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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1908-10-01 · 10 (10.1908) · p. Seite 13

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
20 (1908)
Issue
10 (10.1908)
Date
1908-10-01
Page
Seite 13 (sequence 16)
Language
German
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13 Juden für bedroht und Angst und bange Sorge beschleicht sie. Viele solche Klagen werden uns unausgesetzt vorgebracht. Der Ausschuss des „Jüdischen Nationalvereines" in Czernowitz wendet sich daher an die berufenen staatlichen Behörden mit der ebenso dringenden als gerechtfertigten Bitte um ausreichenden Schutz und schleunige Ergreifung geeigneter Massnahmen." Aus unserem Rechtsschutz- und Abwehr-Bureau. Galizische Wegtaufen. In Krakau hat sich, wie wir gemeldet haben, neuerlich der Fall ereignet, dass eine minderjährige Jüdin im dortigen Felicianerinnenkloster getauft und dort zurückgehalten wurde. Dem Verlangen der jüdischen Eltern, ihnen ihr Kind wiederzugeben, wurde trotz Intervention der staatlichen Behörden und des Gerichtes von der Klosterleitung nicht entsprochen. In diesem, wie in den meisten vorangegangenen Fällen von Taufen jüdischer Minderjähriger gegen den Willen ihrer Eltern hat der Krakauer Advokat Dr. Landau die Hilfe der Staatsbehörden angerufen, ohne das erstrebte Ziel, das im Kloster zurückgehaltene Kind seinen Eltern zurückzugeben, zu erreichen. Dr. Landau veröffentlicht hierüber folgende interessante Details in der „N. Fr. Pr." : Hochgeehrte Redaktion! Ich bin gerne bereit, Ihrem Wunsche nachzukommen und nähere Mitteilungen über den in Ihrer Monatschrift erwähnten Wegtaufenfall zu machen. Ich bin auch dankbar dafür, dass die geehrte Redaktion die Wegtaufenfälle neuerlich besprechen will, da ich überzeugt bin, dass durch deren Besprechung in einem so weit verbreiteten Blatte diesen traurigen Zuständen ein Ende gesetzt werden kann. Seit Jahren vertrete ich alle diese Angelegenheiten der Wegtaufen in Galizien und kann versichern, dass auf diesem Gebiete geradezu unerhörte Vorgänge sich abspielen. Bevor ich auf den jüngst erwähnten Fall eingehe, muss ich einige allgemeine Bemerkungen vorausschicken. Fast sämtliche jüdischen Mädchen aus Galizien, die in den letzten Jahren das elterliche Haus aus irgend einem Grunde verliessen, fanden Unterkunft im Kloster der Felicianerinnen in Krakau, doch hat das Kloster es niemals für angezeigt gefunden, die durch die Flucht ihrer minderjährigen Kinder trostlosen Eltern hievon zu verständigen. Diese erfuhren vielmehr erst nach mehrwöchentlichen Nachforschungen den Aufenthalt ihrer geflüchteten Kinder. Das Felicianerinnenkloster gibt diesen Mädchen Unterkunft und den nötigen Unterricht in der christlichen Religion. Dann werden sie getauft. Den Eltern wird mit offenbarer Verletzung

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