Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 18 (1906)
- Issue
- 6/7 (Juni/Juli 1906)
- Date
- 1906-06-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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5 sich das Bild der tätigen Meister für Massakre-Angelegenheiten zu zeigen. Eine Gruppe von Personen, welche gleichsam die Kampf-Drushinen eines unserer patriotischen Vereine bilden, im Vereine mit Leuten, welche der Redaktion eines gewissen Petersburger Blattes nahestehen, hat den Kampf mit der Revolution aufgenommen, da sie die Ursache der Aufstände in den Bewohnern der Länder innerhalb des Rayons, in welchen den Juden zu wohnen gestattet ist, erblickten. Die russische Bevölkerung, insbesondere dieSoldaten, wurden mittels Hunderttausenden von Proklamationen aufreizenden Inhaltes aufgefordert, sich mit den „R evolutionären" auseinanderzusetzen. Diese Proklamationen haben die Mitglieder der patriotischen Vereine an Ort und Stelle verteilt, sie wurden den treuen Anhängern in verschiedenen Orten und den Verbündeten übergeben, welche dieselben ihrerseits vorsichtig verbreiteten. Man ist hiebei in origineller Weise vorgegangen; so versendete die Proklamationen der Gehilfe des Polizeimeisters ohne Wissen seines Vorgesetzten und umgekehrt; ein Polizeikommissär eines Bezirkes wurde in das Vertrauen gezogen, der Polizeikommissär des zweiten Bezirkes erfreute sich dieses Vertrauens nicht. Einer der Beamten der Gendamerie-Ver waltung im Sicherheits-Departement hattebesondereGeldsummen. Zuihmkamen Leute von dunkler Existenz. In der Stadt begannen Gerüchte über Vorbereitungen zu zirkulieren. Die erschreckten Leute reisten zum Gouverneur, dieser beruhigte sie, obwohl er wusste, was bevorsteht. Vom Ministerium fliegen Telegramme mit Aufträgen, Vorkehrungen zur Erhaltung der Ruhe zu treffen. Man hat häufig Verfügungen getroffen, aber nicht alle nahmen diese Verfügungen ernst. Es ist vorgekommen, dass Polizeibeamte mit ganz ruhigem Gewissen der Meinung waren, dass die Verfügungen nur zum Scheine, bloss anstandshalber erlassen worden, sie, die Polizeibeamten, aber die eigentliche Absicht der Regierung kennen. Sie lasen zwischen den Zeilen, befolgten Befehle über den Kopf des Gouverneurs, sie hörten eine Stimme von ferne, welcher sie mehr glaubten. Es verbreitete sich eine unüberwindliche Panik, eine vollständige Desorganisation und Demoralisation der Behördjen In Petersburg arbeitete noch im Herbst 1905 im Hause Nr. 16 in der Fontankastrasse in einem besonderen Zimmer des Polizei-Departementseine Druckereimaschine, welche aus den Fonds des Polizei-Departements, aus staatlichen Mitteln angekauft wurde. Zur Druckereimaschine wurde ein