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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1910-12-01 · 12 (12.1910) · p. Seite 33

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
22 (1910)
Issue
12 (12.1910)
Date
1910-12-01
Page
Seite 33 (sequence 38)
Language
German
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33 dischen .Geschäftsleute enthält. Dieser Artikel begründet das Vergehen nach § 302, StrG. Wir erheben gegen die Nichtbeanstandung desselben durch die k. k. Staatsanwaltschaft Wiener- Neustadt Beschwerde und stellen "die'Bitte: das hohe k. k. 'Justizministerium wolle nachträglich die Beschlagnahme der Nr. 99 der „Wiener-Neustädter-Zeitung'1 verfügen. — Am 22. d. M. haben wir auch mündlich darüber Beschwerde geführt, dass der Staatsanwalt in Wiener-Neustadt eine Deputation der dortigen Kultusgemeinde und eine solche der jüdischen Geschäftsleute mit der Erklärung abfertigte, dass er keinen Anlass zum Einschreiten habe und dass den Herren die Klage vor dem Schwurgerichte freistehe, obgleich er wissen musste, dass eine Klagelegitimation mangelt. Dem Herrn Staatsanwalt werden solche Frozzeleien nicht durchgehen. Korrespondenzen, Wien. Abg. Dr. Straucher hielt in der Budgetdebatte eine bemerkenswerte Kede. Dr. Straucher behandelte eingangs seiner Rede die Verhältnisse in der Bukowina und wendete sich dann der Besprechung der jüdischen Frage zu. Er präzisierte das Verhältnis des „jüdischen Klubs" zur Regierung und erklärte, daß dieser nach wie vor oppositionell sei, da die Regierung die Erfüllung seiner Forderungen bisher nur versprochen, die Versprechungen aber nicht gehalten habe. Redner wies speziell auf das Elend breiter Schichten der jüdischen Bevölkerung hin. In keinem Parlament der Welt werde so viel wie bei uns über Juden und das Judentum gesprochen, zumeist Unrichtiges, tatsächlich nicht Erwiesenes. Diese Judenfrage aber wird und muß einmal aufgerollt werden. Die Vertreter der jüdischen Wählermassen aus der Bukowina und Galizien sind wohl am besten in diese unsagbar traurigen Verhältnisse eingeweiht. Redner gab sodann eine ausführliche Schilderung des unter den galizischen und Bukowinaer Juden herrschenden Elends, zu'dessen Vermehrung die Entziehung der Schankkonzession beigetragen hat. Er verlangte ferner, daß bei der nächsten Volkszählung nicht nach der Umgangssprache, sondern nach der Muttersprache oder Nationalität gezählt werde, damit die jüdische Nationalität bei der Volkszählung berücksichtigt werden könne. Berlin. (Dr. Hirsch Hildesheimer.) Das orthodoxe Judentum hat eine seiner angesehensten Persönlichkeiten durch den Tod verloren. Am 6. dieses Monats starb hier am Herzschlage Dr. Hirsch Hildesheimer, Herausgeber der „Jüdischen Presse" und Dozent an dem von seinem Vater, dem Rabbiner Israel Hildesheimer begründeten Rabbi-Seminar. Der Dahingeschiedene war ein Mann, der in rühmenswerter Weise persönliche Glaubensstrenge mit milder Beurteilung der Anschauung anderer vereinigte. Dazu zeichnete ihn ein unbegrenzter Wohltätigkeitssinn und eine stets opferwillige Hilfsbereit-

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