Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 20 (1908)
- Issue
- 2 (2.1908)
- Date
- 1908-02-01
- Page
- Seite 24 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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24 der Volksgenossen sich als ein Schädling erweist. Diese prophylaktische und allgemeine Bestrafung kann nicht gerechtfertigt werden. Ich verstehe noch, wenn einige Leute Bedenken tragen, plötzlich eine seit Jahrhunderten gehandhabte Einschränkungspolitik zu liquidieren. Das ist eine andere Frage, die nicht mit einemmal gelöst werden kann. Doch dann muss man die Sache von einem Ausgangspunkt aus behandeln; es ist notwendig, der Eiuschränkungspolitik ein Ende zu machen. 8t. Petersburg. (Die Teilnahme derPolizei an der Judenhetze in Kiew.) Im Prozesse wegen der in Kiew am 31. Oktober 1905 stattgehabten Judenhetze hat der Zeuge Untersuchungsrichter Slirry wichtige Aussagen gemacht. Während die Truppen Salven abgaben und die \ olksmenge auseinanderzulaufen begann, sah Miruy eine Anzahl Agitatoren, welche laut riefen: „Schlagt die Juden!•' Unter den Agitatoren erkannte er den ehemaligen Geheimpolizisten Chischujakow und den Geheimpolizisten Brusko. Der Zeuge schloss daraus, dass die Judenhetze das Werk dieser Agitatoren war. Ferner wird von Zeugen ausgesagt, dass die in die Judenwohnungen eingedrungenen Personen selbst die dort befindlichen Zarenbilder zerrissen. Die Soldaten bewachten die Judeuwohnungen gegen Zahlung. Notiz. Eine leistungsfähige und reelle Bezugsquelle für Damen ist die Firma Jasef MIHik & Ca., Damenschneider, Wien, VII/1, Neubaugasse 34, Ecke Mondscheingasse. Duron die mit den geschultesten Arbeitskräften eingerichtete Werks-tätte ist dieselbe in der Lage, in Schnitt und Austührung das Exquisiteste, speziell in englischen Kostümen, Paletots und eleganten Schossen zu liefern. Als Material kommt prinzipiell nur das Gediegenste sowohl in Stoffen wie im gesamten Zugehör in Verwendung und hat sich die Firma Josef Millik & Co. während der Zeit ihres Bestandes durch geschmackvollste Arbeit und tadelloses Passen das beste Renommee erworben. Provinz-Aufträge werden nach Angabe prompt und bestens effektuiert. Die Jury der Ausstellung zu Ostende 1907 hat dieser Firma für feinste Arbeit und tadelloses Passem den Grand Prix verliehen. Dringende Bitte! Eine seit Jahren ans Bett gefesselte 77jährige brustkranke Witwe ist der bittersten Not preisgegeben und bittet edle Menschenfreunde, ihr Schmerzenslager zu erleichtern. — Spenden werden an die Adresse des Herrn David Stettner in Neu- Reichenau bei Ober-Cerekwe in Böhmen erbeten. Die Wahrheit obiger Angaben bestätigen das Gemeindeamt und das Gendarmerie-Postenkommando in Neu-Reichenau, sowie die israelitische Kultusgemeinde in Ober-Cerekwe.