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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1908-01-01 · 1 (1.1908) · p. Seite 37

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
20 (1908)
Issue
1 (1.1908)
Date
1908-01-01
Page
Seite 37 (sequence 40)
Language
German
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37 Dr. Theodor Haas: Die Juäen In Mähren. Darstellung der Rechtsgeschichte und Statistik unter besonderer Berücksichtigung des 19. Jahrhunderts. (Brünn, 1908.) Die vorliegende Schrift des um die Bearbeitung der Statistik und Eechtsgeschichte der Juden Mährens sehr verdienten Verfassers will nicht so sehr die Vergangenheit des Judentums in diesem Kronlande behandeln, als vielmehr die Gegenwart. Man kann dies schon aus ihrer Einteilung ersehen: 7 Seiten sind der Zeit bis zur Erlassung des Toleranzpatentes (1782) gewidmet. Im IL Abschnitte (Seite 10—18) werden die wechselnden Geschicke der Juden Mährens vom Jahre 1782 bis zum Jahre 1848 behandelt, d. i. von der Erlassun* des Toleranzpatentes bis zur Jadenemanzipation. Mit besonderer Gründlichkeit geht der Verfasser auf das Zeitalter seit der Dezemberverfassung bis auf unsere Tage ein. Statistische Tabellen und eine Handkarte beschliessen die sehr fleissig gearbeitete Broschüre. Wer sich über die in mannigfachem Betracht höchst eigentümlichen Verhältnisse der Juden Mährens unterrichten will, wird zu dieser Schrift des Dr. Haas greifen müssen Wir sagen eigentümliche Verhältnisse, denn Mähren besitzt, was kein anderes österreichisches Kronland aufzuweisen vermag, nicht nur Kultus-, sondern auch politische Gemeinden. Wer die Geschichte der Juden Mährens seit der Dezemberverfassung verfolgt, wird wissen, wie sehr diese Gemeinden auf das Verfassungsleben Mährens eingewirkt haben, wie viel ihnen das Deutschtum in diesem Lande zu danken hat — aber nicht dankte. Wir kommen auf die lehrreiche Broschüre noch zurück, Max Burckhard: Quer durch das Lehen, — Fünfzig Aufsätze. — Wien 1908. F. Tempsky. Man kennt die prächtigen Artikel, die Max Burckhard in den letzten Jahren fast über alle wichtigeren Tagesfragen des sozialen und kulturellen Lebens veröffentlicht hat, Artikel voll Freimut und männlichem Unabhängigkeitssinn, die mit der Schärfe des gründlichen Juristen und der Unerbittlichkeit d?s modernen Naturphilosophen allen politischen und gesellschaftlichen Uebeln au den Leib gehen. Fünfzig dieser Aufsätze hat Burckhard in dem vorliegenden Buche zu einem Strausse zusammengetasst, dessen herber Duft den Schleichern uud Heuchlern, den Staats- und Gesellschaftslügnern nicht sonderlich angenehm in die Nase steigen mag. Für uns gewinnt der Bind noch ein besonderes Interesse durch den Umstand, dass demselben auch der tapfere Hilsner-Artikel einverleibt ist, mit welchem Burckhard in der „Neuen Freien Presse" vom 23. Dezember 1906 die Revision des Polnaer Ritualmordprozesses forderte. Wir empfehlen das Buch Allen, die an einem fröhlichen Kampfe um Recht, Wahrheit und Aufklärung noch ehrliche Freude empfinden. Briefkasten. R. W., Wien. Keinesvegs. Jene erste Besprechung einer Anzahl von Abgeordneten war nur der einleitende Schritt zu einer grösseren parlamentarischen Propaganda in der Affaire Hilsner. Der Abgeordnete Dr. Straucher hat sich schon vorher sehr dankenswerte Verdie ste um die Aufrüttelung des öffentlichen Gewissens erworben. Er hat kurz nach Erscheinen der Nussbaum'sehen Schrift im Februar 1906 eine Interpellation wegen Wiederaufnahme des Prozesses an den Justizminister gerichtet und er hat auch im Juni 1907 in einer neuerlichen Anfrage an Dr. Klein die Forderung nach Revision auf Grund des § 362 St.-P.-O. erhoben. Als endlich im Dezember v. J. Dr. Lueger in perfidester Weise neuerlich von „aufgefangenem Blute" sprach, ist Doktor Straucher dieser Verdächtigung in einer energischen Abwehrberichtigung entgegengetreten.

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