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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1908-12-01 · 12 (12.1908) · p. Seite 3

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
20 (1908)
Issue
12 (12.1908)
Date
1908-12-01
Page
Seite 3 (sequence 5)
Language
German
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3 kältnissen, tröstend, ermutigend und besänftigend, oder ernüchternd und einschüchternd. . So verkörpert hier der Träger der Krone das ethische Prinzip. Wie es in der Monarchie zugehen würde, wenn das nicht der Fall wäre, kann man sich, ohne einer üppigen Phantasie zu bedürfen, leicht vorstellen. Wer denkt da nicht an die Ausstattung der sechs Stufen, die zu dem Herrschersitze Salomos geführt?! Seine Majestät, der große Menschenfreund, Franz Josef I., ist ja auch sechs Stufen emporgestiegen. Gott der Herr selbst hat sie gebaut, hat, indem er unserem Kaiser durch seinen Schutz und Beistand sechs Jahrzehnte einer glorreichen Regierung ermöglicht, seinen Thron erhöht und verklärt An dem Tage, mit dem das sechzigjährige Regierungsjahr unseres Monarchen voll geworden, triumphiert die edle, hingebungsvolle Pflichttreue, in der er von früher Jugend bis ins späte Greisenalter gewaltet. Es ist ein Tag der Andacht, an dem Millionen Herzen dankbarer Untertanen das greise Haupt des gütigen Landesvaters segnen. Wenn man die Gefühle der Dankbarkeit, die heute aus allen Richtungen zum Throne des Hauses Habsburg-Lothringen emporgrüßen, auf ihre Innigkeit prüfen könnte, müßte man finden, daß die der Israeliten zu den tiefsten gehören: wir haben ja die Erlangung der Menschen- und Bürgerrechte, welche man den Angehörigen unseres Volkes so hartnäckig vorenthalten, seiner Güte und Gerechtigkeit zu verdanken; das wird in unserer Mitte unvergeßlich bleiben. Um dieser Stimmung Ausdruck zu geben, erscheinen die Worte des Königspsalms geeignet: „Es begrüßen ihn die Segenswünsche der Guten, die hast du als kostbares Diadem über sein Haupt gesetzt. Du hast ihn zum Segen gemacht für ewig, beglückt mit Freude vor deinem Angesicht." Die schützende Hand der Vorsehung möge Seine Majestät bis zur äußersten Grenze des Menschendaseins leiten, und die außerordentliche Pflichttreue unseres Kaisers immer durch beseligende, erheiternde Zufriedenheit gelohnt werden! Der Geist, von dem sein Walten durchdrungen, bewahre seine Segenskraft ewiglich, lebe in der erhabenen Dynastie immer fort, auf daß in aller Zukunft jedem Inhaber des durch Gerechtigkeit und Menschlichkeit geheiligten Thrones die dankbare Anerkennung und der Segen aller, in Gesinnung und Tat, auf dem Boden der Staatsgrundgesetze stehenden Patrioten so reichlich zuteil werde, wie der geliebten Person des vorbildlichen Friedensfürsten. Franz Josef I.! Leopold Mandl Röhrendorf.

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