Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 18 (1906)
- Issue
- 6/7 (Juni/Juli 1906)
- Date
- 1906-06-01
- Page
- Seite 31 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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31 bei Spiel- und Wettgewinsten des Rechtsschutzbureaus der „Oesterreichisch-Israelitischen Union"! Wandervorträge. Der Sekretär der „Oesterreichisch-Israelitischen Union" hat am 18 Mai eine längere Agitationsreise nach Böhmen angetreten und in den Kultusgemeinden Rosenberg, Kai lade y, Winterberg, Strakonitz, Horazdiowitz, Tabor, Beneschau, Kladno, Böh m.-B r o d, M i c h 1 e, P o 1 n a, Czaslau, Svietla, Adlerkosteletz, Pardubitz und Neubydzow, sowie in der mährischen Gemeinde Schäffa Wandervorträge abgehalten. Die Aufnahme unseres Delegierten war in all' diesen Gemeinden eine überaus herzliche und wir sagen auch an dieser Stelle den Herren Kultusvorstehein und Repräsentanten für deren freundliches Entgegenkommen herzlichsten Dank! — Die Reise hat eine erhebliche Steigerung unserer Mitgliederzahl zur Folge gehabt. Aus unserem Rechtsschutz- und Abwehr-Bureau. Neue „Rltnalmordaffalren". Aus Wiener-Neustadt wird berichtet: Iu der Nacht vom 16. zum 17. Juni drang bei dem in Mattersdorf (Ungarn) in der Judengasse wohnhaften Ehepaar Emil Pick eine Schar Bauern ein, um einen vierzehnjährigen Burschen aus Walbersdorf, der abgängig war, zu suchen. Die Bauern, die gegen das Ehepaar eine drohende Haltung einnahmen, behaupteten, Pick habe den Burschen in seine Wohnung gelockt und abgeschlachtet. Die Bauern durchsuchten unter Fluchen und Lärmen jeden Winkel im ganzen Hause, durchstöberten die Kasten, fanden jedoch nichts. Pick schrie um Hilfe; seine Frau fiel vor Schreck in Ohnmacht. Da inzwischen die Gendarmerie verständigt worden war, ergriffen die Bauern die Flucht. Den Knaben fand man später betrunken im Walde bei Walbersdorf. Sämtliche Bauern, die bei diesem Attentat auf das Ehepaar Pick beteiligt waren, wurden ausgeforscht und gegen sie die Strafanzeige erstattet. In der Gemeinde erregte der Vorfall grosses Aufsehen. In Sarasberek (Ungarn) fand man ein zehnjähriges Mädchen, die Tochter des Landwirts S o 11 z a k, mit durchschnittenem Halse auf. Bald verbreitete sich das Gerücht, die Juden hätten sie zu rituellen Zwecken ermordet. Die von der Gendarmerie eingeleitete Untersuchung führte zu der Verhaftung des 17jährigen Bauernburschen Josef N a d i, der eingestanden hat, den Mord in der Absicht begangen zu haben, um sich an den Juden zu rächen. * *