Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 17 (1905)
- Issue
- 6/7 (Juni/Juli 1905)
- Date
- 1905-06-01
- Page
- Seite 31 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/9756662-9603194-9603347--1219-9603378- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
31 arbeitern, die hungrig und zu jedem Raub bereit sind. Das Gleiche wird unter dea Truppen verbreitet. Die jüdische Gemiinde von Odessa ist überzeugt, dass bei der bevorstehenden Hetze dem Militär die Hauptrolle zufälit. (-fraf Ignatiew, der gegenwärtig zur Beruhigung der Bevölkerung uach Südrussland gesandt wurde, sagte einem Abgesandten der südrussischen Judengemeinden : „Die Regieruug wird mit euch eueru Regeln gemäss verfahren : Auij' um Aug', Zahn um Zahn!-' Die Selbstverteidigung ist wegen des verhängten Kriegszustandes vollkommen unterbunden. Die Odessaer.,.Juden wenden sich im Hinblick auf die drohende Gefahr und mit Rücksicht auf die Unterjochung der eigenen Presse au die öffentliche Meinung der ganzen Welt uud bitten um Schutz vor einer Katastrophe, der sie machtlos gegenüberstehen. — Im Verlaute einer Schilderung dar Strassenkämpfe in Lodz äussert sich die „Iskra", das Organ der russischen Sozialdemokratie, folgeudermass^n über das Verhältnis von jüdischen und christlichen Arbeitern : „Die Achtung, die das jüdische Proletariat im Laufe des letzten Jahies, besonders der letzten Monate, sich beim christlichen Lodz erworben hat, ist ungeheuer gross Das heldenhafte Auftreten der jüdischen Aroeiter bei Zusammeustössen mit Militär und Polizei ruft überall hier gewaltige Bewunderung hervor Von der Schlacht der jüdischen Aroeiter mit deu Kosaken auf der Wschodniastra<se verbreiten sich Legeuden, die die jüdischen Arbeiter als wahre Helden bezeichnen." — In Melitopol hat sich zur Selbsthilfe, da auf die Polizei nicht der geringste Verlass ist. ein jüdisches Regiment gebildet, das aus dreihundert Mann Fussvolk und fünfzig Reitern besteht. Die Mannschaften sind mit Revolvern bewaffnet. UVbuugen werden ausserhalb d^r Stadt abgehalten, in d->r Stadt dagegen öfters Proben veranstaltet, um festzustellen, in wie lauger Zeit sich das Fussvolk auf einem bestimmten Platz versammeln könne. Zu Ostern hatte man Judenverfolgungen befürchtet. In deu Osterfeiertagen marschierte deshalb das Fussvolk in Kolonnen von je fünfzig Manu, die Reiter in kleineren Abteilungen von je zehu Mann durch die Strassen der Stadt. An die Oesterr.-Isr. Union", Wien, IX., Universitätsstr. 8. Der Unterzeichnete bestellt hiemit Exemplar des Jahrgang 5666 1905/1906 zum Preise von K 1.60 per Exemplar. Name:.. Genaue Adresse: