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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1899-10-06 · 40 (6.10.1899) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
Israelitische Wochenschrift
Issue
40 (6.10.1899)
Date
1899-10-06
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Jeilschnst für die Gksamtiniereffen des Judentums. Nebst einer wissenschaftlichen Beilage. Verantw. Redakt.: Rl. A. Rlausner, Serlin W., Tauenzienftr. 19 a. Telephon: Amt IX, Ar. 5567. Verlag: Siegfried Cronbach, Berlin W. 57. Telephon: Amt VI, Ar. 796. Post-Zeitungsliste Ar. \22. Bezugspreis vierteljährlich: Deutschland u. Oesterreich-Ungarn 2,50MK., alle anderen Länder 3 — Mk. Nr. 40. Berlin. 6. Sktober ^899. Jahrgang VIII. Erscheint an jedem Freitag, die wissenschaftliche Beilage monatlich einmal. Zu beziehen durch die Post, den Buchhandel oder unsere Expedition. Anzeigen für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 30 Pf. Bei Wiederholungen Preisermäßigung. Alle Annoncen-Expeditionen sowie unsere Expedition nehmen Anzeigen entgegen. Für die Redaktion bestimmte Mitteilungen erbitte ich an die Adresse: Berlin W., Tauenzienstr. 19a. M. A. Klausner. Inhalt. Artikel: Die Politik. (Aus Tschechien.—Die Affäre Hilsner. — Nachträgliches zum Dreyfus-Prozeß. — Fürst Hohenlohe über Dreyfus. — Dreyfus-Steuer). — Die Fürsorge für den jüdischen Religionsunterricht in Berlin. — Die mosaischen Sanitätsvorschriften. Von Dr. Adler, Ober-Rabbiner von Großbritannien. — Der Justizmord in Kuttenberg. — — Wochenchronik: Wochenkalender. — Berlin: Bericht des Vereins „Esra". — Mangel an jüdischen Speise- und Pensions- Anstalten. — Bestimmung des Jahrmarktstermins. — Frankfurt a. M.: Abschiedsfeier. — Aus Baden: Rabbiner Dr. Julius Fürst — Gailingen: Die Großherzogin im jüdischen Friedrichsheim. — London: Erweiterung der Synagoge. — Hochzeit der Miß Eveline Rothschild. — St. Petersb urg: Widerrufene Unbill. — Personalnachrichten und kleine Mitterlungen. — Vakanzen. — Feuilleton: Entgleist. Eine Erzählung aus Galizien. Von S. Horowitz. — Brief- und Fragekasten. — Inserate Die Politik. (Aus Tschechien.) In Nassaberg, in der Nähe von Ehrudim in Böhmen, hat ein Dienstmädchen der Behörde angezeigt, daß ihre Dienstgeber täglich vor dem Frühstück Blut genießen, dessen Herkunft sie zwar nicht wisse, dessen Aufbewahrungsort ihr aber bekannt sei. Die Behörde schenkte ^den Angaben Glauben, und ordnete eine Untersuchung an, die ^ab, daß sich die Familie täglich die Zähne putzte und dazu Etliche übermangansaure Kali benutzte. — Wie kommen ^te auch dazu, sich in Tschechien die Zähne zu putzen! ^nter allen Umständen eine verdächtige Einschleppung , Brauchs. (Die Affaire Hilsner.) Hilsner hat sein Geständnis widerrufen, die von ihm des Mordes Bezichtigten haben ihr Alibi nachgewiesen und sind bereits wieder in Freiheit gesetzt, Hilsner behauptet, daß er an der Ermordung der? .za nicht teilgehabt. — Wir werden an seine Mitschuld nur mit der Maßgabe glauben, daß die Antisemiten ihn angestistet und zum Mord mitgeschleppt haben. Die Mitteilungen aus Tschechien, die sich mit der Angelegenheit Hilsner beschäftigen, sind, soweit sie antisemitischen Ursprung haben, mit äußerster Vorsicht auszunehmen. Als Regel gilt: Was von Antisemiten bekundet wird, ist erlogen. Wir sind noch keiner Ausnahme von dieser Regel begegnet, haben auch die Erwartung ausgegeben, je eine zu finden. Unbedingte Wahrheitsscheu ist eben der unverwischliche Grundzug des Antisemitismus in allen Ländern. * * * (Nachträgliches zum Prozeß Dreyfus.) Der Pariser „Siecle" veröffentlicht ein Schreiben seines Direktors Joes Guyot an die „Gazette de Lausanne", worin die Schritte auseinander gesetzt werden, die der „Siecle" im vorigen Jahre gethan hat, um Deutschland zu der amtlichen Erklärung zu veranlassen, daß Esterhazy der Verräter sei. Herr von Bülow habe sich zwar geweigert, den nach Berlin entsandten Vertreter des Blattes, Massip, zu empfangen, da der „Siecle" Oppositionsorgan sei, doch habe er ihist eine Note folgenden Inhalts zustellen lassen: „Ganz Deutschland, sowie die Regierung, die es vertritt, würde der Lösung der Dreyfus-Frage mit großer Freude entgegensehen, allein die deutsche Regierung kann der französischen die Wahrheit nicht aufzwingen. Sobald die französische Regierung den Wunsch dazu hegen wird, wird Schwartzkoppen ermächtigt werden, Zeugnis abzulegen, sei es vor der deutschen Gerichrsobrigkeit, sei es in der französischen Botschaft zu Berlin, sei es vor dem französischen Gerichtshof". Der „Siecle" erwähnt, die Familie Dreyfus, und dann auch die Regierungen Brtssons und Waldeck-Rousseaus hätten Bedenken getragen, die Wahrheit anzunehmen, wenn sie vom Auslande komme, aus Furcht vor den Angriffen der Gegner. Daher habe Guyot bisher geschwiegen. Jetzt, nach Dreyfus'

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