Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 26 (1914)
- Issue
- 7/8 (Juli/August 1914)
- Date
- 1914-07-01
- Page
- Seite 22 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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22 verleihen. Dies ist bereits im Berliner Vertrag ausgesprochen worden, bisher aber noch nicht zur Ausführung gelangt. Saloniki. (Griechen gegen Juden.) Seit der Ankunft der griechischen Armee in Saloniki erscheinen in der griechischen Presse fortgesetzt heftige Angriffe gegen die Juden. Die antisemitische Preßkampagne hat in der letzten Zeit einen sehr ernsten Charakter angenommen. Die griechischen Blätter lassen keinen Tag und keine Ge* legenheit vorübergehen, ohne die unglaublichsten Verleumdungen gegen die Juden auszusprechen und dadurch die griechischen Massen aufzuhetzen. Die kleinsten Verstöße einzelner Juden sind willkommene Anlässe, um di/e Juden als Staatsverräter hinzustellen, die die türkische Herrschaft wieder hersteilen wollen. Die Tatsache, daß einige Juden aus alter Gewohnheit noch immer den Fez tragen, genügt den griechischen Zeitungen, um die türkenfreundliche und griechenfeindliche Gesinnung der Juden zu begründen. Die Zeitung „Nea Hellas“ berichtet z. B., daß die Juden ein Komitee gebildet haben, um den Verkauf der beiden amerikanischen Panzerschiffe an Griechenland zu verhindern. Die Zeitung „Nea Alithia“ behauptet, daß alle Repressalien gegen Griechen in der Türkei ausschließlich jüdischem Einfluß zu verdanken sind. Die griechische Regierung bewahrt gegenüber all diesen Beschuldigungen, die ein Zusammenleben zwischen der griechischen und jüdischen Bevölkerung in besorgniserregender Weise erschweren, stillschweigende Zurückhaltung. Die Presse wird dadurch, daß von den Behörden keine Gegenmaßregeln getroffen werden, noch mehr ermutigt und die Oeffentlichkeit gewinnt den Eindruck, daß die Regierung der Judenhetze nahesteht. Die jüdische Auswanderung macht weitere Fortschritte. In Port Said sind zurzeit 12 jüdische Familien aus Saloniki, für die der Großrabbiner in Konstantinopel die Eiffwanderungserlaubnis erwirkt h'at, trotzdem ihre Pässe für das türkische Konsulat in Saloniki nicht vidiert waren. Die in Saloniki verbleibenden Juden setzen ihre Hoffnung jetzt nur noch darauf, daß sie durch Selbsthilfe, durch eine eigene Organisation stark genug werden, um mit eigener Kraft allen Angriffen und Feindseligkeiten in geeigneter Weise entgegenzutreten. [TRESOR KASSEN EEÜ.RFEST UNO EINEIRUCHSICKER BILLIGER ALS GEBR1UCHTE nur bei Hans Seither & C9, Wien, XVI., Wilhelminenstraße 14 a. Ratenzahlungen ohne Preisaufschlag! :: Höchste Rabatte für Händler! :: Vertreter gesucht!