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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1906-08-01 · 8/9 (August/September 1906) · p. [Seite]

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
18 (1906)
Issue
8/9 (August/September 1906)
Date
1906-08-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Monatschrift der OesterrelGbiscb-Israelitischen Union, Nr. 8/9. Wien, August-September 1906. 18. Jahrgang. Siedice. Die Namen wechseln — die Sache bleibt immer dieselbe. Wieder ein Pogrom und abermals einer, nur dass von einer Judenschlächterei zur andern der offizielle, mit allen Machtmitteln des Militärstaates ins Werk gesetzte Mord immer deutlicher wird. In Siedice, wo 146 Juden getötet und mehr als 500 verwundet wurden, hat es keine „Schwarzen Banden" mehr gegeben. Die entmenschte Soldateska hat hier allein das Blutbad vollbracht. Die Stadt wurde einfach militärisch zerniert und auf Kommando des Kriegsobersten wurden die Häuser mit Kanonen bombardiert und Jedermann, der sich auf der Strasse oder an den Fenstern zeigte, niedergeschossen. Die Henker eines mit Grausamkeit gepaarten Kretinismus verrichten prompte Arbeit. Der Pogrom wickelt sich so glatt ab wie ein Manöver auf dem Paradefelde. Und noch immer schweigt Europa zu dem organisierten Massenmorde, noch immer drückt die europäische Diplomatie behaglich die blutbefleckten Hände ihrer russischen Kollegen. Als das serbische Königspaar ermordet wurde, nahm sie doch einen Anlauf, die Königsmörder in Acht zu erklären. Aber in ßussland wurden ja nur Juden hingemetzelt — der Zar bleibt trotzdem ein ehrenwerter Mann..... Die Juden aller Welt können das grauenvolle Schicksal ihrer russischen Brüder nur mit Tränen und ohnmächtigem Ingrimm begleiten. Sie sind nicht stärker als das waffenstarrende und von humansten Phrasen überfliessende Europa. Die Hoffnung aber ist begründet, dass all dies Blut auf die Häupter derer kommen werde, die es vergiessen. Wehe "dem Staate, dessen legale Gewalt die Bevölkerung selbst zum Morde erzieht, an den Mord gewöhnt! Eduard v. Hartmann über die Jaden. Von Kabbiner Dr. Viktor Nordheimer in Sehwetz. In Gross-Lichterfelde hat vor einem Vierteljahr Eduard v. Hartmann, der Verfasser des berühmten, fast beispiellos verbreiteten Werkes „Die Philosophie des Unbewussten", seine Augen zum ewigen Schlummer geschlossen. Was er auf philosophischem Gel

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