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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1908-12-01 · 12 (12.1908) · p. Seite 32

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
20 (1908)
Issue
12 (12.1908)
Date
1908-12-01
Page
Seite 32 (sequence 34)
Language
German
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32 nichten müssen, teils aus leidigen Familienrücksichten — teils auch wegen religiöser Skrupel." Was an autobiographischen Aufzeichnungen uns erhalten geblieben, was er nicht verbrannt hat und was bis jetzt bekannt geworden — und alles dieses ist in dem hier vorliegenden Bande aufgenommen — ist immer noch eine unerschöpfliche Quelle zur Beurteilung und Wertung des Dichters und Menschen Heine; es ist eine wahre Schatzkammer, eine Fundgrube für alle die, welche die kulturellen, literarischen und künstlerischen Strömungen und Wellenbewegungen des vorigen Jahrhunderts studieren und kennen lernen wollen. Wo die autobiographischen Aufzeichnungen Heines uns im Stiche lassen, da füllt der bekannte Heinekenner und -Forscher Dr. Gustav Karpeles mit erstaunlichem Kennerblick die Lücke aus, indem er Heine aus seinen Briefen, Gedichten und Gesprächen jedesmal sprechen und von seinem Treiben und Dichten erzählen lässt. Diese Geständnisse des Dichters dürfen wohl mit Fug und Becht als seine Memoiren gelten, die uns Kunde geben von seinem Leben und Lieben, von seinem Freundesgefühl und seinen Antipathien, von seinem Wollen und Streben, von seinem Dichten und Schaffen, von seinen Hoffnungen, seinen Träumen und Idealen. Und zwar die treueste und zuverlässigste Kunde. Es ist der echte wahre Heine, der uns hier mit voller Offenheit die Historie seines Lebens erzählt. Diese Memoiren zeigen uns den Dichter in seiner vollen Grösse, den werdenden, den sich emporarbeitenden, zeigen uns Heine, den kindlichen, liebenden, träumenden, Leben und Liebe aufbauenden, zeigen uns Heine, den witzigen und satirischen Heine, den ironischen, Götter zertrümmernden Heine, den innerlich guten Menschen. . . . Das Werk teilt sich in fünf Bücher: „Kindheit und Jugend", „Studienjahre", „Wanderjahre", „Im Exil". ,;Die Matratzengruft". Der Band, dessen Breis bei so starkem Umfang 4 Mark, gebunden 5 resp. 6 Mark, sehr gering zu nennen ist, ist und wird bleiben eins der interessantesten Memoirenwerke der deutschen Literatur und darf in keinem Hause fehlen, in dem Heines Werke zur Hausbibliothek gehören, in dem Sinn und Liebe zur deutschen Kultur und Literatur ge- ■weckt, genährt und gepflegt wird. Das Werk ist soeben im . Verlage von Karl Curtius, Berlin erschienen. (Einen ewigen Kalender) hat der Oberkantor und Religionslehrer M. Fuchs in Trebitsch erfunden, mit dem jeder festzustellen vermag, auf welchen Wochentag ein beliebiges Datum der Vergangenheit (seit Beginn der christlichen Zeitrechnung) oder der Zukunft fällt. Es sind dies drei kleine, übereinandergehende Scheiben, die alle mit Ziffern bedeckt sind, und wenn man nach einer auf der Rückseite befindlichen Gebrauchsanweisung eine Drehung der oberen Scheiben vornimmt, kann jedermann ohne weiteres jedes gewünschte Datum feststellen. Herr Fuchs hat an der Herstellung dieses ewigen Kalenders zwei Jahre gearbeitet und es sind ihm auch schon von mehreren Autoritäten Anerkennungsschreiben für seine Erfindung zugekommen. Der billige Breis von 30 Heller ermöglicht jedermann die Anschaffung des praktischen Kalenders.__ T iroler Obsthandlung en gros & en detail. * Verkauf aller Gattungen Südfrüchte Postversand in die Provinz. FRANZ PAYER, Wien, VIII, Florianigasse 49.

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