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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1908-10-01 · 10 (10.1908) · p. Seite 9

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
20 (1908)
Issue
10 (10.1908)
Date
1908-10-01
Page
Seite 9 (sequence 12)
Language
German
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9 In der Nummer des „Bukowinaer Volksblattes" Nr. 68 vom 6. September 1908 lesen wir in einem „Hinweg mit der jüdischen Schandpresse!" betitelten Artikel folgende Zeilen: „Christen sehet ihr nun, wer die Juden sind? Aus ihnen rekrutieren sieh alle Mädchenhändler, Zutreibe r, Banknotenfälscher, Wucherer und ähnliche gemeine Gauner . . . .". Ist das nicht nackte Aufreizung zu Feindseligkeiten gegen einen Volksstamm, gegen eine Religionsgesellschaft — der Juden? Die Nummer 63 des „Bukowinaer Volksblatt" vom 5. August 1908 bringt einen Artikel unter dem Titel: „Ein lussischer Vorschlag zur Lösung der Judenfrage": „Die Einzelausrottung von Parasiten in Menschengestalt", heisst es dort (im „Wjetsche") „widerspricht nach den modernen Humanitätsbegriffen der menschlichen Würde. Man hat dafür ein anderes, humaneres Verfahren gelunden, welches Sterilisierung heisst. Um die Vermehrung von Verbrechern hintanzuhalten, greift man in Amerika zum Kastrier messe r. Einen Menschen zu töten, ist sündhaft, ihn für die Menschen unschädlich zu machen, ist Pflicht der Obrigkeit. Nach einem offiziellen Berichte der Regierung der Amerikanischen Union wurden seit dem Inkrafttreten des Kastrierungsgesetzes bereits 500 Verbrecher entmannt. Dieselbe Massnahme muss unbedingt auch gegen die Vermehrung des Judentums ergriffen werden. Sie zu töten wäre eine Sünde, weil sie doch auch Menschen sind, ihre Vermehrung hintanzuhalten ist hingegen für alle Völker des Erdballesein Gebot der Selbsterhaltung... Im Kampfe gegen das Judentum darf daher keinMittel als zu stark angesehen werden." Und solche Niederträchtigkeiten können unbeanstandet verbreitet werden! In der Nummer 62 des „Bukowinaer Volksblatt" vom 23. August steht unter der Ueberschrift „Was ist es mit den jüdischen Einwanderern?" wörtlich Folgendes: „Herr Landespräsident! Tun Sie also als Sr. Majestät wirklicher geheimer Rat Ihre Pflicht, treten Sie der jüdischen Schlange, dieser Verderber in der Völker, dieser Zerstörerin von Thron und Altar, dieser Feindin des österreichischen Kaiserhauses auf den Kopf. Dazu sind Sie als Christ vor Gott und Ihrem Gewissen, dazu sind Sie durch Ihren Eid als Staatsbeamter, von dem Sie keine Macht der Welt, auch nicht das Kol-Nidre-Gebet der Juden, befreien wird, verpflichtet!" Das „Bukowinaer Volksblatt" vom 11. August Nr. 57 schreibt unter dem Titel „Schulchan-Aruch":

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