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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1899-09-22 · 38 (22.9.1899) · p. Seite 608

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
Israelitische Wochenschrift
Issue
38 (22.9.1899)
Date
1899-09-22
Page
Seite 608 (sequence 16)
Language
German
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Seite 608. Israelitische Wochenschrift. Nr. 38. gern haben, doch ein Doktor wird er mir nicht, das schwör' ich Euch. Aber so reden viele. Wer liebt heute sein Gewerbe oder seinen Stand?" ,,S' sind doch närrische Leute", bemerkte Vater Scholz, „konnten sie einander nicht vor zehn, zwölf Jahren kriegen?" „Nun — was denn?" antwortete Löbel mit Eifer. „Was Hab' ich immer gesagt? Hätt' er auf mich gehört, er hätt sich viel Zeit erspart und Kummer und Herzeleid. Und Lottens Geld wär noch da, und man hätt nicht gebraucht zu schießen und zu sitzen drei schwere Jahre lang. Hätt er das nötig gehabt? Ja, das kommt davon, wenn junge Leute nur ihren eigenen Köpfen folgen". „Er hat doch in seiner Art das Rechte gewollt". „Aber mein lieber Herr Scholz, das wollen wir Alle. Alle wollen wir das Rechte. Aber wer findet es denn? Nun geh!" Und Löbel Abraham schob den Hut in den Nacken, brachte die Hände in die famose Hoserstellung und ging seiner Wege. Ende. Brief- und Fragekasten. Herrn O. H. C. in London. Das war eine sehr interessante und erfreuliche, zugleich aber eine enttäuschende Lektüre. Ich hatte namentlich Ausführungen über des großen Protektors Stellung und Verhalten gegenüber den Juden erwartet. Daß gerade diese fehlen, die den Vortrag für die „Israelitische Wochenschrift" zum Gewinn machen sollten, vermöchte keine stupendeste oratorische und literarische Pcäponderanz auszugleichen. Ginge es an, mit den seduktiven Kapazitäten der personellen Eloquenz, die für ein Auditorium irresistibel sind, durch das Medium der Gutenbergschen Jnstrumentalität ohne Diminution eine Leserschaft zu insluenzieren, so wäre es freilich Exzeß der Prodigalität, an eine Ueberbietung religiösen Charmes unter sublunarischen Existenzbedingungen zu glauben. Und wer das verstanden hat, der setze sich Einen raus. Herzlichen Gruß. — Redaktion des „Israelit" in Mainz: Sie haben schon wieder unsere Zeitung ohne Quellenangabe nachgedruckt. Wir rufen Sie zum Anstand! Ist diese Aufforderung ohne Erfolg, so werden wir andere Maßregeln ergreifen. — EI. Bijusch — Beschämung. — Herr Dr. E. T. in H. Soll in nächster Woche veröffentlicht werden. Für diese Nummer kam die Sendung zu spät. Besten Gruß. — Carolahygienisch zuträgliches Getränk HGF- Sparsamkeit unübertroffen! "WB Verkaufstellen, durch Plakate kenntlich. untz Gebrannte KolitCC$ In Preislagen von Mk. 1,20, 1,40, 1,50, 1,60, 1,70, 1,80, 1,90, 2,00 per V2 Ko. Allen Freunden eines guten Getränkes als vorzügliche Marke empfohlen. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: M. A. Klausner, für den Inseratenteil: Erik Pfeffer in Berlin. H.Meyen&Co., Silberwaren-Fabrik, BerlinB., Sebastianstr. 20 Fernsprecher Amt 4, 835. Chanuka- -8- «- Leuchter für Oel u. Wachsstock, sowie sämtliche Thoraschild. RitllS^GEQ BDStälldB Thorakrone. für Haus- und Synagogenbedarf. WoWAWöM W Verlag Siegfried Cronbach, Berlin W. Soeben erschienen: Samuel Fleisefemys Memoiren von Leo Lowenthal. —— -— 176 Seiten. Preis 2 Mark, eleg. gebunden 3 Mark. Das „Hamburger Fremdenblatt“ vom 8. Juli 1899 urteilt: Der rühmlichst bekannte Verlag pllegt bekanntlich auch u. A. die Specialität der jüdischen Erzählungen ernsten und humoristischen Genres, die zugleich als Sittenbilder dienen. Die vorliegenden Memoiren eines aus Chzwniak in Posen gebürtigen Commis voyageur sind so lustig und dabei doch so discret gehalten, dass jeder unbefangene Leser sich an dem köstlichen Humor erfreuen kann, der nirgends verletzt und zugleich ein Lebensbild, freilich in grotesker Umrahmung gibt. Verlag Siegfried Cronbach, Berl'n W. 67. — Druck: Arthur Scholem, Berlin 6., Roßstr. 3.

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