Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 23 (1911)
- Issue
- 11 (11.1911)
- Date
- 1911-11-01
- Page
- Seite 9 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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9 rigkeiten, meint aber, daß ein galizisches Komitee für die Vorbereitung der Aktion in Galizien konstituiert werden sollte. Herr Taussig (Linz) legt die Erfolge dar, welche die unter seiner Aegide durchgeführte Reform des Armenwesens in Linz gezeitigt hat. Der HausbetM sei dort vollständig abgeschafft^ und was im Kleinen möglich war, das könnte gewiß auch im' Großen gelingen. Redner ist der Ansicht, daß die Gesamtorganisation nicht rasch genug ins Leben treten könne und ist überzeugt, daß die Kreisarmenkassen volle Unterstützung der Kultusgemeinden ihres Rayons finden werden. Auch nach seiner Erfahrung haben die schwarzen Listen vorzügliche Dienste geleistet. Dr. Schanzer erklärt, es sei ihm ferne gelegen, die Aktion durch seine Ausführungen verzögern zu wollen, t^r habe ledige lieh vor allzu weitgehenden und allzu optimistischen Erwartungen warnen wollen. Er behalte sich vor, in der Detailberatung der Statuten praktische Vorschläge zu erbringen, durch welche dieselben der Eigenart der österreichischen Verhältnisse angepaßt werden sollen. Dr. Herrmann (Brünn) spricht in eindringlicher Weise für die sofortige Schaffung der Zentralstelle und der Kreisarmenkassen. Die Frage der Regelung des Wanderbettels kann mit der Frage der Ortsarmenpflege nicht verquickt werden. Es besteht allerdings ein gewisser Zusammenhang, da viele Wanderbettler sich da, wo der Hausbettel blüht, leicht als Ortsarme niederlassen. Darum ist die Abschaffung des Hausbettels dringend, sie kann aber nur von jeder Gemeinde selbständig gelöst werden. Der Referent, Sekretär Fleischer („/Union"), bespricht' eingehend alle vorgebrachten Einwendungen und Anregungen und betont, daß die Statuten von ihm auf Grund der Beschlüsse des Delegiertentages ausgearbeitet wurden und ein zusammenhängen: des organisches Ganze bilden. Die Ausschaltung Galiziens sei nur als eine temporäre Uebergangsmaßregel gedacht, um das Inslebentreten |der Organisation für Innerösterreich schon im jetzigen Zeitpunkte zu ermöglichen, es sei jedoch selbstverständlich, daß nach der unbedingt notwendigen Vorarbeit, welche durch Einleitung von Besprechungen mit den führenden Persönliche keiten der galizischen Judens'chaft durchzuführen sei, die Angliederung Galiziens erfolgen soll. Redner empfiehlt, in die Detailberatung der Statuten einzugehen und dieselbe noch heute zu Ende zu führen. Kaiserl. Rat Dr. Krüger (Zentralstelle für Armenpflege) hebt die Notwendigkeit eines engen Zusammenwirkens zwischen der Wiener Zentralstelle für jüdische Armenpflege und der zu schaffenden Zentralstelle zur Regelung des jüdischen Wanderbettels hervor.