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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1905-05-01 · 5 (5.1905) · p. Seite 17

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
17 (1905)
Issue
5 (5.1905)
Date
1905-05-01
Page
Seite 17 (sequence 17)
Language
German
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17 Vorsitzender kais. Rat Anninger erklärt, dass er die Redefreiheit nicht beschränken wolle, dass aber der richtige Ort, die Gebarung der .Allianz" zu besprechen, die Generalversammlung der „Allianz" sei. Herr Dr. K a m i n k a hebt hervor, welche ausserordentliche Schwierigkeiten sich bei der Weiterbeförderung und Versorgung gelegentlich einer Massenauswanderung ergeben. Die Mehrzahl der von der „Union" vom Polizeigefangenhause übernommenen Emigranten sei von der „Allianz" weiterbefördert worden. Sekretär Fleischer konstatiert gegenüber der letzten Behauptung, dass in der Mehrzahl der B'älle, wo Emigranten von der Polizei übernommen wurden, die „Union" im eigenen Wirkungskreise geholfen habe und nur die Minderheit an die „Allianz" geschickt wurde. Herr Albert Winterberg konstatiert die Tatsache, dass der „Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis" eine verhältnismässig grosse Anzahl russischer Emigranten am hiesigen Platze unterbringe und dass sich dieselben als tüchtige Arbeiter bewähren. Man möge bei Arbeitsbedarf auf dieselben Rücksicht nehmen und sich an den Arbeitsnachweis, II., Taborstrasse 59 wenden, wo immer eine grosse Anzahl dieser bedauernswerten, heimatlosen und tüchtigen Arbeiter aller Kategorien zu finden ist. Man werde so in der schönsten Weise zur Lösung dieser schwierigen Frage beitragen. Redner ersucht die Anwesenden, diese Anregung auch in weiteren Kreisen zu propagieren. Herr Dr. M i n t z jun. unterstützt den Antrag Krausz, es möge der Leitung der „Union" anheimgestellt werden, sich in geeigneterWeise der Lösung der Frage der russischen Emigration anzunehmen, eventuell die Tätigkeit der „Allianz" zu ergänzen. Da jedoch der Antrag von verschiedenen Gesichtspunkten einer sorgfältigen Vorberatung bedarf, möge derselbe der Vereinsleitung zur endgiltigen Beschlussfassung überwiesen werden. Herr Redakteur Krausz verwahrt sich dagegen, einen Angriff gegen die Leitung der „Allianz" unternommen zu haben, er konstatiere nur, dass anlässlich der in Frankfurt a. M. stattgefundenen Zusammenkunft verschiedener Körperschaften und Vereine die „Ailianz" Pflichten übernommen habe, die sie bis heute nicht erfüllt hätte. Herr Dr. M i n t z sen. führt aus, dass unseren hilflosen russischen Glaubensgenossen mit Herz und Gefühl zur Seite zu stehen kein Verdienst, sondern eine weise Pflichterfüllung sei. Er betrachte die „Union" vermöge ihrer ausserordentlichen Leistungen als den berufensten Faktor, um den Kern zu bilden, um welchen sich immer weitere Kreise ansetzen, um diese schwierige Frage zu lösen. Redner stelle daher den Antrag, die „Union" möge ein Komitee bilden, welches die Lösung 2

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