Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 33 (1921)
- Issue
- 4 (6.1921)
- Date
- 1921-06-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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4 erhoben. Sie ragen .unvergänglich wie die Gipfel der Alpen. Wohl gibt es auch unter uns: manche, die am Staube haften. Aus einzelnen Hütten sind Hotels geworden,' wo geprahlt und geprotzt wird. Aber an solchen Ausschreitungen haben Christen wie Juden Anteil. Die Psychologie der Emporkömmlinge ist immer und überall die gleiche. Hüten wir uns vor der Vermischung mit ihnen, sie gehören trotz seidener Pyjamas und blitzender Brillanten 'So wenig zur guten Gesellschaft wie das heulende Rudel, das den Arierparagraphen propagiert. Die einen nähren den Judenhaß' wie die anderen den Deutschenhaß. Und sie' haben einander nichts vorzuwerfen. Aus Bergeshöhe hat das1 Judentum der Welt die sittliche Erleuchtung gebracht, von Bergeshöhe ist' Moses den Augen des Volkes für immer entschwunden. Unser Volk als Ganzes kann nicht anders als immer wiederzur Höhe Streben. Daran ward kein Arierparagraph etwas ändern. 1 Siegfried F leis eh e n,. * ■ , Erste ordentliche Delegiertenversammlung der „Union äentschösterreicüischer Juden“ % Im Saale des! n.-ö. Gewerbevereines1 fand am 15. Juni d. JV die, 1. außerordentliche DelegiertenversammlunU der „Union Deutschösterreichischer Juden“ statt. Vizepräsident DG Or »Stein begrüßte die zahlreich erschienenen Delegierten sowie die Obmänner, der Mitgliedschaften, ferner die Herren Dr. Julius 0 f n e r,’Universitätsprofessor I)r. L. König Stei n, Vizepräsident der Wr. Kultusgemeinde Ignaz Glück, die Kultus'vorsteher Rat Buchwald, Dr. Deutsch und Dr. Landau, den früheren Stadtrat Dr. Oskar Hein u.a. Der Vorsitzende warf sodann einen Rückblick auf die Entstehung' der neuen Organisation, betonte nachdrücklich die Notwendigkeit kraftvollen Zusammenschlusses im Kampfe um die. Rechte der österreichischen Judenschaft und forderte alle Juden zur werktätigen Arbeit ,auf. Herr Ignaz Glück dankte für die. ehrenvolle Begrüßung und führte aJs, daß voraussichtlich schon die nächste Zeit neue Kämpfe bringen werde, da der jetzige Zustand in der Wiener Kultusgemeinde infolge der faktiösen Opposition der Jüdischnationalen unhaltbar erscheine. Redner mahnt zu einigem und entschlossenem Widerstande und zurrechtzeitigen Organisie-, rung des Kampfes. Hierauf verlas1 Sekretär Siegfried Fleischer den nachfolgenden , *