Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 18 (1906)
- Issue
- 5 (5.1906)
- Date
- 1906-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union. Nr. 5. Wien, Mitte Mai 1906. 18. Jahrgang Protokoll der am 28. April 1906 stattgefundenen XXI. ordentlichen Generalversammlung der »Oesterreichisch-Israelitischen Union«. Die 21. ordentliche Generalversammlung der „Oesterreichisch- Israelitischen Union", welche Samstag, den 28. April, im grossen Saale des „Hotel Guth" unter massenhafter Beteiligung der Mitglieder stattfand, wird denkwürdig bleiben in der Geschichte des Vereines und in den Annalen der Wiener Kultusgemeinde. Die Ankündigung, dass die vom Vorstande der „Union" beschlossene Resolution gegen die Beteiligung jüdischer Finanzmänner an der russischen Anleihe der Generalversammlung zur Ratifikation unterbreitet werden soll, hatte eine ausserordentliche Erregung in der Wiener Judenschaft hervorgerufen. Dieselbe fand ihren Ausdruck in der Tatsache, dass der weite Saal die Menge der Teilnehmer an der Versammlung nicht zu fassen vermochte, so dass viele derselben dichtgedrängt stundenlang stehend ausharren mussten und Tische und Stühle amphitheaterartig benützt wurden. Den Vorsitz in der Versammlung führten abwechselnd Präsident Siegmund Mayer und die Vizepräsidenten kais. Rat Wilhelm A n n i n g e r und Dr. Moriz Ascher. Vom Kultusvorstande waren die beiden Vizepräsidenten Dr. Gustav Kohn und kais. Rat Dr. Moriz Hirsch, ferner die Herren Salo Cohn, kais. Rat Wilhelm V o 11 a k, Prof. Dr. Ehrmann, Siegmund K a u d e r s, Emanuel Hoffmann, Hermann E 11 b o g e n, Oskar Marmor ek und Dr. Markus Spitzer, sowie Herr Reichsratsabgeordneter Doktor Ofner, Univ.-Dozent Dr. Hajek etc. anwesend. Präsident Siegmund Mayer begrüsste mit herzlichen Worten die Versammlung, konstatierte die rechtzeitige Ausschreibung der Generalversammlung und deren Beschlussfähigkeit und fuhr hierauf fort: „Der Zeitraum, über den wir Ihnen Bericht zu erstatten haben, ist ein Jahr der Trauer für die gesamte Judenheit durch die Ereignisse, welche sich in Russland vollzogen haben, Ereignisse, wie wir sie in Europa schon seit Jahrhunderten nicht mehr gesehen haben, die für kaum möglich gehalten werden können und doch Tatsache sind. So traurig diese Ereignisse sind, so glaube ich gerade deshalb, dass alle Juden die doppelte Verl