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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1907-03-01 · 3 (3.1907) · p. Seite 24

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
19 (1907)
Issue
3 (3.1907)
Date
1907-03-01
Page
Seite 24 (sequence 24)
Language
German
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24 an seinen Volksangehörigen verübten Plünderungen and Bluttaten und von der Gefangennahme und dem Verkaute ihrer Jugend und verkündet den Missetätern ein furchtbares Strafgericht, durch welches sich zeigen werde, dass der Ewige denn doch auf Zion tront, dass er sein Volk nicht verlässt und das vergossene unschuldige Blut rächt. Er ist darüber höchst entrüstet, dass man Lose geworfen und gefangene Knaben um eine Buhlerin gegeben und die israelitischen Mädchen um Wein verkauft hat, und sucht seine durch derlei Ereignisse von Verzweiflung ergriffenen und im religiösen Glauben erschütterten Volksgenossen durch den Hinweis auf eine Zeit zu trösten, wo es Gott nicht mehr dulden werde, dass Jerusalem von fremden Eindringlingen als Durchzugspunkt für Kriegszwecke benützt wird. Das ist der wesentliche Inhalt des Kapitels, welches der traurigen Geschicke, die das Land und seine Hauptstadt getrofien, deren es ja leider mehrere gegeben, die einander ähnlich waren, hier den historischen Hintergrund gebildet, ist für unseren Zweck Nebensache. Lassen wir nun unserem Biedermanne das Wort, der sagt: „Für die messianische Zeit war der Traum der späteren Juden (im Gegensatz zu den freier denkenden Israeliten früherer Jahrhunderte), den Fremden den Eintritt in Jerusalem überhaupt zu verwehren; man schlage nur Joel III. 22 nach; und da dieser späte Prophet aus der hellenistischen Zeit zugleich sagt, Gott werde ewig in Jerusalem und nur in Jerusalem wohnen, so bedeutet jenes Verbot das Ausschliessen aller Völker von Gottes Gegenwart. Das war die Toleranz der Juden!" So möge doch wer immer nachschlagen, wenn in ihm nicht jeder Wahrheitssinn erstorben ist, muss er finden, dass nirgends gesagt wird, dass Gott nur in Jerusalem wohnen werde und dass von einem Verbote durch welches alle Völker von Gottes Gegenwart ausgeschlossen werden sollen, nicht im Entferntesten die Rede ist; er wird jedoch zugleich überzeugt sein, dass Herr Chamberlain geflissentlich ausgehegte, irgendwo wohlberechnet vorbedachte, freche Lügen unter Bezugnahme auf jene Bibelstelle niedergeschrieben hat. Der Edle will sogar objektiv erscheinen und spricht einschränkend von einem Gegensatz zu den freien denkenden Israeliten früherer Jahrhunderte, das erinnert an den Henkerkuss, den früher übermütige Galgenknechte ihren Opfern aufzudrücken pflegten, und erregt den moralischen Widerwillen nur umso stärker. Wir müssen es auch nur logisch finden, dass er jenem Anwürfe beifügt, dass die meisten Rabbiner alle Nichtjuden vom Anteil an einer zukünftigen Welt ausgeschlossen, andere sie nur als eine verachtete Menge dort duldeten. Das steht wohl nirgends, liegt ganz ausser dem Bereiche jeder Wahrheit, und die Stelle Traktat Gittin Folio 57 a des babylonischen Talmud, auf welche er sich beruft, spricht nur von Titus und von einem Schwestern-

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