Freunden eines guten Getränkes als vorzügliche Marke empfohlen. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: M. A. Klausner, für den Inseratenteil: Max Schlüsser in Berlin. bebrannle Kflftccs «erlag Siegfried Eronbach, Berlin W. 67. — Druck: Arthur Schalem, Berlin 0., Roßstr. 8.

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