Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- Israelitische Wochenschrift
- Issue
- 50 (15.12.1899)
- Date
- 1899-12-15
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Zeitschrift für die Gesamtintereffen des Judentums. Nebst einer wissenschaftlichen Beilage. verantw. Redakt.: LI. A. Klausner, Serlin W., Tauenpenslr. 19 a. Telephon: Amt IX, Ar. 5567. Verlag: Siegfried Cronbach, Berlin W. 57. Telephon: Amt VI, Ar. 796. Post-Zeitungsliste Rr. \22. Bezugspreis vierteljährlich: Deutschland u. Oesterreich-Vngarn 2,SÜMK.» alle anderen Länder 3 — Mk. Nr. 50. Berlin, f5. Dezember f899. Jahrgang VIII. Erscheint an jedem Freitag, die wissenschaftliche Beilage monatlich einmal. Zu beziehen durch die Post, den Buchhandel oder unsere Expedition. Anzeigen für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 30 Mf. Bei Wiederholungen Preisermäßigung. Alle Annoncen-Expeditionen sowie unsere Expedition nehmen Anzeigen entgegen. Für die Redaktion bestimmte Mitteilungen erbitte ich an die Adresse: Berlin W., Tauenzienstr. 19a. M. A. Klausner. Inhalt. Artikel: Die Politik. (Die Schächtfrage. — Bamberger über den Antisemitismus. — Unangebrachte Fügsamkeit. — Kaiser Franz Josef und der Antisemitismus. — Die rusischen Juden als Soldaten.) — Die jüdisch-galizische Frage. Bon Dr. Ernst Tuch-Hamburg. — Die Fahnen der Israeliten in der Wüste. Bon Rabbiner Dr. M. Ginsburger. — Die Lösung des Kohelethrätsels durch den Philosophen Baruch Jbn Baruch im 16. Jahrhundert. Bon Dr. D. Leimdörfer, Prediger zu Hamburg. (Fortsetzung.) — PZochenchronik: Wochenkalender.' — Berlin: Vorstandssitzung des Lehrerverbands. — Vereinsgründung. — Königsberg: Uebersicht der Wohlthätigkeitsvereine. — Rastenburg in Ostpreußen: Lehrerkonferenz. — Hannover: Das AhlemerInstitut. — Frankfurt a. M.: Legat. — Hamburg: Stiftungen. — Ehanukabescheerung in der Henry Jones-Loge. — Würzburg: Lehrerbildungsanstalt. — Lausanne: Juden in China. — Paris: Prämiirung. — London: Ehanukafeier der jüdischen Soldaten. — Neuer Verein. — St. Petersburg: Tod von A. L. Friedland. — Personalnachrichten und kleine Mitteilungen. — Vakanzen. — Feuilleton: Der Rabbi von Liegnitz. Historische Erzählung aus der Hussitenzeit. Von Dr. A. Sammler. (Fortsetzung.) — Brief- und Fragekafien. —, Inserate. Sie Politik. (Die Schächtfrage.) In der Schächtsache ist, wie uns ein kundiger Freund unseres Blattes schreibt, bisher auf einen wesentlichen Punkt nicht aufmerksam gemacht worden: daß die Herren, die in der Gegnerschaft gegen das Schächten einig sind, nicht zu sagen wissen, was an dessen Stelle treten soll. Sie gebrauchen stets das angenehm klingende Wort „Betäubung", das die Jdeenverbindung von schmerzloser Operation mit vorheriger Narkose erweckt. Hier aber ist an eine Betäubung durch mechanische Erschütterung des Gehirns gedacht, und hier stehen Anhänger verschiedener Methoden einander gegenüber: des bloßen Kopfschlags ohne besondere Apparate, der Schlachtmaske und der Schußmaske. Jedes btefer Verfahren hat Mängel. Bei der Schußmaske geht der Schuß gelegentlich, statt in den Ochsen, in einen der Umstehenden — bei der Schlachtmaske geht, da die Schädel der Rinder mehr oder minder große Abweichungen haben, der Schlagstift gelegentlich an eine Stelle, wo er Schmerzen verursacht, aber keine Betäubung — bei dem Kopfschlag sind häufig wiederholte Schläge erforderlich, um die Betäubung zu bewirken, und in solchen Fällen haben die Tiere furchtbare Schmerzen auszuhalten. Jede Schlachtart fügt dem Opfer ein Uebel zu; es handelt sich deshalb um die Frage des geringsten Nebels. Die Gegner des Schächtens müßten erst einig sein, was an dessen Stelle treten solle. Mehrere Gutachter haben sich dahin geäußert, daß theoretisch die Betäubung dem Schächten vorzuziehen, bisher aber kein zuverlässiges Verfahren für die Betäubung gefunden sei. Ehe dies nicht der Fall, ist eigentlich jede Besprechung der Frage verfrüht, selbst für den, der für den Wert religiöser Vorschriften kein Verständnis hat. * * * * (Bamberger über den Antisemitismus.) Die „Berliner Montags-Zeitung" veröffentlicht in ihrer ersten Nummer enre~- Anzahl Briefe, die Ludwig Bamberger an Soetbeer gerichtet hat. In einem dieser Briefe, vom 20. Oktober 1881 aus Mainz datiert, heißt es: „Meine Genesung geht hier gut vorwärts. Ich habe am letzten Sonntag eine Wählerversammlung abgehalten und' werde das Exerzitium am nächsten Sonntag wieder- « holen. Die infolge des Kornzolls und der Judenhetze abgefallenen Agrarier haben einen anderen Kandidaten ausgestellt und es wird wahrscheinlich zu einer Stichwahl kommen. Gewiß hätte ich lieber eine Kandidatur in Hamburg angenommen, welche auch in Anregung gekommen war, aber ich durfte den bisherigen Wahlkreis nicht ohne Gegenwehr ausgeben, und wenn ich unterliege, werde mich lieber vom Parlamentarismus zurückziehen, dal weite Ausbreitung des rohen und gemeinen AnMDMntums mir das öffentliche Leben Deutschlands all^Mtder-