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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1906-03-01 · 3 (3.1906) · p. Seite 4

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
18 (1906)
Issue
3 (3.1906)
Date
1906-03-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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4 hast Du gezeugt, uud einer Frau, warum hast Du Geburtswehen? So spricht der Ewige, der Heilige Israels, und sein Bildner: Wunderzeichen verlangten sie ob meiner Kinder und über mein Händewerk wollten sie mir gebieten! (wie es geartet sein soll.) Ich habe die Erde gemacht und die Menschen auf ihr geschaffen. Ich, meine Hände haben die Himmel ausgespannt und all ihr Heer habe ich ins Dasein gerufen. Ich habe ihn erwekt in Gerechtigkeit und alle seine Wege will ich ebnen; er soll meine Stadt bauen und meine Weggeführten entlassen, nicht durch Kauf und nicht durch Bestechung spricht der Ewige der Heerscharen.'4 König Cyrus war wohl eine der herrlichsten Heldengestalten der Menschengeschichte, die Berichte Xenophons und die Keilschrifttexte und die biblischen Mitteilungen zeigen ihn als den legitimsten, gerechtesten und menschlichsten Welteroberer, ihn jedoch als von Gott erkorenen Messias hinzustellen, war denn doch sehr kühn. Wie kam es, dass die Exulanten, die sich nach einem Messias aus dem Hause Dawid gesehnt, sich schliesslich mit dieser ganz neuen Idee befreundet? Ganz einfach, weil sie selbe den Umständen und Verhältnissen ihrer Gegenwart entsprechend gefunden; Cyrus war der Erlöser für ihre Zeit und dem Sohne Dawids blieb die Zukunft offen. Wenden wir uns nun wieder unserer Zeit zu. Dem sechsten Zionistenkongresse lag ein Brief vor, welchen Sir Clement Hill im Auftrage der britischen Regieruug an das Aktionskomitee gesandt hatte. Derselbe enthielt den Antrag, die Leitung der zionistischen Bewegung könne eine Kommission aussenden, um mit dem High Kommissioner des Protektorates von Ostafrika zu verhandeln und ein Territorium auszuwählen, das von Juden besiedelt werden könnte und eine*r lokalen autonomen Regierung unterstellt werden würde. Obwohl durch das hochherzige Anerbieten Englands sehr geschmeichelt, war die Majorität des Kongresses nicht zu bewegen, die zur Aussendung der Kommission nötigen Mittel aus dem zionistischen Fond zu bewilligen; es wurde nur gestattet, mit Aufwendung anderweitig zu beschaffender Gelder dem Vorschlage gemäss zu verfahren. Diese vermochte der leider viel zu früh dahingeschiedene, edle und geniale Führer der Zionisten Dr. Herzl trotz vieler Bemühungen nicht aufzubringen. Man hat ihn sogar nachträglich durch eine gegen den Plan gerichtete, starke Agitation gezwungen, eine beträchtliche Modifikation des Anerbietens des britischen Gouvernements anzustreben. Anstatt die Kommission auszusenden, um die Regierung bei dem Aussuchen eines passenden Territoriums zu unterstützen, wurde er beauftragt, die Regierung zu ersuchsn, selbst das Territorium zu bestimmen. Das Resultat war, dass die britische Regierung am 25. Jänner 1904 zu diesem Zwecke 5000 Quadratmeilen in dem Guas Ngioschu Plateau angeboten. Da galt es nun,

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