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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1899-12-15 · 50 (15.12.1899) · p. Seite 800

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
Israelitische Wochenschrift
Issue
50 (15.12.1899)
Date
1899-12-15
Page
Seite 800 (sequence 16)
Language
German
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Seite 800. Israelitische Wochenschrift. Nrm. Nach einer Weile ließ der Astrolog einen sonderbaren Laut hören, da standen die Bilder plötzlich wie festgenagelt an ihrem Orte und Sinabei begann: „Sie bemerken hier, wie die Sonne in voller Pracht hervortritt und in ktarem Lichte erscheint. Doch was sehe ich! Der Glanz wird dunkler, die Helle erlischt plötzlich. Nun hebt sich der Schein des Mondes immer mehr und mehr empor, und endlich übergießt er mit seinem Kulminationspunkt das ganze Firmament. — Dein Stern, o Piastenfürst, wird nicht zu lange in seiner Macht und Erhabenheit dauern, wohingegen durch Deine Erlauchte Gemahlin Elisabeth, aus dem Hause der Hohenzollern, ein berühmtes Geschlecht ersteht, dessen Ruhm den ganzen Erdenball erfüllen wird". — Plötzlich verfinsterte sich das Zimmer und der Astrolog war verschwunden.- Noch eine kurze Zeit stand Alles in starrem Erstaunen, dann gab der Herzog das Zeichen, daß die Cymbeln, Flöten und eine Trompetenfanfare das Ende der Prasserei angeben sollten; das geschah. Während die junge Welt zum Tanze antrat (er begann nach der Sitte der Zeit mit dem wunderlich gespreizten Schritt- oder Schleichtanz) und die älteren Männer dem Truchseß in einen Nebensaal folgten, wo abermals der volle Humpen ihrer wartete, schweifte Ambrosius durch die weniger besuchten Räume, bis er endlich in ein prächtig ausgestattetes Erkerzimmer gelangte, in dem sein kundiges Auge auf den ersten Blick des Herzogs Privatgemach erkannte. Nur in leisen Schwingungen tönte der Lärm des Festes nach diesem matt erleuchteten Raum hinüber; dann und wann war auch die Stimme des Vortänzers zu vernehmen, der. Allen voranschreitend, die Tanzlieder anstimmte; aber sonst herrschte im Gemache stiller Frieden, der den Sturm beschwichtigte, den der Aufenthalt in der adligen Gesellschaft mit verdoppelter Gewalt in Ambrosius entfesselt hatte. Er ließ sich in einen Sessel sinken und schloß die Augen, der Zauber der wohligen Ruhe sollte ungeschwächt auf ihn einwirken. Plötzlich schreckte er auf; er vernahm nahende Schritte und schon erkannte er die Stimme des Herzogs, der augenscheinlich auf dieses Gemach hinsteuerte. Das blasse Antlitz des Stadtschreibers wurde noch blasser. Hier in seinem Privatgemache durfte ihn der Herzog nicht finden; wie ein ertappter Dieb mußte er vor Hen Gewaltigen hintreten und um Entschuldigungen stammeln. Diese Demütigung ertrug er nicht, darum fort. Aber wohin?! Aengstlich schweiften seine Blicke nach einem anderen Ausgange, als der, durch den der Herzog und seine Begleiter eintreten mußten. Er suchte vergebens, nur eine Thür führte in das Gemach. Die Redenden kamen immer näher, noch wenige Augenblicke, und cs gab kein Entrinnen mehr. Da siel der 'Blick des Umherspähenden auf den tiefen Erker, mit einem Sprunge hatte er denselben erreicht; hier wußte er sich geborgen. Fast im gleichen Augenblicke traten der Herzog und Ritter Heintz von Zedlitz über die Schwelle. Auch dcs letzteren Stimme hatte Ambrosius bald erkannt. „Ja, Ihr habt Recht, mein lieber Ritter, es thut wohl, aus dem lärmenden Getöse für wenige Augenblicke zu flüchten, aber auch nur wenige Augenblicke, meine Pflichten als Gastgeber rufen mich in den Festsaal zurück. Ihr hättet mir ein Wort im Stillen zu sagen, das keinen Aufschub duldet, flüstertet Ihr mir nach Schluß der Tafel zu, so sprecht, hierher dringt keines Lauschers Ohr!" _____ (Fortsetzung folgt.) Brief- und Fragekasten. Herrn A. M. S. in H. Ist besorgt worden. Besten Gruß. — Herrn Dr. P. in C. Herzlichen Dank. — Herrn Dr. S. in C. Bravo! — Herrn N. C. in B. Ich bin Ihnen sehr dankbar, daß Sie mich aufmerksam gemacht haben. — Herrn M. E. in I. Besten Dank für die Einsendung, die auf bessere Gelegenheit zurückgestellt werden muß. — Herrn O. H. C. in L. Ich grüße immer, auch wenn ich es nicht drucken lasse. Vielen Dank. Für den Weihnachtstisch. Zu den willkommensten Geschenken gehören unstreitig die von der allbekannten Chokolade- Fabrik PH. Suchard in Neuchatel alljährlich auf den Markt gebrachten Weihnachtsartikel. Es läßt sich ja kaum etwas Reizenderes denken als diese eleganten Schachteln, Körbchen, Blumenvasen, Spielzeuge re. re., die nicht nur mit ihrem süßen Inhalt, feinen Pralines und Fondants den Gaumen erfreuen, sondern auch nachher noch immer bleibende praktische Verwendung finden. Sicher werden diese allerliebsten Geschenke auch dieses Jahr wieder tausende Herzen erfreuen, von Armen und Reichen, da sie ja zu allen Preisen, in einfachster, wie in kostbarster Ausstattung zu haben sind. Wringmaschinen von 10 Mark an. Mangelmaschinen Waschmaschinen von 20 Mark an von 25 Mark an liefert in bewährtester Konstruktion und Ausführung zu Fabrikpreisen unter Garantie Paul Knopp, Maschinenfabrik Berlin S.W., Beuthstr. 16 (nicht 15). Illustr. Preislisten gratis und franco. Carolahygienisch zuträgliches Getränk. Sparsamkeit unübertroffen! Verkaufstellen durch Plakate kenntlich. in Preislagen von Mk. 1/40, 1.40, 1,50, 1.60, 1,10, 1,80, 1,90, 2,00 per V2 Ko Allen Fremden eines guten Getränkes als vorzügliche Marke empfohlen. Gebrannte Koffcc$ Unserer heutigen Nummer liegt ein Prospekt der Continental Havana Compagnie, Mohrenstraße 11 12, bei, auf welchen wir besonders Hinweisen. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: M. A. Klausner, für den Inseratenteil: Erik Pfeffer in Berlin. Verlag Siegfried Cronbach, Berlin W. 57. — Druck: Arthur Scholem, Berlin C., Roßstr. 3.

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