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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1906-05-01 · 5 (5.1906) · p. Seite 8

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
18 (1906)
Issue
5 (5.1906)
Date
1906-05-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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8 öffentlichen Diskussion zu stellen. Leider lassen die gegenwärtigen parlamentarischen Verhältnisse eine günstige Behandlung dieses Gegenstandes in absehbarer Zeit nicht erwarten. Immerhin ist aber die Tatsache, dass in Brünn ausnahmsweise einmal christlichdeutsche Geschäftsleute ausgeplündert wurden, geeignet, auch die Aufmerksamkeit nichtjüdischer Kreise auf die Wichtigkeit dieser Forderung zu lenken. Wir haben hiermit die wichtigeren Aktionen des Rechtsschutzbureaus noch lange nicht erschöpft. Aber über einzelne sehr bedeutsame und auch erfolgreiche Interventionen müssen wir uns im Interesse der Sache selbst oder der dabei Beteiligten Stillschweigen auferlegen. Im Ganzen hat das Rechtsschutzbureau während des Berichtsjahres in 256 Fällen interveniert. Die vorjährige Generalversammlung hat dem Vorstande den Auftrag erteilt, eine Kommission für Kultusangelegenheiten und <nne solche für Auswanderungsangelegenheiten zu konstituieren. Diese beiden Kommissionen sind im Oktober 1905 ins Leben gerufen worden und haben ihre Tätigkeit — die Kultuskommission unter dem Vorsitze des Herrn Gottlieb Bettelheim, die Auswanderangskommission unter dem Vorsitze des Herrn Dr. Friedrich Mintz — begonnen. Die letztere hat es sich insbesondere zur Aufgabe gestellt, die Berechtigung jener Klagen zu prüfen, welche in der letzten Generalversammlung über die Behandlung der russischen Auswanderer erhoben wurden. Auf Grund der sehr eingehenden und sorgsamen Prüfung müssen wir nun wahrheitsgemäss feststellen, dass die Schuld an den gerügten Mängeln nur zum allergeringsten Teile der „Israelitischen Allianz" oder deren Funktionären, dagegen zum allergrössten Teile an der die Leistungsfähigkeit der „Allianz" weit übersteigenden, zeitweilig fast elementaren Ueberflutung Wiens mit Auswanderern, aber auch den gewalttätigen und ungeberdigen Auftreten vieler Auswanderer selbst zuzuschreiben ist. (Beifall.) An dem Ausbau unserer Organisation haben wir rüstig fortgearbeitet und unser Augenmerk im letzten Jahre hauptsächlich auf die Vermehrung der Mitgliederzahl in Wien gerichtet. Es ist uns tatsächlich gelungen, den Stand unserer Wiener Mitglieder um mehr als tausend zu erhöhen. Allerdings steht dem gegenüber der regelmässige Abgan? durch Ableben, Austritt etc., von zirka 10 Perzent, so dass der Gesamtzuwachs sich auf rund 400 Mitglieder beläuft. Bei der vorjährigen Generalversammlung hatten wir einen Mitgliederstand von 7131, hie von mussten im Laufe des Jahres 624 abgeschrieben werden, während 1063 neu hinzukamen, so dass wir am 15. April 1906 7520 Mitglieder zählten. Nach dem von uns tiefbeklagten Ableben des Freiherrn Nathaniel von Rothschild hat Herr Baron Albert von Rothschild aus den im Testamente für gemeinnützige Zwecke legierten Gesamtbeträgen von zwei Millionen Kronen der „Oesterreichisch-

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