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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1905-08-01 · 8/9 (August/September 1905) · p. Seite 4

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
17 (1905)
Issue
8/9 (August/September 1905)
Date
1905-08-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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4 dass wir mit stolzer Selbstüberhebung auf das geknechtete Russland herabsehen dürfen, es ist vielmehr wahr, dass es mit der Beobachtung der Gesetze auch seitens der berufenen Organe bei uns in mancher Hinsicht schlimmer bestellt ist als in Russland! Die berufliche Gliederung der Juden in Oesterreich. In dem LXVI. Band der Oesterreichischen Statistik, der die Ergebnisse der Berufszählung vom 31. Dezember 1900 enthält, behandelt der IX. Abschnitt die Berufsangehörigkeit in Verbindung mit der Zugehörigkeit zu den einzelnen Konfessionen. Bevor wir die wichtigeren Resultate aus diesem Abschnitt im folgenden zur Darstellung bringen, mag zum besseren Verstandais eine Tabelle vorausgeschickt werden, die die Stärkeverhältnisse der in der amtlichen Statistik in vier Kategorien vereinten Konfessionsangehörigen nach ihrer örtlichen Verteilung wiedergibt (Tabelle I). Eine Betrachtung der jüdischen Bevölkerung in dieser Tabelle zeigt, dass die Bukowina und Galizien verhältnismässig am stärksten von Juden bewohnt sind, während die Alpenländer sowohl den absoluten als auch den relativen Ziffern nach an letzter Stelle stehen. Fasst man das für 30 Berufsgruppen gebotene Material zu vier Hauptberufsklassen zusammen, so erhält man die in Tabelle II gegebenen Ziffern. (Es sei hier bemerkt, dass die österreichische Statistik unter den „Berufszugehörigen" eines Berufs nicht nur die in diesem Berufe Tätigen, sondern auch deren beruf lose Angehörige versteht.) Die Ziffern beweisen, dass die jüdische Bevölkerung zu fast 3/4 Teilen dem Handel und der Industrie, zu V4 der Land- und Forstwirtschaft angehört, dass sie, die nur l/100 aller in der Landwirtschaft Tätigen ausmacht, 75 aller Handeltreibenden, V20 a^er *n der Industrie Beschäftigten und etwa 7h der in den freien Berufen und in öffentlichen Diensten Stehenden umfasst. Von je 1000 Juden gehören 437 (gegenüber 83 bei den Christen) dem Handel und Verkehr, dagegen nur 114 (gegenüber 544 bei den Christen) der Landwirtschaft an. Die in der Landwirtschaft berufstätigen Juden leben zum allergrössten Teil (63.495 unter 57.004 in ganz Oesterreich gezählten, in der Landwirtschaft berufstätigen Juden) in Galizien und der Bukowina. Ein detaillierteres Bild gewährt die folgende Uebersicht, welche die vier grossen Hauptberufsklassen in 30 Hauptberufsgruppen zerlegt (Tabelle HI). Wie diese Tabelle ausweist, liegen bei den Juden die Verhältnisse in den einzelnen Gruppen sehr verschieden. Die landwirtschaftlichen und auch die meisten industriellen Berufe sind von den Juden unternormal besetzt. Stark vertreten sind sie dagegen in der Nahrungsmittel-, in der Getränke- und Genussmittel-, Beherbergungs-undErquickungs-

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