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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1912-05-01 · 5 (5.1912) · p. Seite 26

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
24 (1912)
Issue
5 (5.1912)
Date
1912-05-01
Page
Seite 26 (sequence 31)
Language
German
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26 Korrespondenzen. ' Wien. (D r. Gustav K o h n.) Der Kaiser hat dem ersten Vizepräsidenten der israelitischen Kultusgemeinde in Wien, Dr. Gustav K o h n den Orden der Eisernen Krone dritter Klasse verliehen. Doktor Gustav K o h n einer der angesehensten Advokaten Wiens, ist seit vielen Jahnen als Vorstandsmitglied der Wiener Kultusgemeinde und als Mitglied .dies Landesschulrates in überaus verdienstlicher Weise tätig. Er ist bekannt durch sein reges philanthropisches Wirken, als Wohltäter der Armen und als eifriger Förderer aller humanitären und kulturellen Bestrebungen. Die Auszeichnung, die dem allgemein verehrten Manne zuteil geworden, wird in den weitesten Kreisen der Wiener Gesellschaft sympathisch aufgenommen werden. Brünn. (Der tschechische National rat gegen den Antisemitismus.^ Im Hinblick auf die in letzter Zeit in mehreren tschechischten Blättern ^zutage getretene antisemitische Tendenz und auf; (den propagierten Boykott jüdischer Kaufleute hat sich der tschechische Nationalrat veranlaßt gesehen, bei einer Reihe tschechischen Blättey in dem Sinne einzuschreiten, daß der Kampf gegen die Judeu eingestellt werde. Gleichzeitig hat der tschechische Njatisonalrat an die einflußreichen und großen politischen und wirtschaftlichen Organisationen ein Zirkular gerichtet, in welchem sie ersucht werden, -auf die Herstellung eines guten Einvernehmens ihrer Mitglieder mit den jüdischen Mitbürgern hinzuwirken. Leipzig. (Wegen Beschimpfung der jüdischen Religionsgemeinschaft) ist gegen den bekannten Antisemiten Theodor Fritsch, den Herausgeber des „Hammer“, auf Grund einer Anzeige des „Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens“ von der Staatsanwaltschaft Leipzig abermals Anklage erhoben worden. Anzeige und Anklage stützen sich auf das Buch, das Fritsch über den Jahwe-Kultus veröffentlicht hat. St. Petersbourg. (Die des Ritualmordes angeklagte Hann ah Spektor), deren Freisprechung von dem Senat kassiert 'wurde, reiste aus Uman nach Amerika ab. Die Revision der Angelegenheit ist daher vorläufig zweifelhaft. St. Petersburg. (Der Kiewer Ritualmordprozeß) wegen Ermordung des Knaben Justschinski, dessen Beginn bereits auf den 17. Mai festgesetzt war, ist einen Tag, nachdem die Auslosung der Geschworenen stattgefunden hatte, auf unbestimmte Zeit vertagt worden. Es heißt jetzt, daß der Prozeß im Herbst verhandelt werden soll. Leber die Gründe der auffälligen Verschiebung schreibt man der „Neuen Jüdischen Korrespondenz“ aus Kiew: Die aufsehenerregende abermalige Verschiebung des Prozesses gegen Mendel Beilis erfolgte angeblich deshalb, weil die beiden Sachverständigen, die Professoren der Kiewer Universität, Sikorski und Obolowski, der Verhandlung nicht hätten beiwohnen können, wenn sie

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