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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1914-03-01 · 3/4 (März/April 1914) · p. Seite 25

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
26 (1914)
Issue
3/4 (März/April 1914)
Date
1914-03-01
Page
Seite 25 (sequence 30)
Language
German
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25 haupt kein geschriebenes Recht. Preußen als ein Kulturstaat sollte jenes ungeschriebene Völkerrecht sich zu eigen machen, daß Ausweisungen aus konfessionellen und politischen Gründen nicht stattfinden. — Es wurde folgende Resolution angenommen: „Die heute in Posen tagende Hauptversammlung des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus wendet sich mit Entschiedenheit dagegen, daß bei der E i nbiirgerung von Ausländern sowie bei der Erteilung der Aufenthaltserlaubnis die Religion irgendwie als Hinderungsgrund betrachtet wird.“ Saloniki. (Die Juden in Saloniki.) Die Griechen Salonikis, die seit der Besitzergreifung des Landes durch ihre Armee selbstredend eine ganz andere Rolle spielen, als es unter türkischer Herrschaft der Fall gewesen, haben letzthin mehrfach in ihren hiesigen Blättern gegen die israelitische Bevölkerung der Stadt Stellung genommen. Doch wmrden diese Auslassungen, die sogar so weit gingen, die Juden hier als Fremde zu bezeichnen, die nur ihr Bündel zu schnüren brauchten, wenn es ihnen nicht mehr passe, auch in den ernst zu nehmenden griechischen Kreisen mißbilligt. Man hat sich schon seit vielen Monaten mit der Frage der wirtschaftlichen Zukunft Salonikis beschäftigt, und wenn dabei in den israelitischen Kreisen mehr Verständnis und mehr Eifer für die Sache gezeigt wird, so,ist das auch' iganz verständlich, denn die größten Handelshäuser des Platzes gehören Israeliten, die große Mehrzahl der Bevölkerung besteht aus Juden. Es hat den Anschein, als ob .gerade die ganz berechtigte Kritik, die in diesen Kreisen über Maßnahmen der griechischen Regierung gefällt wurde, das Mißfallen mancher Griechen wachgerufen hätte, welche die Ansicht vertraten, daß diese Kritik nun nicht mehr Sache der Jsraeliten, sondern Sache der Griechen sei. Die Eifersucht war wachgerufen worden, es entstand ein recht geschmackloses Zeitungsgeplänkel, und es schien, als ob sich eine tiefer gehende Erregung zwischen Griechen und Israeliten herausbilden wollte. Dies wäre im Interesse des Handels sehr bedauerlich gewesen, und man kann es nur mit Genugtuung begrüßen, daß der Sache vorläufig die Spitze abgebrochen worden ist. Heute bedarf es des energischen Zusammenarbeitens der beiden Elemente, damit die griechische Regierung zu solchen Maßnahmen gedrängt wird, die den Handel Salonikis zu retten geeignet sind. Leider ist schon viel Zeit verloren worden, und die wirtschaftliche Tätigkeit des einst so lebhaften Handelsplatzes ist immer tiefer gesunken, bis nun auch die enragiertesten Patrioten einseben, daß es so nicht weiter gehen kann. Bukarest. (Auswanderung jüdischer Reservisten.) Mehrere hundert jüdische Reservisten, die den letzten Krieg gegen Bulgarien mitgemacht haben und denen entgegen dem Versprechen der Regierung die Verleihung der Bürgerrechte vorenthalten wird, haben beschlossen, auszuwandern, vorher jedoch eine Fußtour durch das Land, geschmückt mit der Kriegserinnerungsmedaille, zu machen. Der Minister des Innern Morteun läßt nunmehr mitteilen,

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